Zwei Frauen gehen Hand in Hand im Schillerkiez in Berlin-Neukölln, aufgenommen am 13.08.2017. (Quelle: dpa/Matthias Tödt)
Audio: Radioeins | 23.07.2019 | Interview mit Anne Grießbach u. Sebastian Stipp | Bild: dpa/Matthias Tödt

Interview | Gewalt gegen LSBTI in Berlin - "Die Gewaltbereitschaft ist in die Höhe gegangen"

Immer wieder werden Lesben, Schwule, Bisexuelle oder Trans in Berlin Opfer von Gewalt. Nicht nur die Straftaten seien gestiegen, auch die Gewaltbereitschaft sei größer geworden, sagen Anne Grießbach und Sebastian Stipp von der Berliner Polizei im Interview.

rbb: Mehr als die Hälfte aller Straftaten gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans in Deutschland werden in Berlin gemeldet. Woran liegt das?

Sebastian Stipp: Im letzten Jahr sind 225 Straftaten passiert. Wir haben eine Fallzahlensteigerung von 2017 um 31 Prozent. Das ist erschreckend. Wir sehen auch eine höhere Gewalt, die angewandt wird. Auf der anderen Seite sind wir mittlerweile auch in der Lage, die Hasskriminalität besser zu erfassen. Es gibt eine bundeseinheitliche Definition. Das andere ist die Vertrauensgeschichte, also vertraut man der Polizei sein Erleben an und möchte mit der Polizei Kontakt haben.

Das heißt, die Opfer sind eher bereit, Anzeige zu erstatten als dass die Taten tatsächlich mehr geworden sind?

Anne Grießbach: Das ist unsere Vermutung, dass die Opfer dieser Straftaten gegen die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität jetzt eher das Vertrauen zur Polizei haben und diese auch zur Anzeige bringen.

Aber subjektiv gehen viele davon aus, dass die Gewaltbereitschaft und die Gewalt zugenommen hat. Woran liegt es, dass es offensichtlich so empfunden wird - auch von Lesben, Schwulen, Bisexuellen oder Trans?

Grießbach: Das wird nicht nur so empfunden. Es ist so, dass die Gewaltbereitschaft auch für uns sichtbar und lesbar in die Höhe gegangen ist. Wir haben massive Gewaltvorfälle und Gewaltausbrüche in Berlin. Es geht nicht nur allein darum, dass jemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung beleidigt wird. Die Opfer erfahren massive Gewalteinwirkung und erleiden Verletzungen, von denen sie ihr ganzes Leben zehren.

Die Opfer erfahren massive Gewalteinwirkung und erleiden Verletzungen, von denen sie ihr ganzes Leben zehren."

Anne Grießbach, Polizei Berlin

Welche Fälle haben Sie in jüngster Vergangenheit besonders erschreckt?

Stipp: Zunächst muss ich noch dazu sagen, dass es ein gesamtgesellschaftliches Problem ist. Homo- und Transphobie haben wir in weiten Teilen unserer Gesellschaft. Die Frage ist, welche Faktoren spielen dafür eine Rolle, dass jemand auch übergriffig wird, dass er Straftaten begeht. Wir haben im letzten Jahr vor allem eine ganze Serie in Neukölln gehabt, wo es äußerst brutal zur Sache gegangen ist. Auch uns stockte hierbei der Atem.

Wir haben ganz gezielt geschaut, wie wir uns vernetzen können. Mit wem können wir gemeinsam Zeichen setzen und diesen gemeinsamen Charakter betonen, dass jeder hinschauen muss. Keine Beleidigungen und keine Straftat darf unter den Tisch fallen. Dass wir auch die Tatverdächtigen ermitteln können. Wir haben eine Abteilung beim Staatsschutz, die sich ausschließlich um homo- und transphoben Straftaten widmet. Auf der anderen Seite möchten wir, dass solche Straftaten erst gar nicht stattfinden.

Wie kann Prävention aussehen, damit solche Straftaten nicht stattfinden?

Stipp: Im Mai haben wir beispielsweise ein Benefizkonzert in der Neuköllner Oper veranstaltet. Wir haben alle zusammen auf der Bühne ein Zeichen setzen können gegen Homo- und Transphobie, aber vor allem auch gegen Ausgrenzung. Wir haben auch festgestellt, dass gerade von rechter Seite das Ganze missbraucht wurde, um auch wieder Muslimfeindlichkeit zu befeuern. Und das kann es natürlich auch nicht sein. Ausgrenzung darf nicht zur Ausgrenzung führen.

