Kleingartenanlage am Plaenterwald (Quelle: Imago/Hettrich)
Bild: Imago/Hettrich

100 Jahre Kleingartenordnung - Deutsches Kulturgut oder blockierte Baufläche?

Nirgendwo auf der Welt gibt es mehr private Kleingärten als in Berlin. Zum 100. Jahrestag der Kleingartenverordnung rückt ihr Potenzial als öffentliche Baufläche in der wachsenden Stadt in den Vordergrund. Unter den Kleingärtnern regt sich Widerstand. Von Lennart Garbes

Ob angestaubt mit Deutschlandfähnchen und Gartenzwerg, oder als gemeinschaftliche Urban Gardening Kommune junger Familien - Kleingartenkolonien sind ein fester Bestandteil Berlins. Die Idee der parzellierten Naherholung prägt das Bild der Hauptstadt in Pankow und Tempelhof, genauso wie in Charlottenburg und Neukölln.

In Anbetracht der Gartenkolonien von heute erscheint es kaum vorstellbar, dass es am 31. Juli 1919, als die erste deutsche Kleingartenordnung verabschiedet wurde, noch nicht um das gute Leben der Laubenbesitzer ging. Während Berlins Aufstieg zur führenden Industriemetropole sollte die Kleingartenkolonie der armen Arbeiterklasse die Chance geben, sich selbst mit Essen zu versorgen und etwas Erholung zu finden.

Überreste dieser ursprünglichen Funktion des Kleingartens finden sich bis heute in der Kleingartenordnung, etwa wenn es darum geht verpflichtend Obst und Gemüse anzubauen. Aber auch der gestiegene Wohlstand hat der Beliebtheit der Laubenkolonie nicht geschadet. In Berlin gibt es mittlerweile 900 Kleingartenkolonien mit circa 71.000 Schollen, die insgesamt drei Prozent des Stadtgebiets bedecken.

Kleingartentradition trifft eklatanten Wohnungsmangel

Die akkurat eingeteilten Grünflächen im Innenstadtbereich wecken aber auch Begehrlichkeiten. 100 Jahre nach dem Beschluss der ersten Kleingartenordnung hat sich die Not der Berliner Bevölkerung verlagert. Der Wunsch nach Naherholung und einem eigenen Feld zum Bestellen verblasst gegenüber der Sehnsucht nach bezahlbarem Wohnraum, denn in Berlin fehlen bis zu 300.000 Wohnungen. Experten wie der Berufsverband der Bauingenieure drängen deshalb schon länger darauf, auch die Flächen von Kleingartenkolonien für den Wohnungsbau verfügbar zu machen.

Die Berliner Politik gibt diesem Drängen nach. Im kommenden Jahr endet die vereinbarte Schutzfrist für den Großteil der Berliner Laubenkolonien. Obwohl es das erklärte Ziel des Berliner Abgeordnetenhauses und des Senats ist, Kleingärten dauerhaft im Stadtgebiet zu sichern, müssen Kolonien weichen - für den Wohnungsbau, aber auch für soziale und verkehrliche Infrastruktur. Das besagt der Kleingartenentwicklungsplan 2030, der im November in Kraft treten soll.

Für 15 Berliner Kleingartenkolonien sieht der neue Entwicklungsplan die komplette Räumung vor. Bis 2030 müssten so circa 850 Laubenbesitzer ihre Parzellen endgültig verlassen. Danach droht weiteren 26 Berliner Kolonien der Abriss. Die Pächter sollen mit jeweils 7.000 Euro entschädigt werden und Anrecht auf eine Ersatzfläche erhalten, die jedoch weit entfernt vom Ort der alten Kleingartenfläche liegen kann.

