Ein Schild an einer Absperrung vor dem Wandlitzsee warnt vor Munition und weist auf Lebensgefahr hin. (Quelle: rbb/Sabine Prieß)
Bild: rbb/Sabine Prieß

Lebensgefahr durch Kriegsmunition - Badegäste dringen in gesperrten Bereich am Wandlitzsee ein

Mehrere Badewütige sind am Sonntag in einen abgesperrten Bereich am Wandlitzsee (Landkreis Barnim) eingedrungen. Das Strandbad und Teile des Sees sind zurzeit gesperrt, weil Kriegsmunition im gesamten See gefunden wurde.

In den eindeutig gesperrten Bereichen hätten sogar Familien mit Kindern gelegen, sagte Ilka Paulikat, die Leiterin des Wandlitzer Ordnungsamtes rbb|24 am Montag. Der Bauzaun mit den Schildern, die vor Lebensgefahr warnen, sei zur Seite geschoben und teilweise zerstört worden. Paulikat bezeichnete das Betreten des Bereichs als "absolut unvernünftig". "Wir wissen nicht mehr, wie wir den Bereich noch sichern sollen, um den Leuten zu verdeutlichen, dass eine Gefahr für ihr Leben besteht", so Paulikat.

Aus dem Nichtschwimmerbereich des Strandbads, seien erst vor Kurzem 23 Kilogramm Kampfmittel geborgen worden, sagte Paulikat. Darunter befinde sich auch eine Panzerabwehrgranate, die vor Ort gesprengt werden muss. In der vergangenen Woche sei ein Besucher im Wasser nur einen Meter von der Granate entfernt gesichtet worden.

Wiedereröffnung noch unklar

Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamts hätten am Sonntag versucht die Menschen zum Gehen zu bewegen - erfolglos. Erst nachdem die Polizei zu Hilfe gerufen wurde, hätten die Eindringlinge den Bereich verlassen. Das bestätigte die Polizeidirektion Ost rbb|24 am Montag. Das Ordnungsamt Wandlitz will nun Anzeige wegen Hausfriedensbruchs stellen. 

Wann das Strandbad und die gesperrten Bereiche wieder freigegeben werden, kann Paulikat nach eigener Aussage noch nicht abschätzen. "Wir hoffen, dass es schnell geht, aber es ist eine große Fläche". Zwei Tauchteams seien mit den Räumungsarbeiten beschäftigt.

Das Surfcenter Wandlitz in der Nähe des Strandbads ist von der Absperrung nicht betroffen und hat regulär geöffnet. Der Surfschule sei ein Bereich im Wasser zugewiesen worden, der bereits geräumt ist, so Paulikat.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

9 Kommentare

  1. 9.

    Auf den Bildern sind sogar Piktogramme. Wozu also mehrsprachige Schilder?

    Aber offenbar sind diese Leute nicht mal fähig, diese zu interpretieren.

  2. 8.

    Man sollte hierzulande unbedingt diese Schilder mehrsprachig aufstellen

  3. 7.

    Da werden Zäune verschoben,Ordnungsamt wird ignoriert...was ist bloß los? Macht hier jeder was er will?
    Bei uns war eine Straße gesperrt,wegen Bauarbeiten, Absperrung wurde abends von Autofahrern beseitigt ,es wurde über die Baustelle gefahren .

  4. 6.

    Richtig. Gesetze gelten für die Meisten nur noch, wenn eine Instanz vor Ort ist, die die Einhaltung derselben erzwingt und kontrolliert. Diese Tendenz ist in allen Bereichen deutlich erkennbar. Und wenn etwas passiert...ist bestimmt die Politik schuld. Eigenverantwortliches Handeln wird überbewertet.

  5. 5.

    Was macht das denn für einen Unterschied! Aber wenn was passiert, ist natürlich auch wieder der Staat schuld.

  6. 4.

    Vielleicht hätte man sich auch schon vor Jahren darum kümmern sollen? Warum erst jetzt?Oder war die Entsorgung zu kostenintensiv?

  7. 3.

    In Deutschland ist es doch schon zur Normalität geworden Verbote zu ignorieren. Jeden einzelnen zur Kasse bitten. Aber nicht unter 100,00 €.

  8. 2.

    @Jemand: zwei Doofe, ein Gedanke. Meiner lautete: einfach oberirdisch ein paar Tretminen verlegen.
    Wer dann meint, ausprobieren zu müssen, ob die "echt" sind, ist selber schuld.

    Auch hier an Schlachtensee und Krumme Lanke gibt es haufenweise Leute, die auch meinen, sie seien gleicher als andere und wären privilegiert/hätten die Lizenz zur Umweltschädigung.

  9. 1.

    Vielleicht einfach ein paar entschärfte Blindgänger und Fliegerbomben an den Strand legen und Bilder von amputierten Gliedmaßen, damit die Leute verstehen...

Das könnte Sie auch interessieren