Feuerwehrfahrzeuge stehen im Wald. In Brandenburg ist die Feuerwehr weiter im Einsatz. Quelle: dpa/Julian Stähle
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Audio: Antenne Brandenburg | 09.07.2019 | Daniel Friedrich | Bild: dpa/Julian Stähle

Großbrand in Brandenburg - Zwei Moore jetzt Brandschwerpunkte in der Lieberoser Heide

Keine Verschnaufpause für die Einsatzkräfte in der Lieberoser Heide: Am vierten Tag des Brandes stehen jetzt vor allem große Moorgebiete in Flammen. Das Umweltministerium hat entschieden, den Waldbrandschutz deutlich aufzustocken.

In der Lieberoser Heide (Dahme-Spreewald) sind die Feuerwehrleute weiter im Dauereinsatz. Bislang halten sie den Brand auf 100 Hektar Fläche unter Kontrolle. "Grundlegend hat sich nichts verändert, die Lage ist stabil", bestätigte der Sprecher des Landkreises, Bernhard Schulz, am Dienstag. Der Landkreis hatte am Montag den Brand als Großschadenslage eingestuft und die Einsatzleitung übernommen. Gefahr für die Anwohner bestehe nicht.

54 Feuerwehrleute sind mit 18 Fahrzeugen vor Ort. Sie werden von einem Löschhubschrauber der Bundespolizei unterstützt. Der Helikopter schöpft für jeden Löschflug 2.000 Liter Wasser aus einem nahegelegenen See und kippt es über dem brennenden Wald aus. Auch eine Drohne soll zum Einsatz kommen. Sie könne von oben eventuelle neue Feuer und Glutnester ausmachen, wie der Feuerwehrsprecher sagte.

Feuer in der roten Zone

Brandschwerpunkte sind derzeit zwei Moore. Durch den Torf brenne das Feuer dort beständig. Die Feuerwehr wolle deshalb in das Löschwasser ein Mittel dazugeben, das die Oberflächenspannung des Wassers durchbreche und in den Randbereichen besser in den Boden eindringen könne, wie der Sprecher weiter erklärte.

Die Brandbekämpfung wird nach Angaben des Landkreis-Sprechers dadurch erschwert, dass der ganze jetzige Brand in einem munitionsbelasteten Gebiet eines früheren Truppenübungsplatzes liege. Die sogenannte rote Zone, die durch ein Schrankensystem kenntlich gemacht ist, dürfe niemand betreten. Man komme deshalb vom Boden aus nur von einer Seite an den Brand heran, sagte Bernhard Schulz. Bei dem Großbrand vor zwei Wochen habe man das Gebiet noch komplett umfahren und von jeder Seite löschen können.

Freiwillige Feuerwehr stoße an ihre Grenzen

Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute kämen in der dritten Woche Dauereinsatz an ihre Grenzen, sagte der stellvertretende Kreisbrandmeister Ziesemer im rbb. "Man darf nicht vergessen, dass die Kameraden auch ein Privatleben haben und auch mal arbeiten gehen müssen." Die Politik müsse sich langsam mal Gedanken darüber machen. "Wir werden immer weniger ehrenamtliche Mitglieder", so Ziesemer im rbb.

36 neue Mitarbeiter für den Schutz gegen Waldbrände

Angesichts der zunehmenden Waldbrandgefahr in Brandenburg kündigte das Umweltministerium am Dienstag eine personelle Aufstockung des Landesbetriebs Forst an: Noch in diesem Jahr sollen 36 zusätzliche Mitarbeiter für die Prävention von Waldbränden in der Mark eingestellt werden. Die ersten 17 Mitarbeiter sollen ihre Stellen bereits im Juli antreten, wie das Umweltministerium in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linke-Fraktion im Landtag mitteilte. Die weiteren Stellen sollen bis September besetzt werden.  

Die Landesregierung hatte angesichts der verheerenden Waldbrände im vergangenen Jahr den Stellenplan beim Landesbetrieb Forst im Doppelhaushalt 2019/20 aufgestockt. 17 der neuen Mitarbeiter sollen als zusätzliche Förster die Beratung und Koordination zum Waldbrandschutz in den besonders gefährdeten Gebieten übernehmen. Weitere neue Mitarbeiter werden bei der Videoüberwachung in den Waldbrandzentralen in Wünsdorf und Eberswalde eingesetzt. 

Der Beginn des letzten großen Brandes in der Lieberoser Heide ist knapp 15 Tage her. Über einen Zeitraum von knapp eineinhalb Wochen hatte das Feuer die Einsatzkräfte beschäftigt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 09.07.2019, 13 Uhr

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Und wird dann auch die Munitionsberäumung beschleunigt oder in Gang gesetzt?

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