Laubenkolonie als politisches Kampffeld

Die Kolonie Eschenallee in Berlin-Tempelhof ist eine der betroffenen Kleingartenkolonien. Hier soll im nächsten Jahr ein temporäres Schulgebäude entstehen. Die Pächter, von denen manche seit 50 Jahren in der Kolonie gärtnern, haben das aus den Medien erfahren. Niemand von der Bezirksverwaltung habe mit ihnen darüber gesprochen, sagt Laubenbesitzer Jörg Lange. "Wir sind sauer, weil wir immer noch kein Statement von offizieller Seite haben", sagt er. "Wir wissen nicht was passiert, wir wissen nur, es passiert was."

Einfach hinnehmen wollen die Laubenbesitzer in der Eschenallee ihre Räumung nicht. Sie sehen sich als Bauernopfer in der ungelösten Berliner Wohnungsfrage und werben mit einem aufgehängten Transparent und einer Bürgerinitiative um Unterstützung gegen die geplante Räumung.

Auch Stefan Evers, Generalsekretär und Stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Berliner CDU, wirft der rot-rot-grünen Koalition vor, planlos zu agieren. Berlin verfüge immer noch über immense Flächen für Bauaktivitäten - beispielsweise am Rand des Tempelhofer Feldes. "Nur weil der Mut fehlt, diese Flächen endlich anzugehen, kann es nicht sein, dass die Kleingärtner das Nachsehen haben", sagte der CDU-Politiker. "Die über ein Jahrhundert ausgeprägte Kleingartenkultur hat zu einer ungeheuren Vielfalt der Arten beigetragen, an der unbedingt festgehalten werden sollte."

Die meisten Kleingartenkolonien sollen erhalten bleiben

Obwohl er von den Laubenbesitzern, die ihre Parzellen räumen müssen, und von der Opposition scharf kritisiert wird, sieht auch der neue Kleingartenentwicklungsplan vor, den Großteil der Laubenkolonien zu erhalten. 83 Prozent der Kleingartenfläche in Berlin - rund 60.000 Parzellen - werden darin abgesichert. Weitere neun Prozent sollen nicht vor 2030 für andere Bauprojekte in Anspruch genommen werden.

Der Plan erkennt auch erstmals die positiven Auswirkungen der Kleingärten auf das Stadtklima und die Artenvielfalt in Berlin an. Außerdem gelten viele der zu erhaltenden Grundstücke ohnehin als dauerhaft gesichert, weil sie als Grünflächen stadtplanerisch festgeschrieben sind.

Beitrag von Lennart Garbes

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41 Kommentare

  1. 41.

    Hier in Lichtenberg gibt’s seit Jahren noch leerstehende, baufällige Wohnhäuser (Herzbergstrasse ) und große Brachflächen (Landsberger Allee Höhe Höffner). Außerdem tut sich auf dem riesigen Gelände an der Ecke Hohenschönhauser Straße/Weißenseer Weg mit dem abrissreifen Gebäude auch seit Jahren nichts. Warum werden nicht erstmal diese Leerflächen bebaut anstatt Kleingärtnern ihre zweite Heimat plattzumachen und gesundheitsfördernde Grünflächen zuzubetonieren ?

  2. 40.

    Komisch, dass es im Eiskeller ohne breite Betonpisten ähnlich heißt wird wie auf dem Feld mit seinen Landebahnen.

  3. 39.

    Sie tun si, als würde ich behaupten, dass allein die Bebauung der Klekngärten das alleinige Mittel gegen die Wohnungsnot wäre. Wenn Sie mal über die mannshohen blickdichten Hecken schauen würden, wüssten Sie, dass ich z.B. auch für die Randbebebaung des THF eintrete, Frau Lompschen dafür kritisiere, dass 1,2 Mio. qm Gebäudeflächen in Landesbesitz vor sich hinrotten, Parkplätze an der KMA wichtiger sind als Wohnungen und das auch Potentiale am Stadtrand genutzt werden müssen etc.

    Überall geben die Jüngen des St. Florian den unsolidarischen NIMBY, der seine privaten Interessen über das Gemeinwohl stellt. Es soll weit außerhalb die Landschaft besiedelt und Mehrverkehr generiert werden, weil man selber rein gar nichts hergeben möchte. Der eigene Garten ist wichtiger als Infrastruktur wie Schulen und Kitas für die Allgemeinheit.