Als sich vor 50 Jahren in der New Yorker Christopher Street Schwule, Lesben, Bisexuelle und Trans zum ersten Mal gegen Repressionen gewehrt haben, war der Auslöser eine Razzia der Polizei. Traditionell ist das Verhältnis der Polizei zur queeren Community nicht so gut. Wie sieht das heute aus? Mit welchen Vorurteilen habt Ihr als Ansprechpartner in der Community zu kämpfen?

Grießbach: Bei der Berliner Polizei gibt es eine Ansprechperson für Lesben, Schwule und Bisexuelle seit 1992. Das ist relativ früh, wenn man bedenkt, dass bis 1994 der Paragraf 175 noch im Strafgesetzbuch vorhanden war. Nichtsdestotrotz haben wir dennoch insbesondere aus der schwulen Community ein Vertrauensproblem. Man vertraut der Polizei heute auch immer noch nicht. Die ältere Generation hat natürlich ganz schlimme Sachen erfahren.

Sie ist Opfer von diesen Razzien geworden, war bei Polizeikontrollen dabei, die nicht schön abgelaufen sind. Auch hier müssen wir stetig und ständig in der Szene, insbesondere dem Schöneberger Regenbogenkiez, auf unsere Arbeit hinweisen. Darauf, dass wir im Jahr 2019 so etwas nicht mehr machen. Natürlich passiert so was seit Jahren nicht mehr und für dieses Vertrauen werben wir stetig in unseren Kiezrunden. Wir gehen in die Lokale, reden mit den Wirten, und zeigen, dass wir im Jahr 2019 eine bunte Polizei sind, die auf die Opfer von Straftaten zugeht.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Frauke Oppenberg für Radioeins. Bei diesem Text handelt es sich um eine redigierte Fassung des Gesprächs. Das vollständige Interview können Sie oben im Player hören.

Sendung: Radioeins, 23.07.2019, 11:10 Uhr

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20 Kommentare

  1. 20.

    In meiner Lesbischen Vergangenheit hatte ich nur Privilegien und auf Bausstellen haben mich Betriebe als Tischlerin gerne eingestellt auch habe ich hier keine Diskriminierung erfahren.....das ist ein Klassenkampf und Geschlechterunabhängig.In Monbijourpark wurde ich von Arabischen Jugendlichen angegriffen sie dachten ich sei aus der Synagoge gekommen hatte mein Theaterfrack an mit Hut.Als Be Frau bin viel von allen Seiten angegriffen wurden und als Mutter whrlich mehr Diskriminierung erfahren insbesondere von Frauen.Natürlich heute auf den CSD waren viele Mitläufer und schon wurde auf den Finger auf mich gezeigt sie ist Gay....was geht es Menschen an und das gilt auch der Homoscene in der ich ebenso viel Diskriminierung erfahren durfte...gehöhre zu den die bereits 1979 auf den CSD waren und heute fand ich ihn weder Politisch noch solidarisch.Masse ist ebend nicht klasse und irgentwie fehlen wir die Stonewallkids...auch wir hatten große Aufstände in Berlin, nichts wurde uns geschenkt.

  2. 19.

    Es ermüdet schon sehr, immer wieder daraufhinzuweisen, das besonders in Muslimischen Staaten sogar noch die Todesstrafe für Homosexuelle gilt. In einigen Afrikanischen Staaten wird Homosexuallität immer noch mit Gefängnis bestraft.

  3. 18.

    Angebliche Muslimfeindlichkeit!!!

    Sie können ja spaßeshalber einmal versuchen, in einen muslimischen Staat ihrer Wahl einen Christopher Street Day oder eine vergleichbare Feierlichkeit öffentlich abzuhalten!

    Da werden Sie aber staunen!



  4. 17.

    Da es ohnehin in vielen Fällen ein Kampf ist und psychisch extrem belastend, braucht es hinterher nicht noch den Druck und Vorwürfe, dass das Coming-Out angeblich "zu spät" statt fand. Ich habe homosexuelle Freunde, die mir sagten, dass es diesbezüglich in der Community teils recht harsch zugeht und meist von Schwulen oder Lesben, die es recht leicht hatten, sich als homosexuell zu outen. Das ist überheblich und anmaßend. Und selbst wenn jemand das aus beruflichen Gründen verschweigt, ist das seine Sache und zu respektieren. Ihm/ihr dann anlasten zu wollen, dass damit der Sache geschadet würde, finde ich unfair. Druck von allen Seiten braucht und verkraftet keiner.

