Symbolbild - Ein Mitarbeiter des Landeskriminalamts prüft Falschgeld (Bild: dpa/Jens Büttner)
Bild: dpa/Jens Büttner

Per Post aus Italien - 50-Jähriger bestellt Falschgeld aus dem Darknet - verhaftet

Weil er sich per Post 100 gefälschte 20-Euro-Scheine besorgt haben soll, ist ein Mann in Berlin-Moabit verhaftet worden. Das sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft rbb|24 am Freitag.

Der Mann habe sich das Geld demnach im Darknet bestellt. Durch einen Hinweis aus Italien wurden die Berliner Ermittler auf den Fall aufmerksam. Sie präparierten die Sendung mit den Blüten - und schnappten den Empfänger, nachdem dieser die Sendung abgeholt und geöffnet hatte.

Der Haftbefehl sei bereits am Mittwoch ergangen. Dem 50-Jährigen werde Beteiligung an Geldfälschung vorgeworfen.

Vor allem junge Tatverdächtige bestellen Falschgeld im Darknet

In Berlin registrierte die "Soko Falschgeld" beim Landeskriminalamt im Jahr 2017 rund 4.400 Blüten, die in den Verkehr gebracht wurden. Laut dem "Bundeslagebild Falschgeldkriminalität" ist die Falschgeldkriminalität seit dem Jahr 2015 bundesweit rückläufig. Allerdings hat sich die Anzahl junger Tatverdächtiger unter 21 Jahren von 2014 bis 2018 mehr als verdoppelt. 800 junge Erwachsene wurden allein im Jahr 2018 als Tatverdächtige geführt.

Das liege daran, dass junge Tatverdächtige vermehrt Falschgeld im Darknet bestellen. Sie vertrauten auf die vermeintliche Anonymität im Darknet, da dort die IP-Adresse des Computers nicht nachverfolgbar ist. Das Falschgeld wird im Darknet in Plattformen, die dem vertrauten Look von Amazon oder Ebay nachempfunden sind, verkauft. Die Glaubwürdigkeit der Anbieter sollen Bewertungen von anderen Nutzern erhöhen. Blüten im Wert von 1.000 Euro kosten etwa 200 Euro.

Doch wie eine rbb-Recherche im Jahr 2016 zeigte, ist das Darknet keineswegs ein sicherer Ort. 60 Prozent des Darknet werden von US-Geheimdiensten finanziert - diese Behörden haben folglich auch Zugriff darauf.

Im Jahr 2015 ermittelten die italienischen Kunden hunderte Falschgeld-Käufer

"Wenn ein umfangreicher Angriff läuft, dann sind unter Umständen sehr viele Leute enttarnt. Selbst wenn man nur ein paar Scheine bestellt, kann man ein Beifang sein bei einer Großaktion, die sich eigentlich gegen terroristische Netzwerke im Netz richtet", erläuterte Informatik-Professor Rüdiger Weis von der Berliner Beuth-Hochschule im Jahr 2016 im rbb.

Aber auch durch ganz klassische Polizeiarbeit können Darknet-Besteller von Falschgeld ermittelt werden. Im Jahr 2015 fassten die italienischen Behörden einen Fälscher, der seine Ware über das Darknet verkaufte. Sie werteten seine Kundendatei aus - und enttarnten auf einen Schlag allein in Deutschland 80 Kunden, acht davon in Berlin. Sie alle bekamen Besuch maskierten von Polizeibeamten, die ihre Wohnungen durchsuchten, das Falschgeld beschlagnahmten - und Ermittlungsverfahren in die Wege leiteten.

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3 Kommentare

  1. 3.

    "Doch wie eine rbb-Recherche im Jahr 2016 zeigte, ist das Darknet keineswegs ein sicherer Ort. 60 Prozent des Darknet werden von US-Geheimdiensten finanziert - diese Behörden haben folglich auch Zugriff darauf."

    Zu dieser Aussage würden mich Nachweise sehr interessieren. Vorallem zu "haben folglich auch Zugriff darauf..."

  2. 2.

    Papier, das so aussieht wie ein Geldschein, ist Falschgeld. Mehr dazu hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Falschgeld#Deutschland

  3. 1.

    Seit wann ist der Besitz von Papier, was so aussieht wie ein Geldschein, verboten? Was anderes ist das nämlich erstmal nicht.

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