    Bei der nächsten Wahl sollte jeder, der unter den in Berlin rasant gestiegenen Miete leidet, gut überlegen, wen er wählt.

  4. 38.

    Auch der Eiskeller ist einer der heißesten Orte Berlins. Allein an den Landebahnen auf dem Feld liegt es also nicht. Es gibt auf dem Feld und in Schrebergärten nichts, was die Erwärmung tagsüber abpuffert wie auch im Winter dort tiefere Temperaturen erreicht werden als am Alexanderplatz. Z B. im RBB können die Messungen der amtlichennThermometer nachgelesen werden wie es auch zig Veröffentlichungen dazu gibt

    Wie Ihnen das Feld egal ist und aufgeforstet werden könnte, ist es mir Ihr von der Öffentlichkeit abgeschotteter Kleingarten, wo nur wenig CO2 für längere Zeit gespeichert wird.

    Der St. Florian hilft nicht weiter. Alle müssen etwas hergeben. Es müssen alle Flächenpotentiale des Landes ohne Rücksicht auf private Interessen für den Wohnungsbau untersucht werden. Dazu gehört das Feld, Parkplätze in der KMA, brachliegende Gewerbegrundstücke, aber eben auch die Kleingartenanlagen. Es ist nicht die Zeit für Solidarität einfordernde Egoisten und politische Spielchen.

  5. 37.

    Meine beiden Kinder spielen regelmäßig in der nahegelegen Kleigartenkolonie. Sie haben dort Freunde und können sich frei bewegen, ohne dass ich ein schlechtes Gefühl dabei haben muss. Ohne sie würden unsere Kinder ihr Zeit vor Ihren Handys und Playstations verdadddeln, weil sie keine Möglichkeit mehr haben ihren Spieltrieb auszuleben - Sehr traurig das alles.
    Zum Urbanen Mikro Klima des Kleingartens kann ich wirklich bestätigen, dass durch die Wässerung und Pflege jede einzelnen Gartens ein echtes wohlfühlklime herscht - im Sommer also spürbar kühler als der zubetonierte Bereich. Wer genau hinschaut erkennt auch die die hohe Artenvielfalt der Flora und Faune. Meiner Meinung nach sind Kleingärten die grünen Oasen, die das urbane Leben so lebenswert machen.

  6. 35.

    Ich meine und habe nicht gesagt das Kleingärten schlecht oder unnötig sind, aber es scheint mir eher eine emotionale aufgeheitzte Diskussion zu sein.
    Es wird sich darüber aufgeregt das Kleingärten verschwinden, aber wie beschrieben ist das nur ein geringer Teil. (60.000 bleiben, 850 müssen weichen)
    Das macht doch kein Sinn, so kann eine Stadtplanung nicht handeln wenn sie nichts neu gestalten und umverteilen darf, dabei wurde darauf geachtet das die wichtigsten Gebiete, weiterhin Kleingärten bleiben werden. Auf den ehemaligen Gebieten (die 850 Gärten) wird ja nicht nur Beton hinzugefügt, genauso wie überall in Berlin werden neue Grünflächen, Bäume erschaffen.
    Warum fragt sich niemand warum Maßnahmen getroffen werden. Warum sind immer nur die Argumente da: die wollen nur Profit, sind böse und dumm....

  7. 34.

    Es ist schon erstaunlich, wieviel (Un-) Wissen so leichtfertig verbreitet wird. Unsere Welt hat durch Profitgier und Ignonanz bereits eine Grenze überschritten, wodurch die nächste Generation sehr zu leiden haben wird. Wer ist tatsächlich dafür, die letzten Refugien städtischer Flora und Fauna, unsere gerade noch erträgliche Atemluftzufuhr über die Frischluftschneisen durch die Kleingärten und unser noch erträgliches Großstadtklima einer unsinnigen Bebauung zu opfern? Wer profitiert tatsächlich von der Opferung unserer gut erhaltenen Grünflächen in den Kleingartenkolonien? Würde der Senat alle leerstehenden Wohnungen und Häuser einer neuen Vermietung zuführen, hätten die Spekulanten zwar weniger Profit, der "Wohnungsmarkt" wäre aber wesentlich entspannter.