  5. 16.

    Je mehr jemand sein Coming Out verdrängt, umso mehr belastet sich diese Person selber mehr und mehr. Vor allem psychisch. Viele Erwachsene sprechen von einem „Befreiungsschlag“ wenn es endlich raus ist und die Öffentlichkeit davon erfährt. So auch bei Herrn Hitzlberger. Elton John,Freddy Mercury, Patrick Lindner, Alfred Biolek u.u.u. Die Liste ist lang. Aber es stimmt. Besonders Jugendliche im pubertären Alter haben oft große Schwierigkeiten damit: „ Wie sage ich es meinen Eltern und Freunden“? Denn nicht alle im vertrauten Umfeld sind dem offen gegenüber gestellt. Besonders in den Gläubigen Familien ( ob nun Christen, Juden oder Muslime) ist es sehr problematisch sich zu Outen. Besonders unter Muslime. Diese müssen in ihren Ländern sogar mit den Tod rechnen. Daher kommt es leider immer häufiger zu Selbstmorden unter Jugendliche. Deshalb bietet die LGBT so viele Hilfsprojekte an wie nur möglich. Insbesonders für die Jugend.

  6. 15.

    Ich finde aber schon, dass es jedem selbst überlassen werden sollte, wann und wie er/sie sich outet. Auch das gehört zur Selbstbestimmung des Menschen. Auch irgendwie eine Form der Intoleranz und des Dogmatismus, es übel zu nehmen, dass das Outing erst später erfolgte.

  7. 14.

    Stimmt. Thomas Hitzlberger hat sich erst nach Ende seiner Fußball Karriere geoutet und das hat ihn die LGBT Community anfangs übel genommen. Er selbst hat sein Schwulsein im Verband sehr deutlich gemacht und anschließend offengelegt, wie schwer er vor seinem Outing damit umzugehen hatte. Klar, wir alle in der Community wünschen uns ein viel offeneren Umgang, besonders im Vereinssport. Nicht nur im Profifußball. Sehr gutes Beispiel ist auch die ehem. Torhüterin und dann Trainerin der Deutschen Frauenfußball Nationalmannschaft ( Ihren Namen habe ich gerade nicht im Kopf)wurde, die nach ihrem Coming Out herausgedrängt wurde. Ersetzt durch eine neue Trainerin.

  8. 13.

    Da haben wir uns ggf. missverstanden. Teilweise offenbar zumindest.
    Mir ging und geht es garnicht um die Verurteilung von Menschen oder ihrer Verhaltensweisen, sondern um die Formulierung von Aufgabenfeldern, die m. E. beackert werden sollten.

    Natürlich und selbstverständlich - da gebe ich Ihnen vollkommen recht - sollte das nicht brachial, aber auch nicht plakativ geschehen, sondern genau auf die Umstände bezogen sein, die Sie nennen. "Zusammenstehen kennt kein Geschlecht", wäre bspw. ein sinnvolles Motto. Wenn es denn überhaupt eines plakativen Mottos bedarf.

    Was den Männer-Fußball angeht, so hat mich das Umgehen nach dem Outing Thomas Hitzlbergers maßlos geärgert. Das betrifft den faktischen Nicht-Umgang des DFB, aber auch das faktische Stillhalten von Homosexuellen-Verbänden, so wie mir das als gewiss Außenstehender vorkam.

  9. 12.

    Herr Krüger, Sie beschreiben es ja schon sehr richtig. Doch ich kann Ihnen hier versichern, die LGBTI Community arbeitet auch weiterhin unermüdlich gegen Homophobie und Gewalt, egal in welchen Bereichen auch immer. Aber eines sollten Sie hier tatsächlich nicht unterschätzen, denn auch ich habe schon auf den Bau gearbeitet, wenn’s draufankommt halten Arbeiter besser zusammen, egal ob schwul oder nicht, als Sie je glauben. Man muß auch nicht immer laut schreien: hört mal her ich bin schwul. Auch habe ich mit 15 Jahren schon in der Stahlfabrik in Hagen gearbeitet und es wurde dort alles geteilt. Man stand zum Feierabend gemeinsam unter den Duschen. Beim Profifußball liegt das oftmals gar nicht an den Spielern, sondern da geht es um den Verein, Sponsorenverträge und eigene private Werbeverträge. Die wären futsch. Von heute auf morgen. Zudem vergessen Sie dabei mal nicht die Fußballfans. Viele können mit einem Outing ihres Lieblingsfußballers nämlich nicht umgehen.

