Aus einem 30000 Liter fassendem Faltbehälter werden Löschfahrzeuge beim Großbrand in der Lieberoser Heide betankt. Quelle: dpa/Bernd Settnik
Audio: Antenne Brandenburg | 10.07.2019 | Daniel Friedrich | Bild: dpa/Bernd Settnik

Waldbrand in der Lieberoser Heide - Feuerwehr hofft auf günstigen Wind

Etwa 100 Hektar Fläche stehen in der Lieberoser Heide in Brand - ausgerechnet auf munitionsbelasteten Böden. Das erschwert die Löscharbeiten und auch die Prognosen. Die Einsatzkräfte kämpfen gegen die Erschöpfung - und hoffen auf günstigen Wind.

Das Feuer in der Lieberoser Heide ist unter Kontrolle. Die gut 50 Einsatzkräfte sind zurzeit damit beschäftigt, den Brand weiter zurückdrängen. In der Nacht zum Mittwoch standen in dem Gebiet im Landkreis Dahme-Spreewald noch rund 100 Hektar in Flammen, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle Lausitz sagte. Probleme machen nun vor allem noch unterirdische Glutnester in Moorgebieten. Weil diese wieder bis an die Oberfläche durchglühen können, hoffen die Löschkräfte jetzt auf günstige Windverhältnisse. "Problematisch wird es definitiv, wenn der Wind auffrischen sollte - Funkenflug könnte alles wieder anfachen", erklärte er. 

Der Brand der Moore erschwert die Arbeiten der Einsatzkräfte erheblich. Durch den Torf brenne das Feuer beständig, hieß es. "Es ist noch lange nicht aus." In den vergangenen Tagen hatten sich die Löschkräfte vor allem darauf konzentriert, eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Weiterhin konzentrieren sich die Kräfte am Boden, die Wege zu bewässern. Nah an das Feuer heran dürfen sie nach wie vor wegen der hohen Explosionsgefahr nicht.

Niemand weiß, was in den Böden liegt

Nach Angaben eines Landkreis-Sprechers vom Dienstag konzentriert sich das Feuer vollständig auf das munitionsverseuchte Gebiet eines früheren Truppenübungsplatzes zwischen den Ortschaften Byhlen und Klein Liebitz. Die Löschkräfte zwingt dies zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen, weil Detonationen drohen. 

Allerdings dauert der Einsatz inzwischen auch so lange, dass die Feuerwehrleute gegen die Erschöpfung ankämpfen. Die einzelnen Feuerwehren arbeiten in der Lieberoser Heide in 24-Stunden-Schichten, mitten in der Ferienzeit. Zudem würden viele der freiwilligen Feuerwehrleute noch für andere Arbeitgeber beschäftigt sein. "Da muss sich die Politik langsam mal etwas einfallen lassen, forderte der stellvertrende Kreisbrandmeister Andreas Ziesemer im rbb. Zumal es ohnehin immer weniger ehrenamtliche Feuerwehrleute gebe.

Mithilfe von überegionalen Kräften soll die Lage in den kommenden Tagen soweit entschärft sein, dass die Lieberoser Heide am Donnerstag zur Brandwache übergeben werden kann. Mit rund 27.000 Hektar war die Lieberoser Heide in der Brandenburger Niederlausitz einer der größten Truppenübungsplätze der DDR. Davor, in der NS-Zeit, hatte eine SS-Division von 1942 bis 1945 den Platz genutzt.

Unterstützung aus der Luft geht weiter

 

Von 1947 an übernahmen die sowjetischen Streitkräfte das Gelände. Von 1947 bis 1992 wurden auf dem Truppenübungsplatz Munition und neue Waffentechnik getestet. Was genau in den Böden liegt, können Experten bis heute nicht klar sagen.

Ein als rote Zone bezeichnetes Sperrgebiet darf aus Sicherheitsgründen niemand betreten. Kenntlich gemacht ist es durch ein Schrankensystem. Der Brand konnte deshalb zuletzt den Angaben zufolge vom Boden aus nur von einer Seite angegangen werden.

Bei einem vorangegangenen Großbrand vor zwei Wochen habe man das Gebiet noch komplett umfahren und von jeder Seite löschen können. Unterstützt wird die Feuerwehr daher aus der Luft - von einem Hubschrauber der Bundespolizei, der 2.000 Liter Wasser fassen kann.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.07.2019, 7 Uhr

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