  8. 33.

    Doch, Gartenanlagen tragen wesentlich zur Temperatursenkung und zur Arterhaltung bei. Es ist wissenschaftlich bewiesen. Das weltweite Netz ist voll von Veröffentlichungen zu diesem Thema.
    Die Fläche vom brachliegenden THF sollte aufgeforstet werden, da stimme ich zu. Denn diese verbrannte Wiese und die Asphalt/Betonflächen für die Surfskater sind es, die sich aufheizen und die Temperaturen maßgeblich beeinflussen.
    Umso weniger Stadtgrün, umso höher Temperaturen und schlechter die Luft und umso weniger Insekten und Kleinwild.
    Aber für die, die das als "fake news" abtun, kann eh kein vernünftiges Argument entgegenstehen, da die Rendite der einzige Antrieb ist, verpackt in scheinsoziale Begründung des Wohnraummangels.

  9. 32.

    Alfred, heute morgen bin ich aus meiner Kleingartenanlage bei 16 Grad losgefahren, fünf Kilometer weiter in Prenzlauer Berg waren schon 20 Grad! Woher kommen denn die 4 Grad Unterschied? Anderes Beispiel, abends aus der aufgeheizten Stadt mit der Bahn an unserer Anlage angekommen, angenehme kühle Luft kam. Warum?

  10. 31.

    dort wohnen - Wäre ein max Schaden für den Wohnungsmarkt der Spekulanten und die sind auf jedenfall zu schützen

  11. 30.

    Sozial Schwache können sich Kleingärten gerade noch leisten. Wer reich ist, braucht/hat keinen, sondern ein eigenes Haus mit Garten; und er spekuliert lieber mit neu gebauten Wohnungen.

    Hier erzählt doch nicht jemand Lobby-Schwachsinn nach..?

    Bin gerade die Köpenicker Straße langgefahren - da sah es teilweise aus wie nach dem Krieg. Baut doch da..? Oder höher? Oder lasst die Leute in den Kleingärten wohnen und etwas größer als 24m² selbst bauen - das bringt auf einen Schlag zigtausende neue Wohnungen - wenn man nur will..

  12. 29.

    In wie vielen Kleingärten waren Sie bisher? Zypressen, soso..... Wenn, dann stehen da überhaupt Thuja. Soviel dazu. Ja, ich bin Laubenpieper und bei mir gibt es genügend verschiedene Tierarten. Unter anderem Teich- und Grasfrösche (übrigens eine geschützte Art). Selbst Eidechsen habe ich bereits gesehen. Ach und Ligusterschwärmer gibt es bei mir auch. Diverse andere Schmetterlingsarten, Wildbienen und sogar ein Nest Feldwespt. Soviel also dazu. Und - ja, Kleingartenanlagen tragen zur Grünen Lunge Berlins bei. Übrigens, der Grundwasserspiegel erhöht sich nicht, weil es immer mehr versiegelte Flächen gibt. Aber betoniert mal weiter alles zu und beschwert euch dann über unser so gepkagtes Klima......

  13. 28.

    Die Kleingärten sind weder grüne Lunge noch bringen die dem Klima etwas. Im Gegenteil, solche Flächen wie auch das Tempelhofer Feld heizen sich im Sommer besonders stark auf. Kalte Luft gibt es dort im Winter. Wenn die diese Aufgabe übernehmen sollen, bedarf es eines Laubwaldes.

    Auch das Totschlagargument ETW taugt bei näherem Hinsehen nur am eigenen Stammtisch. Es soll eben kein privater Investor bauen. Der kommt bei den Supermärkten eher zum Zuge.