  10. 11.

    Meine Aussage bezieht sich mehr auf das Feld und Umfeld, in denen die hier thematisierten Handlungen stattfinden. Vielleicht gehen Sie mal als zusätzliche Kraft unbefangen in solche Buden hinein und Ihnen fallen die Ohren ab, welche Art von Witzen dort getätigt werden, selbst wenn Sie garnicht in dieser Richtung veranlagt sind. Nur, weil Sie durch irgendeine Bemerkung dazu Anlass gegeben haben.

    Leider wird ein solches Feld von den Homosexuellen-Initiativen genausowenig beackert wie das zweite Beispiel, was ich nannte - den männlichen Profifußball. Außer einem Einzigen, der sich "outete". während alle anderen schwiegen und a Verharmlosen waren, war da nichts zu erkennen .. Natürlich sind im Kreise der Profifußballer keine Überfälle zu erwarten, doch in einem Klima, in dem Männer gefälligst nur mit einschlägig durchgestylten Frauen aufzutauchen haben, ist auch der Grund für "mehr" gelegt.

    Also: Ran an diese Felder, die weitgehend unbeackert sind! Auch wenn´s schwierig wird.

  11. 10.

    "In Bauarbeiterbuden ... kann es zu Übergriffen kommen" - Alberne, wild schwurblend konstruierte Behauptung.
    Wo soll sowas passiert sein? Und wie kommen die Lesbenpärchen von der Straße denn schlagartig vor dem Überfall in die "Baubuden", um sich angeblich angeblich da überfallen zu lassen, wenn es auf der Straße passiert?
    Wieso sollen hier Bauarbeiter irgendwelche Leute attackieren?
    Kommt nicht vor, da schließe ich die ganzen polnischen und britischen Bauarbeiter hier mit ein. Die würden im Gegenteil helfen, wenn sie solche Sachen sehen würden. Solche Vorfälle gab es allerdings auf der Straße schon mehrmals.

  12. 9.

    Berlin ist multikulturell und liberal und offen. Dies betrifft auch die Mehrheit der Bevölkerung. Einzelne ticken immer wieder aus und haben eine andere Einstellung. Berlin ist somit eine Großstadt, die alle möglichen Menschen beherbergt. Auch solche, die Queere ablehnen. 225 Straftaten und ein Anstieg um 31% erscheinen viel, sind aber bei einer Metropole doch eher gering. Schlimm ist es dennoch.

  13. 8.

    Tendenziell dürfte die Akzeptanz verschiedener geschlechtlicher Orientierung gestiegen sein. Vor allem nach Auslaufen der verknöcherten und verhärmten Adenauerzeit, die mit ihren Nachwehen allerdings gut 20 Jahre über dessen Tod hinausreichte. Bis dahin hatte es keine Bundesregierung gewagt, diesen Diskriminierungsparagraphen abzuschaffen, sodass der andere deutsche Staat, die DDR, recht mutig dabei voranging.

    Heute sehe ich Diskriminierungstendenzen in mehreren Bereichen. In der Kunst und der herkömml. Politik keinesfalls. In klass. Büroberufen: kaum. In Bauarbeiterbuden und im Männer-Profifußball: ganz klar. Im Erstgenannten kann es zu Übergriffen kommen, die Zweiten schneiden Denj, der nicht mit einer Frau an seiner Seite aufwarten will.

    Wo religiöser Fundamentalismus herrscht auch. In Bayern wie im Ausland bspw. in Polen: von Christen ausgehend, in der Türkei und vermehrt in Kreuzberg und Neukölln bei Muslimen.

  14. 7.

    Sie haben im Ansatz schon recht. Eine gewisse Transparenz, was für Menschen hauptsächlich die Angreifer sind, könnte auch helfen, deren Aggressionen und Hass gegen LSBTI anzugehen. Aufklärung zu schaffen, Berührungsängste zu reduzieren und Toleranz zu erzeugen. Wäre sinnvoll. Nur besteht halt die Gefahr, dass viele Bürger mit den Informationen nicht umgehen könnten und sich gesellschaftliche Gräben noch vertiefen könnten. Wenn man alleine hier im Kommentarbereich erlebt, wie sich zu manchen Themen schon an den Kragen gegangen wird...

  15. 6.

    Letzteres wird solange nicht der Fall sein, wie ganz allgemein nicht zwischen Ursache und statistischem Zusammenklang unterschieden wird.

