26.07.2019, Brandenburg, Jüterbog: Feuerwehrmänner löschen den Waldbrand auf früherem Truppenübungsplatz bei Jüterbog. (Quelle: dpa / Monika Skolimowska)
Video: Brandenburg aktuell | 27.07.2019 | Julia Baumgärtel | Bild: dpa / Monika Skolimowska

Mehr als 100 Hektar - Feuerwehr löscht großen Waldbrand bei Jüterbog

Mehr als zwei Tage war die Feuerwehr auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog im Einsatz. Unterstützt wurde sie von Löschhubschraubern. Am Samstag schließlich die Entwarnung: Der Waldbrand ist gelöscht.

Der Brand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Teltow-Fläming) ist gelöscht. Das hat der stellvertretende Bürgermeister Joachim Wasmansdorff am Samstag dem rbb mitgeteilt. "Dort gibt es keine Flammen mehr, wir haben alle Feuerwehrleute abgezogen", sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Brandenburg am Mittag.

Brandbekämpfung "unter schwierigsten Bedingungen"

Bis Freitagabend war eine Fläche von mehr als 130 Hektar abgebrannt. Die Flammen hatten sich seit Donnerstag aufgrund der Trockenheit rasch ausgebreitet.  Der Brand konnte wegen der Munitionsbelastung auf dem früheren Truppenübungsplatz zeitweise nur aus der Luft gelöscht werden. "Man hat es zwischendurch immer wieder knallen hören, da ist wohl Einiges an Munition hochgegangen", sagte Wasmansdorff.  

Innenstaatssekretärin Katrin Lange dankte den Einsatzkräften. "Unter schwierigsten Bedingungen bei extremer Hitze und oft ungünstigen Winden haben Feuerwehr und sonstige Einsatzkräfte bei der erfolgreichen Brandbekämpfung in den letzten Tagen erneut große Professionalität und hohe Einsatzbereitschaft unter Beweis gestellt", sagte sie.

Zwei Löschhubschrauber der Polizei in der Luft

Probleme bereiteten den Einsatzkräften die Kampfmittel, die auf dem früheren Truppenübungsplatz im Boden lagern. Das Gebiet darf von den Feuerwehrleuten aufgrund der hohen Explosionsgefahr nicht betreten werden. Sie konzentrierten sich deshalb darauf, von Wegen aus Brandschutzstreifen zu bewässern, um das Feuer in Schach zu halten.  Zwei Löschhubschrauber der Landes- und Bundespolizei bekämpften das Feuer aus der Luft.

Dafür war bereits am Donnerstag ein flexibler Tank mit rund 25.000 Litern Wasser aufgebaut worden - ein Hubschrauber kann bei jedem Anflug etwa 2.500 Liter tanken. Zudem waren zehn Tanklöschfahrzeuge und fünf Löschfahrzeuge vor Ort, wie ein Sprecher des Ordnungsamts Jüterbog sagte. 

Brand im Juni wütete eine Woche lang

Erst im Juni hatte es an anderer Stelle auf dem Areal des Truppenübungsplatzes einen verheerenden Waldbrand gegeben. Zum Teil sind nun laut Wasmansdorff dieselben Flächen betroffen. Der Brand war damals nach einer Woche unter Kontrolle gebracht worden. Tagelang mussten noch Glutnester bekämpft werden. Zeitweise brannten 744 Hektar - eine Fläche größer als 1.000 Fußballfelder. Es war bislang der größte Waldbrand in Brandenburg.

Der ehemalige Truppenübungsplatz wurde bis 1992 militärisch genutzt. Alte Kampfmittel verrotten dort seit Jahrzehnten im Boden mit einer unberechenbaren Wirkung.

Insgesamt sind nach Angaben der Polizei rund 392.000 Hektar Fläche in Brandenburg mit Munition belastet. Das entspricht mehr als 13 Prozent der 2,9 Millionen Hektar Gesamtfläche des Bundeslandes. Das gefährliche Material kann aufgrund der hohen Kosten für einen Einsatz erst nach und nach geborgen werden. Die Kampfmittelschwerpunkte sind in den Kreisen Märkisch-Oderland, Dahme-Spreewald, Teltow-Fläming und Oder-Spree. Als besonders belastet wegen starker Bombardierung im Zweiten Weltkrieg gelten auch die Städte Oranienburg, Brandenburg, Cottbus, Potsdam, Neuruppin und Schwarzheide sowie Ruhland.

Sendung: Inforadio, 27.07.2019, 08:20 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

3 Kommentare

  1. 3.

    Forst Zinna ist mir bekannt. Aber das Waldbrände einfach so entstehen, wage ich in einigen Fällen zu bezweifeln. Seit Jahren machen sich im Freizeitsektor die sogen. Bushcrafter breit. Diese Leute ziehen durch die Wälder und machen standesgemäß ein offenes Feuer. Die wissen, dass es verboten ist und dringen deshalb tief in den Wald ein, damit sie niemand entdeckt. Man sollte endlich mal anfangen, sich auch um dieses Problem zu kümmern. Auf YouTube gibt es unzählige Videos, in denen diese Leute ihre Delikte dokumentieren. Niemand stoppt sie, weil keiner von ihnen je etwas hörte. Selbst die Polizei, Feuerwehr, Förster, Jäger ... haben noch nie etwas von Bushcraft gehört. Aus dem Grunde weiß auch niemand, was in den Wäldern Deutschlands passiert. Für Bushcrafter ist der Wald ein rechtsfreier Raum. Und deshalb bin ich davon überzeugt, dass Waldbrände auch schon durch diese Leute verursacht wurden. Es werden immer mehr und sie sind für den Wald auch aus anderen Gründen schädlich.

  2. 2.

    Es liegen immer irgendwo Zigarettenkippen und Glasflaschen im Gras. Speziell in Brandenburg, wo es ohnehin immer sehr trocken ist und es ja gerade einen großen Waldbrand gab, fand ich kürzlich mehrere Glasflaschen im Gras. Wer so primitiv ist, seinen Müll, speziell solche brandgefährlichen Gegenstände, in die Landschaft zu werfen, gehört so hart bestraft, dass er bis an sein Lebensende daran denkt. Leider wird kaum einer erwischt.

  3. 1.

    Vielen Dank allen beteiligten Personen und Institutionen.
    Kampfmittelbeseitigung ist teuer und zeitintensiv, aber durch Warten wird das Problem eher größer als kleiner. Wir sollten mal ernsthaft die Finanzierungsschwerpunkte unserer Politiker überprüfen.

Das könnte Sie auch interessieren

Zelten mit Blick in den Himmel (Quelle: rbb/ Susanne Hakenjos)
rbb / Susanne Hakenjos

Zeltsurfen in Brandenburg - In fremden Gärten frei campen

Wild-Campen oder Biwakieren sind verboten. Outdoor-Fans finden aber Möglichkeiten, ihr Zelt legal und sogar kostenfrei auf fremden Grundstücken aufzuschlagen - über eine digitale Landkarte. Das findet immer mehr Unterstützer. Von Susanne Hakenjos