    Es gäbe viele Flächen, bei denen sich sofort irgendein NIMBY findet. Also müssen alle etwas hergeben und nicht nur unsolidarisch die andere.

  14. 27.

    Hört endlich auf nach Berlin zu ziehen. Berlin ist VOLL. Es gibt keine Wohnungen, es gibt keine Parkplätze, die Straßen sind verstopft, die Verkehrsmittel überfüllt, alles platzt aus den Nähten. Parks und Freibäder, alles übervoll.
    Seht doch mal ein, dass in Berlin zu viele Menschen auf zu geringem Raum leben.

  15. 26.

    Die Kleingärten gehören zur grünen Lungen von Berlin. Alle reden über Klimawandel und CO2. Gerade deshalb brauchen wir die Gärten und nicht noch mehr zugebaute Betonflächen. Die Gärten heizen sich bei Hitze nicht so schnell auf. Im Gegenteil sie wirken kühlend.
    Mehr Parks?? Wer plegt die? Die sehen doch oft genug vermüllt und dreckig aus.
    Warum brauchen immer mehr Wohnungen? Wenn in jede Grossstadt tausende Menschen ziehen, ist dann auf dem Land oder in kleinen Orten niemand mehr?

  16. 25.

    Berlin und Umgebung brauchen Grundwasser und das kann nur durch versickerung von Regenwasser entstehen. Wenn alles versiegelt wird kann kein Grundwasser entstehen. Das darf man nicht vergessen und sollte daher Grünflächen erhalten. Nicht durchgehend bebauen, sondern Lücken lassen.

  17. 24.

    dem kann ich nur zustimmen. Muss doch nicht jeder Promi eine Wohnung in Berlin haben. Und wenn 300.000 neue Wohnungen gebaut werden, fehlen sofort wieder welche. Berlin ist am Ende. Dreckig und nervig. Leider kann ich es mir nicht leisten, wegzuziehen.

  18. 23.

    Ich selber habe keinen Garten, bin aber froh, daß innerhalb Berlins noch einige grüne Lungen existieren. Es gibt genügend Brachflächen und leerstehende Gebäude, wo angesetzt werden sollte. Und im Zuge des Klimawandels sollte verdammt nochmal nicht jede grüne Oase, und wenn sie noch so klein ist, zerstört werden! Man muß auch mal in die Zukunft unserer Kinder und Enkel denken!

  19. 22.

    Eine Frage an Sie: wären Sie Pächterin eines Gartens, den Sie so bewirtschaften, dass für Sie, Ihre Freunde, Kollegen etc Obst und Gemüse zur Ernährung bereitstehen, wo Insekten und Tiere ihren Platz haben, dann bereit, für eine temporäre Schule, eine Straße oder anderes Gewerbe, Ihre Parzelle und die der Nachbarn zerstören zu lassen?
    Es gibt genug brachliegende Flächen, die zuerst genutzt werden müssen.
    Wo bitte bleibt die Verhältnismäßigkeit? Wo bleibt die Achtung des Klimaschutzes, denn Straßen für Kleingärten sollte sich bei der derzeitigen Debatte wohl jeder selbst beantworten können. Vor allem RRG.

  20. 21.

    Ich weiß nicht warum alle anderen hier nicht den Artikel ordentlich lesen.
    60.000 Parzellen werden abgesichert. Das ist der groß Teil. Hat sich irgendjemand der Kommentator mal gedanken gemacht warum die 850 Laubenbesitzer verschwinden.
    Zum Wohnungsbau, einer intakte Stadt gehört mehr als nur eine Nachverdichtung an Wohnungen, alle Klagen über mangelde Schulen, Kitas,... Infrastruktur, auch die brauchen Platzt. Der so nicht vorhanden ist. Weniger nur seine eigene kleine Welt betrachten, mehr versuchen wirklich zu verstehen warum gerade was passiert. Stadtplanerisch macht es sinn und ist schon lange nötig, kontrolliert nachzuverdichten.

