Autos fahren am 31.7.19 in Berlin durch überflutete Straßen (Bild: dpa)
Video: Brandenburg aktuell | 01.08.2019 | Theresa Majerowitsch | Bild: dpa

Gewitter mit Starkregen - Berliner Feuerwehr rückt zu mehr als 100 Unwettereinsätzen aus

Starkregen, Gewitter und Sturmböen haben erneut die Region heimgesucht. In Berlin rief die Feuerwehr vorübergehend den Ausnahmezustand aus. In Brandenburg machte das Unwetter auch der Bundeslandwirtschaftsministerin zu schaffen.

Eine Unwetterfront ist am Mittwochabend über Berlin und Brandenburg hinweggezogen. Das Tief brachte örtlich Starkregen, Hagel und Sturmböen.

Für etwa anderthalb Stunden rief die Feuerwehr vorsorglich den Ausnahmezustand "Wetter" aus. Das bedeutet, dass Einsätze je nach Wichtigkeit bearbeitet werden und nicht nach der Zeit des eingehenden Notrufes. Insgesamt habe es 116 wetterbedingte Einsätze gegeben, sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr am Mittwochabend. Keller liefen voll und Bäume kippten um. Größere Schäden meldeten die Feuerwehrleitstellen allerdings nicht.

Wasserschaden bei der Feuerwehr

Der Norden von Berlin sei deutlich stärker betroffen gewesen als der Süden. Neben der Berufsfeuerwehr seien mehrere freiwillige Feuerwehren im Einsatz gewesen.  

Die Brücke am Sachsendamm in Schöneberg wurde unterspült und musste zeitweilig gesperrt werden. Mehrere Ampeln im Stadtgebiet fielen aus. Auch die Feuerwehr selbst war von den Regenfällen betroffen: Im Ortsteil Wilhelmsruh habe es bei der Freiwilligen Feuerwehr selbst einen Wasserschaden gegeben, sagte der Sprecher. Sie sei deshalb außer Dienst gewesen. 

Übergelaufene Straße unter der S-Bahnbrücke am Bahnhof Berlin-Mahlsdorf, aufgenomen am 31.07.2019 (Quelle: Franziska Kronberg/Twitter)
Überflutung in Berlin-Mahlsdorf: die Hönower Straße am Mittwochabend | Bild: Franziska Kronberg/Twitter

Bernaus Innenstadt unter Wasser

Auch in Brandenburg bestimmten Starkregen, Sturmböen und Gewitter die Wetterlage. Dort gab es ebenfalls mehr als 100 Feuerwehr-Einsätze. In Bernau stand die Innenstadt kurzzeitig unter Wasser. Ein Sprecher der Brandenburger Feuerwehrregionalleitstelle sagte rbb|24 am Mittwochabend: "Lokal sind es durchaus auch viele Einsätze, meist aber voll gelaufene Keller und umgestürzte Bäume."

Am stärksten betroffen waren Stahnsdorf und Michendorf im Südwesten Brandenburgs, aber auch Bernau im Norden. Allein im Landkreis Barnim musste die Feuerwehr 105 Einstäze fahren. Die Aufräumarbeiten hielten bis in den frühen Donnerstagmorgen an.

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Nachmittag eine Unwetterwarnung für Teile Brandenburgs und Berlins herausgegeben und vor herabfallenden Ästen und Dachziegeln im Zug der Regenfälle und Gewitter gewarnt. Zudem seien Überflutungen von Kellern und Straßen sowie örtliche Überschwemmungen an Bächen und kleinen Flüssen möglich.

Umgestürzter Baum bremst Bundesministerin Klöckner aus

Bei Treuenbrietzen verzögerte ein umgestürzter Baum den Besuch von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Bei ihrer Fahrt in einem Feuerwehrauto durch den Wald am Mittwoch fiel der Baum auf den Weg, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Der Wagen mit der Ministerin steckte kurzzeitig fest und musste bei heftigem Regen rückwärts fahren.

Klöckner hatte am Mittwoch den Wald in Potsdam-Mittelmark besucht, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Dort hatte es im Vorjahr auf einer Fläche von rund 400 Hektar gebrannt. Drei umliegende Dörfer wurden evakuiert.

Starke Gewitter waren zuvor am Mittag über den Süden des Landes gezogen. Im Landkreis Elbe-Elster, im Spreewald sowie im Verlauf in der Lausitz traten örtlich schwere Gewitter mit Starkregen und Hagel auf.

