Sprengmeister Andre Müller hockt neben einer der beiden entschärften Bomben. (Quelle: dpa/Julian Stähle)
Video: Brandenburg Aktuell | 18.07.2019 | Anja Meyer | Bild: dpa/Julian Stähle

Sperrkreis wird aufgehoben - Bomben in Oranienburg erfolgreich entschärft

Zwei 500-Kilo-Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg sind am Donnerstag entschärft worden. Mehr als 5.000 Menschen dürfen nun wieder in ihre Wohnungen zurück. Einschränkungen gibt es noch im Bahnverkehr.

Die Entschärfung zweier Weltkriegsbomben in Oranienburg (Oberhavel) ist erfolgreich verlaufen. Das teilte die Stadt auf ihrer Website mit. Gegen 16:15 Uhr habe der Kampfmittel-Beseitigungsdienst seinen Einsatz beendet. Nun soll der Sperrkreis aufgehoben werden, die Entwarnung sollte per Sirene erfolgen. Auch die Züge verkehren dann wieder normal.

Für die Bombenentschärfung mussten am Donnerstagvormittag rund 5.100 Anwohner ihre Häuser räumen, aus dem Rathaus hieß es erst, dass der Sperrkreis wohl nicht vor 19 Uhr aufgehoben werde. Der erste der beiden Blindgänger am Treidelweg war nur kurz zuvor um 15:20 Uhr entschärft worden.

Der Sperrkreis rund um den Fundort der beiden 500 Kilogramm schwere Bomben am Treidelweg war um 8 Uhr geschlossen worden. Bis 10 Uhr prüften dann die Einsatzkräfte an jeder einzelnen Wohnungstür, ob die Einwohner den Kreis verlassen hatten.

Bahnverkehr betroffen

Der planmäßige Zug- und S-Bahnverkehr wird nun wieder aufgenommen. Von den Unterbrechungen während des Einsatzes waren mehrere Linien betroffen:

Die S-Bahn-Linie S1, für die Schienenersatzverkehr mit Bussen (SEV) zwischen Oranienburg und Birkenwerder im 20-Minuten-Takt eingerichtet wurde. Der S-Bahnhof Lehnitz lag im Sperrbereich und wurde nicht angefahren. Die Regionalbahnlinie RE 5 verkehrte nicht zwischen den Bahnhöfen Oranienburg und Gesundbrunnen. Die Regionalbahnlinie RB 20 war zwischen Birkenwerder und Oranienburg unterbrochen - nach Oranienburg und nach Birkenwerder wurde Ersatzverkehr eingerichtet.

Sperrbereich für die Bombenentschärfung in Oranienburg am 18.07.2019 (Quelle: rbb)
| Bild: rbb

Rund 5.100 Oranienburger von Sperrkreis betroffen

Bei den Bomben handelt sich um die 206. und 207. Bombe, die seit der Wende in Oranienburg unschädlich gemacht werden müssten, hieß es.   

Die Bomben waren bereits im April auf dem Gelände am Treidelweg entdeckt worden. Da es sich um intakte chemische Langzeitzünder handelt, wurde bereits am Mittwochvormittag aus Sicherheitsgründen ein Bereich mit einem Radius von etwa 100 Metern um den Fundort herum gesperrt. In diesem Bereich befinden sich einige Wohngrundstücke und das Wassersportzentrum.  

Bereits Mitte Juni mussten in Oranienburg zwei Weltkriegsbomben unschädlich gemacht werden. Mehr als 9.500 Menschen waren betroffen. Oranienburg gehört bundesweit zu den Städten, die besonders mit Weltkriegsmunition belastet sind.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.07.2019, 12:00 Uhr

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