Ein Schäfer bringt eine Schafherde zum Grasen auf das Tempelhofer Feld in Berlin. (Quelle: imago/tagesspiegel)
Bild: imago/tagesspiegel

Entwicklung des Feldes - Schafe, Schatten und Trinkbrunnen auf dem Tempelhofer Feld

Segwayfahrer, Kiteboarder und Skater sind ein vertrauter Anblick auf dem Tempelhofer Feld. Künftig soll ein im innerstädtischen Bereich eher ungewöhnliches Bild dazukommen: Eine Schafherde soll den Wiesenbreich pflegen. Nicht die einzige Änderung.

Schafe sollen in Zukunft dabei helfen, das Tempelhofer Feld in Berlin zu pflegen. Das geht aus einer Antwort der Senatsumweltverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen zur ökologischen Entwicklung des stillgelegten Flughafens hervor.

Demnach sollen in den nächsten fünf Jahren Schafe dabei helfen, Teile des Feldes in Form zu halten. Zunächst 25 Schafe sollen ab August zum Einsatz kommen. Zum Schutz der Feldlerchen starte die Beweidung erst nach der Brutzeit der Vögel, hieß es. Bereits im vergangenen Herbst weideten Schafe auf dem Tempelhofer Feld. Die Beweidung durch einen Wanderschäfer sei ein Publikumserfolg gewesen, so die Umweltverwaltung.

Randbepflanzung und "spontan wachsende Bäume"

An den Eingängen zum Tempelhofer Feld sollen laut der Senatsantwort zudem Trinkbrunnen entstehen – je ein Brunnen am Eingang Tempelhofer Damm und am Eingang Columbiadamm. Bis zu vier Brunnen sind im Teilbereich Oderstraße geplant, allerdings müssen die Kosten noch geklärt werden. Hier sind den Angaben zufolge auch neue Sportflächen geplant.

Außerdem sollen an den Rändern des Feldes, im äußeren Wiesenring, neue Bäume gepflanzt werden. An der Oderstraße seien mehr als 100 neue Bäume geplant. Für den inneren Wiesenring soll zwar die Weite erhalten bleiben, "spontan wachsende Bäume", würden jedoch "gehalten und gefördert", so die Verwaltung. Allerdings hätten auf dem Tempelhofer Feld seit 2010 auch etwa 100 Bäume gefällt werden müssen, "um die Besucherinnen und Besucher vor Gefahren zu schützen". Welche Gefahren das waren, ging aus der Antwort nicht hervor.

Lompscher gegen Bebauung

Seit einem Volksentscheid 2014 ist gesetzlich festgelegt, dass das Tempelhofer Feld nicht bebaut werden darf. Zuletzt hatte Berlins Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) noch einmal betont, sie sehe trotz großen Drucks auf dem Wohnungsmarkt keinen Anlass, das Tempelhofer Feld zu bebauen. Erstens gelte das Tempelhof-Gesetz, das eine Bebauung ausschließe. Zweitens gelte es, das Ensemble aus Flughafengebäude und Feld zu erhalten.

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 12.

    Auf dem Flughafen Tempelhof gab es auch Schafe als Rasenmäher:
    https://amp.tagesspiegel.de/flughafen-schliessung-tempelhof-das-wollfeld/1348206.html
    Bei Starts und Landungen waren sie oft die ersten oder letzten Lebewesen, die von Fluggästen auf Berliner Boden gesichtet wurden. Die Schafe scherten sich nicht um den Flugverkehr, sondern grasten unbeirrt vom Lärm auf dem weiten Tempelhofer Feld, hielten das Gras kurz. Bis zu 500 Tiere zählte die Herde des Schäfers Siegfried Hondo in den achtziger Jahren. Tempelhof – das war ein rührendes Stück Landwirtschaft in der Großstadt.
    Das das Tempelhofer Feld nicht bebaut wird, wurde per Volksendscheid entschieden und das sollte endlich akzeptiert werden. Jede weitere Diskusion ist nervig und unnötig. Berlin braucht so Frischluftnischen in der Stadt, wie auch Klimaexperten immer wieder bestätigen. Wir dürfen Berlin nicht zupflastern/ zubauen. Sollte der BER fertig werden, geht auch viel Freifläche in Tegel flöten.

  2. 11.

