Screenshot von Pink´s Instagram Account
Bild: Screenshot/rbb

Instagram-Posting - Pink verteidigt Foto ihrer Kinder in Holocaust-Mahnmal

Die US-amerikanische Popsängerin Pink hat ein Foto bei Instagram gepostet, auf dem ihre beiden Kinder durch die Stelen des Berliner Holocaust-Mahnmals laufen - und es bereits vorab vor Kritik verteidigt [instagram.com]. "Die Person, die dies (Anm.d.Red.: das Mahnmal) erschaffen hat, glaubte daran, dass Kinder Kinder sein können. Für mich hat es die Bedeutung, das Leben nach dem Tod zu feiern", erklärte die 39-Jährige in dem Instagram-Post. Zudem seien sie und ihre Kinder jüdisch.

Damit bezieht sich die Sängerin auf eine Aussage des Mahnmal-Architekten Peter Eisenmann, die der US-Amerikaner bereits 2005 in einem "Spiegel-Online"-Interview tätigte: "Das Denkmal ist kein heiliger Ort. Menschen werden im dem Feld picknicken. Kinder werden in dem Feld Fangen spielen. Es wird Mannequins geben, die hier posieren, und es werden hier Filme gedreht werden", sagte Eisenmann damals.

Shitstorm nach Fotoshooting vor Mahnmal

Erst vor einigen Tagen hatte das Werbe-Foto einer jungen Frau bei Instagram eine Welle der Empörung ausgelöst, auf dem sie vor den Stelen des Holocaust-Mahnmals posiert, darunter ein Rabatt-Code. Wer den Code nutze, erhalte 20 Prozent. Mehr als 300.000 Menschen folgen der jungen Frau auf Twitter.

Unter ihrem Post fragten viele, wie jemand auf die Idee komme, das Holocaust-Mahnmal für ein Fotoshooting zu nutzen - und warum solche Posts überhaupt öffentlich blieben. Instagram ließ auf Anfrage über eine Hamburger Presseagentur mitteilen, Posts von Influencern fielen unter die Gemeinschaftsregeln [instagram.com]. Die Facebook-Tochter prüfe nur die Inhalte der Anzeigen, die direkt bei ihr geschaltet werden. So lange sich niemand über Influencer konkret beschwert, tue das Unternehmen nichts.

Später entschuldigte sich die junge Frau und löschte das Foto.

Die Musikerin Pink ("Just Like A Pill", "So What") spielte am Sonntagabend im Rahmen ihrer Deutschland-Tour ein zweistündiges Konzert im Berliner Olympiastadion und holte dabei auch ihre achtjährige Tochter Willow auf die Bühne. Von ihrem Aufenthalt postete sie außerdem ein Foto vom Gendarmenmarkt und davon, wie sie in einer Bar Cocktails mixt.

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4 Kommentare

  1. 4.

    Oh, sind wir wieder das Betroffenheitsvolk? Darf man im Stelenfeld nur flüstern und mit andächtig gesenktem Kopf durch die Gegend laufen? Darf ich dort demnächst Ordner erwarten, die mich zur Ruhe auffordern?

    Menschen die keine Probleme haben, machen sich welche.

    Die Äußerungen des Architekten Eisemnann hatte ich seinerzeit schon mal gelesen und fand ihn erfreulich unaufgeregt ob seines Bauwerks. Eine nachahmenswerte Einstellung. Gibt es denn ein schöneres und symbolträchtigeres Bild als spielende Kinder in einer solchen Gedenkstätte?

  2. 3.

    Ich glaube kaum, dass der Friedhof in Weißensee irgendeine geschichtliche Bedeutung für Deutschland hat. Zudem ist das eine ein Denkmal und das andere ein Bestattungsort. Und wenn ihnen der Friedhof in Weißensee nicht gefällt, dann sollten sie mal die Besitzer der Gräber ansprechen. Welche Denkmäler gefallen ihnen in Berlin nicht, oder ist es nur das Holocaust-Denkmal?

  3. 2.

    Die politische Korrekten kotzen mich an - was soll ich dazu sagen: "Es sind Kinder!".
    Und da gebe ich @Robert Recht. Wo bleibt der Aufschrei derer, die sich hier aufregen, aber den Jüdischen Friedhof verrotten lassen?

  4. 1.

    Ich denke, solange (unter anderem) der Friedhof in Weißensee verrottet, sollte man nicht aber und aber neue Denkmäler bauen. Irgendwann muss auch mal genug sein.
    Das Ansinnen mit dem Denkmal ist wohl gescheitert. Berlin / Zentrum / Touris.. das juckt die gar nicht.

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