    Ein Medizinstatistiker hat das für mich mal recht treffend und auch reichlich amüsant auf den Punkt gebracht:
    Wir können zweifelsfrei feststellen, dass ein überdurchschnittlicher Anteil von Millionären glatzköpfig sind. Dennoch würde ich niemanden raten, sich die Haare zu scheren, um reich zu werden.

    Woran liegt´s?
    Von wenigen Menschen abgesehen, die durch Start-ups bereits in jungen Jahren begütert sind, ist dies allerdings erst im Laufe des Lebens der Fall. So geschieht tendenziell ein Gleichlauf zwischen Haarausfall und Zuwachs an Ersparnissen, ohne dass der Haarausfall nun die Ursache des anderen wäre.

    Sind unter der musl. Gemeinschaft tendenziell viele junge Männer unterhalb von 30 und ist die Gewaltbereitschaft überproportional hoch, liegt es kaum an der Glaubensrichtung, sondern pur am Lebensalter, weshalb mal zugelangt wird.

  16. 5.

    Es ist wichtig, dass in der Polizei für Vergehen u. Straftaten aus homo- o. transfeindlicher Motivation spezielle Ansprechpartner*innen zur Verfügung stehen. Was dadurch nicht abgeschafft ist, ist institutionelle Ausgrenzung durch die Behörde selbst, beginnend in der eigenen Ausbildung. Wer von entsprechenden Taten betroffen ist, wird sich unabhängige(!) Beratungen suchen, die auch Rechtsberatung anbieten, um dann ggf. gerichtlich gegen die mutmaßlichen Täter*innen vorzugehen. Polizei u. Staatsanwaltschaften sind für sekundäre Viktimisierung bekannt, ein Konstruieren einer Mitschuld an der Tat seitens Betroffener.

    Es ist unwahr, dass es polizeigeführte Übergriffe u. Razzien nicht mehr gäbe:
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2018/12/kontrollen-polizei-queer-schwule-clubs-berlin-schoeneberg.html

    Die Polizei hat nicht auf Vertrauen zu bauen, sondern sich an Recht zu halten. Polizei ist potenziell eine dauerhafte Gefährdung der fdGO u. muss in ihrer Arbeit kontrolliert werden.

  17. 4.

    Die Zunahme Straftaten gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans besonders in Berlin ist in der Tat alarmierend, finde ich.
    „…vor allem eine ganze Serie in Neukölln….“, wo der der Anteil ausländischer bzw. deutscher Bevölkerung mit Migrationshintergrund 55,68%, also mehr als die Hälfte ausmacht (Wikipedia, Zahlen vom 30.06.2017).
    Herr Stipp sagt, und das sicherlich zurecht, dass eine diese Straftatenserie in Neukölln von rechter Seite missbraucht wird, um Muslimfeindlichkeit zu befeuern.
    Frage: Warum macht die Polizei bei den genannten 225 Straftaten im Jahre 2018 eigentlich keine Angaben zu den Tätern, jedenfalls, so weit dies möglich ist?
    So könnte doch der „rechten Seite“ diesbezüglich ganz leicht der Wind aus den Segeln genommen werden – oder irre ich hier?

  18. 3.

    Zu den Tätern wird wieder herumgeiert bzw. gar nichts gesagt. Wer sind denn die Täter nun? Ich kann mir meinen Teil schon denken bzw. aus den entsprechenden Polizeimeldungen herauslesen.

  19. 2.

    Die viel zu späte Abschaffung des § 175 StGB war für die BRD kein Ruhmesblatt und zeigt mal wieder wie Nazi-Ideologie in den Gesetzbüchern und Köpfen und Ämtern nach 1945 noch nachwirkt. Andersseiende und ~lebende bzw. ~liebende zu bedrohen und zu beleidigen und in Angst zu versetzen erschließt sich mir überhaupt nicht. Was sind das für Schwachmaten, die dafür Kraft, Zeit und Energie aufwenden um sich dann hinterher noch geiler/stärker zu fühlen? Verstehick nicht.

  20. 1.

    Also zuersteinmal ein dickes Lob an die Arbeit dieser beiden. Und ja insbesonders in Berlin braucht es auch für uns eine solche Polizeiliche Anlaufstelle. Doch muß gerade bei den Ordnungshütern noch viel Auklärungsarbeit geleistet werden um für mehr gegenseitiges Verständnis zu sorgen. Danke an rbb24 für die Veröffentlichung des Interviews.

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