Feuerwehrfahrzeuge stehen im Wald. In Brandenburg hat die Feuerwehr zwei Waldbrände in der Nacht nicht unter Kontrolle bringen können. Quelle: dpa/Julian Stähle
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Audio: Antenne Brandenburg | 12.07.2019 | Dirk Schneider | Bild: dpa/Julian Stähle

"Großschadenslage" beendet - Lage nach Waldbrand in Lieberoser Heide entspannt sich

Nach sechs Tagen im Dauereinsatz können die Feuerwehrleute in der Lieberoser Heide ein wenig durchatmen: Seit Freitag erleichtert der Regen die Arbeit der Einsatzkräfte in den munitionsbelasteten Waldgebieten. Beendet ist der Einsatz aber noch nicht.

Beim Waldbrand in der Lieberoser Heide hat sich die Lage am Freitag durch Regenfälle entspannt. Am Mittag erklärte der Landkreis Dahme-Spreewald die "Großschadenslage" für beendet. Konkret ist der Landkreis damit nicht länger für die Brandbekämpfung und -beobachtung zuständig. Diese Aufgaben wurden nun an das Amt Lieberose/Oberspreewald übergeben.

"Der Regen hat sich positiv auf die Brandfläche ausgewirkt. Nach den langwierigen Löscharbeiten ist die Lage nun soweit unter Kontrolle, dass das Areal in örtlicher Zuständigkeit weiter betreut werden kann", sagt Dahme-Spreewalds Ordnungsamtsleiterin Silvia Enders. Die immer noch schwelenden Moorbrände allerdings könnten noch längere Zeit für eine Rauchbelästigung in den umliegenden Ortschaften sorgen, teilte das Landratsamt am Freitag mit.

Amt prüft Übergabe an Haupteigentümer

Die akute Gefahr einer Ausbreitung des Brandes gehe von den verbleibenden Glutnestern nicht mehr aus. Das Amt Lieberose/Oberspreewald will nun prüfen, wann die Fläche unter Auflagen wieder an ihre Hauptegentümerin, die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, übergeben werden kann.

Die Löscharbeiten gestalteten sich nach Angaben des Landkreises am Freitag, sechs Tage nach Ausbruch des Brandes, deutlich einfacher. Der Einsatz des Löschhubschraubers der Bundespolizei sei nicht mehr nötig gewesen, zwei am Donnerstag angeforderte Helikopter seien am Freitag wieder abbestellt worden. Die unterirdisch brennenden Moore seien am Freitag noch von 30 Feuerwehrleuten mit zehn Fahrzeugen bewässert worden. Um 13.30 Uhr habe Landrat Stephan Loge die Großschadenslage für beendet erklärt und die Fläche an Amtsdirektor Bernd Boschan übergeben.

Waldbrände in Brandenburg 2019

Waldbrände über 40 Hektar in Brandenburg 2019. (Quelle: rbb|24)

Komplizierte Löscharbeiten

Landrat Loge dankte am Freitag den Einsatzkräften der Feuerwehren, der Rettungsdienste und des Kampfmittelbeseitigungdienstes. "Auch das Engagement der freiwilligen Helfer hat maßgeblich zur Brandeindämmung beigetragen", so Loge.

Bei der Brandbekämpfung setzt Brandenburg nach Worten von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) weiter auf die Hilfe von Bundespolizei und Bundeswehr. Eine eigene Hubschrauberstaffel will das Land nicht etablieren: "Es wäre falscher Ehrgeiz, wenn jedes Bundesland versuchen würde, jede Kompetenz, die man braucht, selbst aufzubauen", hatte Schröter gesagt. Er stellte in Aussicht, dass es eine gemeinsame Lösung von Bund und Ländern geben werde, um Waldbrände aus der Luft gezielter bekämpfen zu können.

Seit einer knappen Woche brennt es auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz zwischen den Ortschaften Byhlen und Klein Liebitz. Bei dem Areal handelt sich dem Landkreis zufolge um nicht betretbare Reservatsflächen im Besitz der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg und des Landesbetriebs Forst.

Die Feuerwehr hatte am Donnerstag Schwierigkeiten, kleinere Schwelbrände zu löschen. Die Brandbekämpfung wurde aber schon seit Wochenbeginn durch zerfahrene Waldwege, langwierige Moorbrände und scharfe Munitionsfunde in der schwer mit Kampfmitteln verseuchten "roten Zone" des früheren Truppenübungsplatzes Lieberoser Heide östlich des Teerofensees erschwert. Ein Löschhubschrauber der Bundespolizei hatte den größten Teil der Löscharbeiten in dem Gebiet übernommen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.07.2019, 11 Uhr

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