Ein Beamter der Bereitschaftspolizei steht am 13.06.2019 in Oranienburg an einer Straßensperre (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Audio: Antenne Brandenburg | 17.07.2019 | Yvonne Krause | Bild: dpa/Christoph Soeder

500-Kilogramm-Blindgänger - Oranienburg stehen zwei Bombenentschärfungen bevor

Erneut müssen am Donnerstag in Oranienburg zwei Weltkriegsbomben entschärft werden. Da es sich um intakte Zünder handelt, wurde schon am Mittwoch ein Sperrkreis eingerichtet. Morgen wird der Bereich auf einen Radius von etwa 1.000 Meter erweitert.

Der Stadt Oranienburg (Oberhavel) stehen wieder Bombenentschärfungen bevor. Am Donnerstag müssen gleich zwei 500-Kilogramm schwere Weltkriegsbomben entschärft werden, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte.

Sie wurden vergangene Woche auf dem Gelände am Treidelweg entdeckt. Da es sich um intakte chemische Langzeitzünder handelt, wurde bereits am Mittwochvormittag aus Sicherheitsgründen ein Bereich mit einem Radius von etwa 100 Metern um den Fundort herum gesperrt. In diesem Bereich befinden sich einige Wohngrundstücke und das Wassersportzentrum. Auch der Oder-Havel-Kanal ist zwischen Haveleck und der Lehnitzbrücke bis zur Entschärfung der Bomben gesperrt.

Am Donnerstag wird ab 8 Uhr der Sperrbereich auf einen Radius von etwa 1.000 Metern um den Fundort erweitert. Es handelt sich laut der Stadtverwaltung um die 206. und 207. Bombe, die seit der Wende in Oranienburg beseitigt werden mussten.

Drei Anlaufstellen für betroffene Bürger

Von der Sperrung am Donnerstag sind nach Angaben der Stadt etwa 5.100 Personen betroffen. Für die Betroffenen werden drei Anlaufstellen angeboten:

- das Regine-Hildebrandt-Haus, Sachsenhausener Str. 1

- das Bürgerzentrum, Albert-Buchmann-Str. 17

- Turnhalle Germendorf, Germendorfer Dorfstraße 59

Die Stadt weist darauf hin, dass es in den Anlaufstellen keine Liegemöglichkeiten für pflegebedürftige Personen gibt. In diesem Falle soll man sich an das Ordnungsamt Oranienburg wenden. Unter der Telefonnummer (03301) 600900 hat die Stadt des Weiteren ein Bürger-Telefon eingerichtet. Außerdem wird ein Bus-Shuttleservice von Lehnitz nach Germendorf eingesetzt.

Sperrbereich für die Bombenentschärfung in Oranienburg am 18.07.2019 (Quelle: rbb)

Bahnverkehr betroffen

Wie bei fast jeder Bombenentschärfung ist auch der Bahnverkehr betroffen:

Die S-Bahn-Linie S1 von und nach Oranienburg wird am Donnerstag ab 8 Uhr unterbrochen. Der letzte Zug der S1 erreicht um 7:55 Uhr Oranienburg. Die letzte Abfahrt in Richtung Berlin erfolgt um 7:51 Uhr. Es wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen (SEV) zwischen Oranienburg und Birkenwerder im 20-Minuten-Takt eingerichtet.

Der Bahnhof S-Bahnhof Lehnitz befindet sich im Sperrbereich und wird vom Schienenersatzverkehr nicht angefahren.

Die Regionalbahnlinie RE 5 fällt zwischen Oranienburg und Gesundbrunnen zwischen 09:30 bis etwa 19:30 Uhr aus. Die Züge der RE 5 aus Richtung Norden (Rostock/Stralsund) beginnen und enden in Oranienburg. In Oranienburg besteht Übergang zum/vom SEV nach Birkenwerder. Die Züge der RE 5 aus Richtung Süden (Elsterwerda/Wünsdorf-Waldstadt) beginnen und enden in Gesundbrunnen. Reisende nutzen von dort die Züge der S 1 nach Birkenwerder und weiter mit dem SEV nach Oranienburg.

Die Regionalbahnlinie RB 20 fällt zwischen Birkenwerder und Oranienburg zwischen 9:55 und etwa 19:30 Uhr aus. Reisende werden gebeten, den S-Bahnersatzverkehr zwischen Oranienburg und Birkenwerder zu nutzen. Die Züge der RB 12 fahren zwischen Oranienburg Templin Stadt nach dem regulären Fahrplan. Fahrgäste von/nach Berlin steigen in Sachsenhausen zwischen RB12 und Ersatzbus um. Der Ersatzbus pendelt zwischen Sachsenhausen S-Bhf. Birkenwerder. Bitte nutzen von/nach Birkenwerder die S-Bahn.

Mit einer Aufhebung des Sperrkreises wird nicht vor 19 Uhr gerechnet, wie es weiter heißt.

Bereits Mitte Juni mussten in Oranienburg zwei Weltkriegsbomben unschädlich gemacht werden. Mehr als 9.500 Menschen waren betroffen. Oranienburg gehört bundesweit zu den Städten, die besonders mit Weltkriegsmunition belastet sind.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.07.2019, 12:00 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Auch ich wünsche den Mitarbeitern des Munitionsräumdienstes heute früh und weiterhin viel Erfolg bei ihrer gefährlichen Arbeit für unser aller Wohl und Sicherheit. -
    Nebenbei, der unsägliche Mensch und Zugereiste aus Braunau hat nicht ganz alleine jenen Weltkrieg vom Zaun gebrochen und durchgeführt, dessen Folgen Ihnen morgen noch den Urlaub vermasseln könnte: er hatte vielmehr recht viele Helfershelfer; unter anderen auch Mitglieder dieser Familie Hohenzollern, die zur Zeit wieder aus ihrer Versenkung auftaucht und die Verfügung über ihre ehemals zusammengerafften Raubgüter beansprucht, obwohl Preußen längst rechtmäßig aufgelöst ist und im übrigen dem unseligen Vorfahr Willi Zwo sein gesamtes Eigentum nach seiner Desertion und Flucht in die Niederlande güterzugweise auf sein letztes Schloß ins Asyl nachgeschickt wurde.
    Ihnen, Herr. T., wünsche ich trotz allem einen pünktlichen Urlaub sowie ein wenig Muße zum Nachdenken und -lesen.

  2. 1.

    Ich wünsche den Feuerwerkern gutes Gelingen. Im Interesse von Oranienburg, aber auch für mich persönlich, da ansonsten mein Bootsurlaub ausfällt, wenn die Stelle am Freitag nicht passierbar sein sollte. Und das alles nur, weil Hitler die Welt erobern wollte. Ich könnte den heute noch erwürgen...

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