Suesswasserqualle (Craspedacusta sowerbyi, Microhydra sowerbyi), im Freiwasser schwebend. Quelle: dpa/ A. Hartl
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Audio: rbb 88.8 | 10.07.2019 | Silja Sodtke | Bild: dpa/A. Hartl

"Massenentwicklung" der Craspedacusta sowerbii - Tausende Quallen in Gewässern rund um Berlin vermutet

In den Gewässern rund um Berlin gibt es im Moment offenbar tausende Süßwasser-Quallen der Spezies Craspedacusta sowerbii. Man könne von einer Massenentwicklung sprechen, sagte Derk Ehlert von der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz der Deutschen Presseagentur.

Vor allem an Ober- und Unterhavel sowie am Müggelsee und dem Tegeler See seien derzeit viele der Quallen zu finden. Zuletzt hatten mehrere Medien über ein Vorkommen vor allem an einer Badestelle in Spandau berichtet.

Niedrige Temperaturen bremsen die Verbreitung der Quallen

Aktuell sei die Entwicklung der Craspedacusta sowerbii wegen der gesunkenen Temperaturen aber wieder gebremst, sagte Ehlert. Sie bräuchten Wassertemperaturen von mehr als 25 Grad, um sich zu entwickeln. Laut Informationen des Naturschutzbunds [nabu.de] hat das Auftreten der etwa Zwei-Euro-Stück-großen Quallen nichts mit der Qualität des Wassers zu tun. In kühleren Jahren bleibt die Süßwasserqualle als nur zwei Millimeter große Larve am Boden der Gewässer festgewachsen und so meist unbemerkt.

In warmen Jahren treiben die Tiere an sonnigen Tagen zur Wasseroberfläche, um dort nach Beute zu suchen. Sie ernähren sich von Kleinstlebewesen wie Einzellern, Kleinkrebsen und Rädertierchen. Für den Menschen sind die winzigen Nesselzellen an ihren Fangarmen vollkommen ungefährlich. Die Tiere bestehen zu 99,3 Prozent aus Wasser.

Erstmals gesichtet worden seien die eingeschleppten Quallen an der Havel schon im Jahr 1995, in Berlin 2003. Ihren Ursprung hat die Art wahrscheinlich im chinesischen Jangtse-Fluss. Der Naturschutzbund vermutet, die Qualle könne über eine aus Asien importierte Teichpflanze nach Europa gelangt sein. Zum ersten Mal sei sie 1880 im Seerosenbecken des botanischen Gartens in London entdeckt worden. Heute ist die Süßwasserqualle auf der ganzen Welt, außer der Antarktis, verbreitet. Sie vermehrt sich ungeschlechtlich, indem sie sich teilt.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Erst Sumpfkrebse, jetzt Quallen - der Tisch des Gourmets wird stets bereichert. Rausfischen und auftischen !

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