    Da diese Seite hier kaum vertreten ist frage ich mich, ob die meisten hier nicht selber Laubenbesitzer sind?

  21. 20.

    Ich kann mich der Meinung einiger Kommentatoren nur anschließen. In den Anlagen wird sehr darauf geachtet, dass entsprechend Kleingartengesetz angebaut wird. In den Anlagen hört und sieht man noch Vögel und nicht nur Krähen und Tauben. Im Winter finden Waldtiere wie Rehe ihr Futter. Viele Pflanzen sind ein Tummelplatz für Insekten. Es wird Nachhaltig gehandelt in den Anlagen. Die „ alten Laubenpieper“ haben damals aus dem Nichts mit Schweiß und Blut überhaupt erst diese Gebiete erschaffen! Und jetzt kommen „Neider und Besserwisser“ an und wollen alles Plattmachen? Und dann meckern die gleichen Leute noch über Klimawandel, volle Stadt und überfüllte Verkehrsmittel!

  22. 19.

    Zur Frage in der Überschrift: beides. Es kommt auf die Kolonie an. Pauschal kann man nichts sagen. Einige stehen eh auf Baulandreserven. Persönlich finde ich Parkanlagen für alle besser als Kleingärten für wenige.

  23. 18.

    Kann Ihnen nur beipflichten.
    Und was steht im Artikel? Für eine "temporäre" Schule sollen die Gärten vernichtet werden? Alter Bestand, mit herrlicher Natur. Eine temporäre Schule kann irgendwo stehen, auch auf einem Parkplatz.

  24. 17.

    Ich wiederhole mich gerne, lasst die Kleingärten in Ruhe, denn das große Arial der ehemaligen NKS in der Griesinger Str. steht ewig leer. Darum sollte man sich kümmern und als Bauland freigeben.

  25. 16.

    Die Wohnungsnot ist nicht zufällig, von selbst und aus dem Nichts entstanden.
    Und statt unablässig darauf zu verweisen, dass man statt der Kleingärten auch irgendwas anderes (z. B. das ansich langweilige Tempelhofer Feld - hätte der einmal jährlich in der Hasenheide stattfindende Rummel dort übrigens nicht mehr Platz?) bebauen könnte, würde ich diesbezüglich lieber mal Ursachenforschung betreiben.
    Also darüber nachdenken, WARUM nun plötzlich so viel mehr Wohnungen gebraucht werden als vorher.
    Doch soviel Pragmatismus ist politisch unerwünscht.
    Und so gibt es halt nur Symptombekämpfung, die zulasten einer kleineren Klientel als der eigenen ausgeübt wird.
    Der Kahn ist leck, mehr und mehr Wasser strömt hinein.
    Es erscheint unvernünftig, nun lediglich darüber nachzudenken, wie man es darin verteilt.

  26. 15.

    "Die akkurat eingeteilten Grünflächen im Innenstadtbereich wecken aber auch Begehrlichkeiten." - Das trifft den Punkt, denn hier stehen vor allem (scheinbar?) billige und leicht verfügbare Flächen zur Verfügung. Es muss nicht langwierig über Supermarktparkplätze, Parkgaragen und Freiflächen im Privatbesitz nachgedacht werden. Ich finde den Weg aber falsch, möglichst viel Grün aus der Stadt rauszunehmen und die Verdichtung zur zunehmenden Versiegelung zu nutzen. Wohnungsbau sollte meiner Meinung nach mit der Verkehrswende zusammen gedacht werden und als Chance gesehen werden, möglichst viel Versiegelung wegzunehmen. Die macht die Stadt heiß, trocken und lebensfern.

  27. 14.

    Das wurde 1996 schon einmal versucht und ist zum Glück kläglich gescheitert. Wer in Berlin unzufrieden ist kann doch jederzeit dort wegziehen. Machen übrigens viele Menschen die sich in Brandenburg eine neue Zukunft aufbauen. https://www.berliner-zeitung.de/berlin/ab-nach-brandenburg-mehr-menschen-ziehen-aus-berlin-weg-als-hin-32872660

  28. 13.

