Bei Temperaturen um 33 Grad Celsius trinkt ein Straßenbauarbeiter Wasser, während er mit Kollegen Schäden auf der Karl-Marx-Alle repariert. (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
Video: Brandenburg Aktuell | 25.07.2019 | Anja Meyer | Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Wieder neuer Wärmerekord - Hitzewelle schwappt über Berlin und Brandenburg

Den zweiten Tag infolge wurde in Deutschland ein neuer Hitzerekord aufgestellt: Am Donnerstag wurden in Lingen 42,6 Grad gemessen. Die Bahn bietet kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an. Die Waldbrandgefahr in Berlin und Brandenburg bleibt hoch.

Zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde in Deutschland am Donnerstag die 42-Grad-Marke überschritten: Im niedersächsischen Lingen wurden 42,6 Grad gemessen. Dazu registrierte der Deutsche Wetterdienst an vier weiteren Messtationen Temperaturen von über 41 Grad. Erst am Mittwoch war mit 40,6 Grad in Bonn ein neuer Rekord aufgestellt worden.

Niedersachsen schaltet Atomkraftwerk ab

Das Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen soll wegen der steigenden Wesertemperatur voraussichtlich am Freitag gegen Mittag abgeschaltet werden. Dann werde für das Flusswasser die kritische Temperaturgrenze von 26 Grad erwartet, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums am Donnerstag. Zum Schutz des Ökosystems der Weser dürfe dann kein wärmeres Wasser mehr in den Fluss geleitet werden.

Sobald sich die Weser nachhaltig abkühle, werde der Betrieb wieder aufgenommen, teilte die Betreibergesellschaft Preussen Elektra mit. Dies werde voraussichtlich am Sonntag der Fall sein.

Die Deutsche Bahn bietet an, Fernreisen, die für den 25. oder 26. Juli geplant waren kostenlos zu stornieren oder bis zum 4. August zu verschieben [bahn.de].

[Mehr Informationen zu den Auswirkungen der Hitze in Deutschland und Europa erhalten Sie bei den Kollegen von tagesschau.de]

Müller fordert Berliner zu Wasserspenden für Obdachlose auf

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) rief angesichts der Hitze am Mittwoch dazu auf, besonders auf obdachlose Menschen zu achten. Das Leben auf der Straße berge an außerordentlichen Hitzetagen ganz besondere Gefahren. Müller unterstützte den Aufruf der Berliner Hilfsorganisation Karuna, Obdachlose mit Wasser zu versorgen.

Mediziner raten, mindestens anderthalb Liter Wasser zu trinken; anstrengende Arbeiten sollten auf den Morgen oder den Abend gelegt werden. Von der Hitze besonders betroffen sind ältere und kranke Menschen. Sie sollten sich der Sonne nicht direkt aussetzen.

Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des staatlichen Robert-Koch-Instituts in Deutschland Tausende Menschen aufgrund der hohen Temperaturen gestorben. Die Zahl der Todesopfer ist laut Instituts-Forscher Matthias an der Heiden mit dem Negativ-Rekord des sogenannten Jahrhundertsommers 2003 vergleichbar. Damals starben aufgrund des Wetters bundesweit etwa 7.600 Menschen, in Europa zwischen 50.000 und 70.000 Menschen. Dieses Ausmaß komme dem einer Grippewelle nahe, erklärt an der Heiden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.07.2019, 15 Uhr

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23 Kommentare

  1. 22.

    über das Wetter (!) muss man nicht in Panik geraten, das kann sich bald ändern und dann meckern alle über Regen oder kalt. Das war schon immer so. Wetter und auch meckern. Panik kann man sich für die Klima-Schädlinge, Idioten, Klimaanlagen-Fettes-Hemd-Träger, SUV-Fahrer, Golfplatz-Bewässerer und so aufsparen. Oder eher Verzweiflung.

  2. 21.

    Der Trend der Erderhitzung ist eindeutig.
    Nur eine Frage der Zeit bis sich auch bei Ihnen die ersten Anzeichen von Panik zeigen werden.

  3. 20.

    Dann hat Ihr Sommer wohl im Mai stattgefunden. Juli und August sind die heißesten Monate, Die Hundstage. Was nicht normal ist, ist die Dürre und der globale Anstieg der Durchschnittstemperatur. Wir werden auch mehr 30Grad - Tage in Deutschland haben. Aber für die aktuelle Wetter (!)Lage in Berlin ist es durchaus normal, über 30 Grad zu haben. Wer in Panik verfallen möchte, soll das ruhig machen. Ich bleibe gelassen und mach an heißen Tagen eben alles etwas ruhiger.

  4. 19.