Erst am Montagnachmittag waren teils kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen über die Region Berlin und Brandenburg hinweggezogen. In Brück (Potsdam-Mittelmark) wurden 36,6 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. In Berlin regnete es am stärksten im Ortsteil Buch, dort fielen 24,6 Liter pro Quadratmeter.

Sendung: Inforadio, 01.08.2019, 8 Uhr

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Antwort auf [Möter] vom 02.08.2019 um 15:48
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31 Kommentare

  1. 31.

    Und denken Sie mal an Schwefeloxide, die sich früher im Wasser gelöst haben. Der Regen war nicht sauer, weil er aus der Wolke geschubst wurde und anschließend grummelig war.

  2. 30.

    Es lösen sich aber sehr wohl die Gase der Luft im Wasser - sonst könnten Fische nicht atmen. Die Fische atmen nämlich den im Wasser gelösten Sauerstoff. Wenn Sie die Luft mit dem Strohhalm in Kalkwasser pusten, haben Sie den Nachweis für CO2.

  3. 29.

    Punkt zwei erscheint mir plausibel, Punkt eins aber nicht. Vielleicht ist das Wort "vermischt" irreführend. "Feuchte Luft" für hohe Luftfeuchtigkeit ist jedenfalls ein Begriff, genaus wie "trockene Luft", oder?

  4. 28.

    Hihi, das ist ja ein lustiger Tipp :)
    Können Sie mir denn noch das Phänomen "Luftfeuchtigkeit" mindestens genauso kundig erklären, gern mit einem Experimentiervorschlag versehen?

  5. 27.

    Stellen Sie einen Strohhalm in ein Wasserglas, pusten Sie, was passiert? Die Luft mischt sich nicht mit dem Wasser.

  6. 26.

    Ok, überzeugt, hinsichtlich nicht gebundener Luftbestandteile wie Pollen und Staub.
    Die Luft (N2 O2 CO2 usw)) an sich, wird nicht mit Regen gemischt. Sonst wäre nach dem Regen keine Luft mehr da.
    Und die Abkühlung kommt durch andere Luftmassen die das Wetter mit sich bringt.

  7. 25.

    Danke dass Sie darauf aufmerksam machen. Da ich selbst Pollenallergiker bin, aber mit dem Glück einer erfolgreichen Hypersensibelisierung Behandlung weniger empfindlich, hatte ich schon vergessen darauf zu verweisen.

  8. 24.

    Ähem, also Ihre Ausführungen sind ja ganz interessant, aber Sie haben vielleicht schon mal davon gehört, dass die Luft nach einem Regenguss abkühlt? Dass die in der Luft befindliche Pollen durch den Regen gebunden werden, jeder Heuschnupfengeplagte weiß das. Insofern reinigt Regen sehr wohl die Luft und zwar merklich.

  9. 23.

    Nicht böse gemeint. Den sarkastischen Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden? Sie wären jetzt nicht unbedingt online... bei einem Schaden. So wars gemeint :)
    Das materialistische am TV und Internet habe ich nicht gemeint. Ich benutze selbst keinen TV, ab und zu Prime, ansonsten Radio.

    Regen reinigt die Luft nicht, da der sich nicht mit der Luft vermischt. Die Luftfeuchtigkeit wird höher, man hat das Gefühl, durch Nässe an den Nasenschleimhäuten besser zu atmen. Das ist wie ein Frische-Effekt. Befeuchten Sie die Nase und atmen sie, das ist das gleiche. Abends um 23:00 Uhr auf unserer Terrasse war die Luft nicht besser wie vor dem Starkregen.

  10. 22.

    Es gibt solche und solche Menschen. Regen reinigt die Luft. Klar braucht es auch den Wind. Gehen Sie raus nach einem schönen heftigen Sommerregen und atmen Sie mal tief durch. Besonders wenn’s tagelang so schwül und heiß war. Was die Technik anbelangt, juckt mich herzlich wenig. Schaue weder TV regelmäßig. Ich benötige auch nicht über 100 Programme durch irgend so ein Kabelanbieter. Habe nur Zimmerantenne mit Tuner geschaltet und bezahle für fast fünfzig Programme nur läppische 5Euro75 monatlich. Bevor die Fernsehgebühr zwangsläufig eingeführt wurde, sogar gar nichts. Fürs Surfen im Internet benutze ich Lte, kein WLAN. Auch hier spare ich, denn ich war und bin überhaupt kein Internet-Freak. 5GB für lachhafte 15,-Euro. Kein Smartphone. Meine Hobbys sind schlichtergreifend das Malen und Lesen und natürlich die Natur. Haben Sie sonst noch irgendwelche Fragen?