    Kleingärten als Grüne Lunge zu bezeichnen, ist schon eine besondere Form von Hybris. Im Gegensatz zu wirklichen Sauerstoff-Lieferanten wie Wäldern, Parks oder Mooren, überwiegt bei Kleingärten doch eher der Hang zum Wasserverschwenden. Auch mit Blick auf die Artenvielfalt, sind Kleingärten ja wohl eher mit Vorsicht zu betrachten. Statt Insekten Einheimisches anzubieten, stehen kilometerweit die Zypressen. Und im Gegensatz zu Wälder oder Parks, die jeder betreten kann, sperren Kleingärten die Öffentlichkeit aus.

  29. 12.

    Ich finde, dass Kleingärten absolut ins Stadtbild passen und auch zentral bleiben sollten. So etwas gehört zur Kultur Berlins und nicht an den Stadtrand. Die Kolonien sind ein toller Ort für die Tierwelt, das Klima ist dort super und die Orte werden gehegt und gepflegt.
    Schlimmes Beispiel: Schmargendorf, dort wurde vor vielen Jahren die Kolonie verkleinert, weil ein großes Hochregal gebaut werden musste um die Tabakindustrie voran zu bringen. Und heute? Die Firma hat sich von dort zurückgezogen und was assiert dort?
    Jetzt wäre ein Rückbau doch sinnvoll. Ich finde, dass Berlin derzeit keinen Plan hat und kaum noch Stil. Zu hoch und zu eng wird gebaut. Lasst die großen Kolonien bestehen oder schafft neue Plätze auch im Herzen Berlins.

  30. 11.

    Wie erwartet geht das Bashing gegen die Klleingärten los.
    Übrigens, nur als Info, nicht als festgelegte Meinung: die "paar" Obstbäume tragen dazu bei, die Insekten- und Vogelvielfalt zu erhalten.
    Nur mal so - oder ist es besser, Flächen zu versiegeln und dann auf Betondächern Bienenstöcke aufzustellen, dort, wo Bienen im versiegelten Umfeld nichts mehr finden können?
    Und Kliomaschutz bedeutet auch, Flächen eben nicht zu versiegeln sondern zu erhalten - als dringend benötigte Kaltluftschneisen. Berlin war ja im Juli mit 20 Grad Durchschnittstemperatur das wärmste Bundesland, Brandenburg hatte 19,5 Grad im Schnitt - jetzt rate mal wer will, um ein wievielfaches die Temepratur höher wäre, wenn die Flächen, um die es letzten Enden in der Gesamtheit geht - höher wäre.
    Nur mal so zum Nachdenken.
    Es gibt, wie im Bericht ja steht, genügend Flächen, die unbebaut liegen - die kann man fix umwidmen und nutzen, ebenso wie die ganzen Discounterdächer - da muss halt aufgestockt werden.

  31. 10.

    Man sollte lieber Brandenburg eingemeinden , dann hat man genügend Platz für neue Wohnungen und Einfamilienhäuser gutbetuchter Berliner.

  32. 9.

    Bevor über Kleingärtnern abgelästert wird und Gartenkolonie wegbetoniert werden, sollten erst einmal die Augen aufgemacht werden, denn es gibt genügend freie Flächen -auch in Charlottenburg (z.B. Fürstenbrunner Weg) die bebaut werden könnten. Rechnet man noch die Standorte der Supermärkte dazu, gäbe es keine dummen Debatten über unsere Rückzugsorte.

  33. 8.

    Es ist nicht einzusehen, dass Kleingärtner ihre Parzellen räumen sollen um Platz zu machen für noch mehr Eigentumswohnungen, die im Endeffekt, wegen der oft überhöhten Mietpreise nur schwer vermietbar sind. Den Verlust aus Vermietung und Verpacht, den der Eigentümer geltend machen kann, zahlt der Steuerzahler, also auch der vertriebene Laubenpieper. RH

  34. 7.