    Wieviele Menschen lebten zur Zeit der römischen Kaiser auf der Erde und wieviele heute? Natürlich verbrauchen mehr Menschen wesentlich mehr an natürlichen Ressourcen. Und natürlich verbrauchen Industrienationen auf Grund Ihres Lebensstils mehr co2 als bitter arme Afrikaner. Und wenn es Afrika hoffentlich irgendwann mal gelingen sollte, einen nur annähernden Wohlstand wie Europa zu erreichen, dann werden sie selbstverständlich auch mehr co2 ausstoßen. Beim co2 Verbrauch pro Kopf sind wir ( Stand 2016 ) auf Platz 24. Wenn man sich viele sehr, sehr große Länder vor uns anschaut auf der Liste, wage ich bei deren geringen Interesse am Klimaschutz keine gute Prognose für die Zukunft. Und viele Menschen flüchten ja auch, nicht nur vor Krieg, um es besser zu haben als in Ihren Heimatländern ( wer will es ihnen verdenken ). Da wird eine co2 Steuer, weniger Inlandsflüge und ein wenig weniger Straßenverkehr nichts gegen ausrichten.
    Das Problem auch die immer größer werdende Bevölkerung.

  5. 18.

    Ok ich mach dann mal mit: ist alles ganz normal, war früher genauso es ist nun mal Sommer, ist das ok so?

  6. 16.

    Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Ich sorge mich um die Panik, die ausbrechen wird, wenn allen klar wird, dass das alles keine Hysterie, sondern die bittere Realität war. Dann wird so manchem die Weiße nachträglich im Halse stecken bleiben. Alles Gute :-)

  7. 15.

    Der Unterschied in ihrem Vergleich ist, dass wir keinen scheinekalten Winter hatten. Dieser und der davor waren relativ warm.

  8. 14.

    Naja, wer Das für normal hält, dem ist eh nicht zu helfen.
    Fossile Brennstoffe, die ungezügelte, zu billige, Fliegerei, die Kreuzfahrtschiffe, jeder braucht eine Klimaanlage, die als Kälteprodukt Wärme erzeugt und in die Umgebung bläst.
    Abholzung von Wäldern weltweit, die Versiegelung von Flächen, Monokulturen, Massentierhaltung uvm.
    Die Menschen haben jegliches Maß verloren.
    Die Entwicklung ist so und die Ärzte haben Recht: "lasst uns Aussterben gehen" - wird irgendwann so sein. Denn Verteilungskämpfe, Kriege um Ressourcen gibt's jetzt schon, schaut hin und nicht ins Bierglas.
    Alles Realität übrigens, kein HorrosSzenario.

  9. 13.

    @ Rico 25.07.2019/19:15
    Du gehörst genau zu Denen die ich meinte. Wir wissen alle nicht wie es kommt , wenn müssen alle was ändern aber das wird nicht passieren. Siehe Klimaschutzkongresse. Ich melde mich 2021 wieder mit einer Weisse mit Schuss vom Weissen See.
    Prost !

  10. 12.

    Der Wert von 1947 wurde übertroffen. Warum war es zwei Sommer lang nach dem Krieg so heiß und die Winter dazu schweinekalt? Man weiß es nicht. Zu meiner Kindheit wurde in Lingen und Geilenkirchen weder gemessen noch dieser Wert bundesweit online diskutiert. Das Informationszeitalter hilft uns, Trends zu entdecken und zu reagieren. Wir haben/hätten die Chance, das zu nutzen. Oft genug wird es aber locker ignoriert...

  11. 11.

    Temperaturen so hoch wie nie?

    Wenn dann bleiben wir faktisch korrekt...d.h. seit Beginn unserer halbwegs genauen Temperaturmessungen (ca. 110 Jahre von einigen Mrd Erdenjahren).

  12. 10.

    Wenn es noch 2 Jahre mit der Dürre so weiter geht, wirds dann nichts mehr mit der Weiße am See. Weil der dann weg ist, oder so einen Niedrigsstand hat, dass es mit dem Badespaß Essig ist. Prosit!

  13. 9.

    Als Kind hatte ich normale Sommer. Bedeutet 20-25 Grad, glücklich waren wir wenn die 28 gekratzt wurde oder gar auf 30 gestiegen ist.

    Das was wir jetzt haben ist NICHT normal.

  14. 7.

    Ja, ja es ist warm, das ist nun mal im Sommer so. Sitze am WeissenSee und lass mir eine Weisse mit Schuss schmecken.
    Hört auf zu meckern und macht das beste draus.
    Beim rbb24 geht es ja schon zu wie einer Sekte: es ist, es ist warm, Hitzewelle, Hitzewelle ist doch nett anzusehen wenn Kollege Müller in Shorts zur Arbeit kommt.

  15. 5.

    "Normal"? So wie immer also, nichts Besonderes? Deswegen fallen jetzt auch überall die Hitzerekorde und die Temperaturen sind so hoch wie noch nie? Vielleicht sollten Sie das Wort "normal" nachschlagen, denn Ihnen scheint die Bedeutung des Wortes nicht ganz klar zu sein.

  16. 4.

    Bei dem Wetter könnten 1,5l zu wenig. Diese Menge Wasser sollte man mindestens schon an anderen Tagen trinken. Dazu kommt noch ein Liter Flüssigkeit über das Essen.
    https://projekte.meine-verbraucherzentrale.de/DE-BY/wieviel-wasser-sollte-man-am-tag-trinken-

    Bei den höheren Temperaturen muss mehr getrunken werden. Ein Indikator ist der Urin. Der sollte hellgelb sein. Ist er dunkler, hat man zu wenig getrunken.

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