  11. 21.

    @ Nico

    Die Kanalisation schafft es, nur sind die Gully meist verstopft mit Massen an Müll. Einfach kein Müll in den Gully

  12. 20.

    Wenn man diese Bilder sieht müssten bei den BWB der Köpfe der Verantwortlichen rollen.
    Starkregen gab es schon immer, nur nicht diese Überschwemmungen, wir brauchen endlich Fachpersonal vor Ort und keine Schreibtischtäter welche Tiefbau Hinz und Kunz Pfuscher beauftragen. Es kann nicht sein, dass bei einer halben Stunde mäßigem Starkregen jedesmal die Gullys das nicht schaffen.

  13. 19.

    Es ist wirklich beruhigend zu wissen, daß auch Frau Klöckners Feuerwehrauto rückwärts fahren kann. Und das sogar bei Regen. Super Info...

  14. 17.

    Was Sie herrlich finden ist nicht der Maßstab.Starke Gewitter mit Starkregen bringen nun mal Probleme.
    Sie können von Glück sagen das Ihr Internetzugang egal ob Kabel oder Mobil-Spot nicht abgesoffen ist.
    Technik wird ja schließlich immer sensibler.
    Und die gereinigte Luft, haben Sie dafür Belege?
    Zum Abtransport der Luft reicht Wind.
    "Alles normal im Sommer" Wissen wir...

  15. 16.

    Was soll Ihr Kommentar? Keiner hat über die Vorhersage gemeckert. Mit Ihrem letzten Satz haben Sie ja Recht. Trotzdem kann ich doch kommentieren, wie es an meinem Standort aussieht und über die punktuell hier anhaltende Trockenheit meckern. Und wenn ich vom Radarbild rede, meine ich nicht die Vorhersage. Sondern wo ist gerade Niederschlag, wie stark, wie weit weg und wohin zieht er. Und wenn eine starke Gewitterzelle in meine Richtung zieht, 5km vorher abebbt und 10km später wieder an Stärke gewinnt, dann ist das schon enttäuschend!

  16. 15.

    ... Niederschlag laut Regenmesser 30 Liter "in sage und schreibe" in ca. 30 Minuten !!! Im Laufe der Nacht fielen dann noch einmal ca. 2 Liter Regen.

    LG

  17. 14.

    So wie die Bausünden/Wartungsmangel bei etwas mehr Regen sichtbar werden wird gleich von einen Notstand gesprochen.
    Keller voll gelaufen... Kanalrückhaltesysteme eingebaut?
    Da die Ankündigung des Starkregens frühzeitig erfolgt ist kann man vorbeugende Maßnahmen an Gebäuden treffen.
    Kellerfenster schließen oder wie Türen mit Dichtsystemen abdichten. Ist das gemacht worden?
    S-Bahn...Bäume drauf. Wenn ich auf Bildern sehe wie weit die Bäume über das Gleisbett ragen kann man von Glück sagen das nicht mehr umgefallen sind...fällen ist das Zauberwort.
    Kanale verstopft.. wenn ich sehe wo überall die Feuerwehr Einläufe reinigt dann fragte ich mich wo ist die Wartung?
    Keine Leute... mal in Harzt 4 nachsehen, im Vorfeld verpflichtend für Allgemeinaufgaben das riesige Heer einsetzen.
    Schon sind wieder Senke frei vom Wasser.
    ??? Gibt es denn überhaupt genügend Regenrückhalte Becken in der zubetonierten Stadt???
    90% aller Schäden sind hausgemachte Zivilationssünden.

  18. 13.

    Gut kommentiert. Ich fand es einfach herrlich. Endlich wieder Regen und Grollen am Himmel. Alles normal im Sommer. Nach dem Regen bin ich raus um diese gereinigte Luft einzuatmen bei einem kurzen Spaziergang.

  19. 12.

    naja, hätte mehr sein können--mehr angefeuchtet----

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