    Die grüne Lunge der Stadt ,soll platt gemacht werden .
    Am Tempelhofer Feld traut sich keiner ran .Lobby Arbeit kann man nur sagen .Die Kleingärtner tragen zum Klimaschutz bei und Insekten Vielfalt bei .Was sagen da die Grünen dazu ?

  35. 6.

    Diese drei Prozent der Berliner Fläche sollten auf alle Fälle erhalten bleiben---
    Grünflächen werden benöigt und hier wird gegenüber manchen Parks gepflegt
    und sind mit vielen Pflanzen und Bäumen bestückt und wirken als CO2- Vernichter
    ( im Gegenatz zum Tempelhofer Feld )

  36. 5.

    Macht so weiter und Berlin ist nicht mehr lange lebenswert. Es ist heute im Sommer schon unerträglich. Wenn wir alles
    zupflastern, werden wir in der Innenstadt ersticken. Warum lernen unsere Stadtplaner nicht dazu?

  37. 4.

    Berlin braucht keine Wohnungen mehr! Berlin braucht ein Zuzugverbot. Kleingärten umsiedeln wird auch nichts weil die rappel dicke voll sind alle! Da wartet man mehrerer Jahre bis man mal ein Garten bekommt. Eher soll das Tempelhofer Feld eine riesen Kleingartenanlage werden als das da auch nur eine Wohnung gebaut wird! Warum sollen die Kleingärtner nach Brandenburg ausweichen? Warum nicht die Wohnungen in Brandenburg bauen, da ist genug Platz. Berlin ist jedenfalls voll bis zum Stehkragen.

  38. 3.

    Der heilige St. Florian als Schutzheiliger der NIMBYs wird natürlich auch hier wieder gerne angerufen. Dabei müsste nur ein kleiner Teil der Kleingärten in Anspruch genommen werden, um eine sechsstellige Zahl an Wohnungen bauen zu können.

    Für das Stadtklima müssten die Flächen aufgeforstet werden. Ein paar Obstbäume helfen wenig gegen solche Temperatur-Hot Spots. Die neuen Wälder könnten dann der Naherholung aller Berliner dienen und nicht nur ein paar Auserwählter.

    Gegen die angebliche Wohnungsnot, wird in den nächsten Jahren wenig unternommen. Der Mietendeckel von Frau Lompscher soll zwar Zeit gewinnen, doch ist nicht absehbar, dass diese genutzt wird. Auf lediglich 476 von 31.000 Partellen sollen bis 2030 unter anderem Kitas, Schulen, Krankenhäuser, Turnhallen und andere soziale Infrastrukturbauten entstehen. Von Wohnungsbau lese ich in dem Kästchen-Artikel nichts. Dabei ist jeder gefordert, etwas gegen die Wohnungsnot beizutragen. Solidarität ist kein Einbahnstraße.

  39. 2.

    Wenn man mal durch die Berliner Kleingartenkolonien geht und schaut, in wie vielen Gärten umgedrehte Deutschlandfahnen wehen oder andere Hinweise auf Gedankengut von Reichsbürgern und anderen Neu-Rechten zu finden sind, bin ich jedes Mal darüber erschüttert, dass diese Gartenvereine alle auf dem rechten Auge blind zu sein scheinen. Wenn jemand zur falschen Zeit den Rasen mäht, rasten die Leute dort auf. Aber wenn jemand die Existenz des Staats leugnet, schauen alle weg. Meiner Meinung nach hat jede Kolonie ihr Exitenzrecht verwirkt, wenn in ihr grundsätzliche demokratische Regeln ignoriert werden. In diesen Fällen: Gern plattmachen!

  40. 1.

    Weder dem Stadtklima noch der Natur oder dem Naherholungswert tut es gut wenn man alles betoniert und verdichtet.

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