    Wie der Name Besserwisser schon sagt gibt es immer wieder Zugereiste die meinen ihre ideologischen Grundsätze kundtun zu müssen. Wenn Sie besseres Klima benötigen ab aufs Land. Berlin benötigt bezahlbaren Wohnraum, Kindergärten und einen funktionierenden Nahverkehr. Allerdings gebe ich ihnen schon recht auf dem Land gibt es weniger Cafes um sich ideologisch auszutauschen aber dafür wird dort mehr gearbeitet. Berlin ist heute schon die grünste Stadt in Europa auch ohne Schafszucht auf dem Tempelhofer Feld.

  3. 10.

    Es ist schon erstaunlich das zugereiste Personen etwas über das Stadtklima erzählen wollen. Grüne Schneisen gibt es im Umland von Berlin genügend. Eine Stadt benötigt bezahlbaren Wohnraum, Kindergartenplätze und funktionierenden Nahverkehr bis ins Umland. Übrigens ist Berlin schon jetzt eine der grünsten Städte in Europa dazu werden keine Ökofreaks mit selbsverwirklichkeits Drang benötigt. Wer in der Stadt nicht leben möchte kann auch aufs Land oder wieder in die Kleinstadt ziehen.

  4. 9.

    Sehe ich auch so. Hier hätte man die Möglichkeit, etwas FÜR das Stadtklima zu bewirken, nämlich durch die Schaffung eines Stadtwaldes die Luftgüte für die Anwohner und den Rest der Stadt zu verbessern. Das aktuelle "Brachliegen" ist bei den derzeitigen Wetterverhaltnissen eher dazu geeignet, die Luft zu erwärmen. Der Anteil Wald wäre ein guter Ausgleich.
    Aber da ich kein Studium habe und auch nur einen Realschulabschluß in der Tasche, ist meine Meinung nicht gefragt ;-)
    ist hier jemand, der als geneigter Akademiker dem Thema zugewandt, diese These an geeigneter Stelle vortragen würde? Ich gebe die Früchte gerne ab, so als "ungebildeter" Bürger dieses Landes.
    :-p

  5. 8.

    Weil es Leute gibt, die sich - im offenkundigen Gegensatz zu Ihnen - über Dinge wie Stadtklima, Frischluftschneisen, die bedeutende Rolle des Tempelhofer Feldes für die Temperaturen in der Berliner Innenstadt und ähnlichen "Firlefanz" (wie es einer Ihrer Gesinnungsgenossen formuliert hat) informiert haben. Die nicht nur sinnvollste, sondern absolut notwendige Nutzung des Tempelhofer Feldes ist die derzeitige, die durch mehr Bäume durchaus noch verbessert werden sollte.

  6. 7.

    Das sehe ich auch so. Viel Leerstand und nix passiert. Für Neubauten wird ausserdem Sand gebraucht und
    der wird aus dem Meer gebaggert. dabei werden Ökosysteme zerstört.

  7. 6.

    Es gab auch einen klaren Volksentscheid zum TXL. Dieser passt aber nicht zum jetzigen Senat in Berlin. Die Wohnungsnot in Berlin mit bezahlbaren Wohnraum scheint ja dann doch nicht so groß zu sein. Dann doch lieber Schafe auf dem Tempelhofer Feld. Warum hier Wohnungen bauen wo die Verkehrsanbindung schon vorhanden ist.

  8. 5.

    Ich verstehe Ihren Zynismus nicht. Es gab einen klaren Volksentscheid. In Berlin gibt es unendlich viele riesige Freiflächen, die man mit Wohnraum bestücken könnte, außerdem ebenfalls zahlreiche z. T. sehr große seit Jahren leer stehende Gebäude, oft auch in Senatshänden. Warum passiert dort nichts?
    Man sollte endlich aufhören von teuren Miethaiwohnungen für Neureiche auf dem Tempelhofer Feld zu träumen, so wie Sie es offensichtlich tun.

  9. 4.

    Schafe, auf dem Tempelhofer Feld, gab es doch schon in den 70iger Jahren.
    Wenn nicht sogar noch früher.
    Das ist doch nichts Neues.

  10. 3.

    Firlefanz auf der Tempelhofer Brache, in Ermangelung einer sinnvollen Nutzung.

  11. 2.

    Wie wäre es denn mit einem Campingplatz auf dem Tempelhofer Feld. Dort könnte auch Frau Lompscher einziehen dann hätte Sie dann Bürgernähe und Wohnraum geschaffen.

  12. 1.

    Vier Trinkbrunnen an der Oderstraße aber nur einer am Tempelhofer Damm (an dem es ZWEI Eingänge gibt - welcher ist gemeint)?
    Und sind das nicht unnötige Ausgaben, wo es doch in den Toilettenräumen schon Wasserhähne gibt bzw. geben wird?

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