Rauch steigt am 01.07.2019 bei einem großflächigen Waldbrand in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel aus dem Wald auf (Bild: dpa/Jens Büttner)
Abendschau | 01.07.2019 | Dörte Störmann | Bild: dpa/Jens Büttner

Auch Teile Brandenburgs betroffen - Waldbrand in Mecklenburg führt zu amtlicher Gefahrenmitteilung

In Teilen Berlins riecht man es deutlich, in Nordwest-Brandenburg gilt gar eine amtliche Gefahrenmitteilung: Wegen "massiver Rauchentwicklung" sollen Tausende Haushalte Fenster und Türen dicht halten. Ursache: der größte Waldbrand in Mecklenburg seit Langem.

Aufgrund eines großen Waldbrandes bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern hat die Regionalleitstelle Nordwest am Montag eine amtliche Gefahrenmitteilung herausgegeben. Sie gilt für Potsdam, Brandenburg an der Havel und sieben Landkreise. Aufgrund der "massiven Rauchentwicklung" sollen Hunderttausende Bewohner Fenster und Türen geschlossen halten.

Dazu aufgerufen werden neben den Bewohnern von Potsdam und Brandenburg an der Havel Bewohner der Landkreise Barnim, Havelland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark und Prignitz.

Auch in weiten Teilen Berlins lag am Montagder Brandgeruch in der Luft. Die Feuerwehr bittet darum, nicht den Notruf zu wählen, um Nachfragen zu stellen. Der Geruch sei in Berlin lästig, aber nicht gefährlich, hieß es weiter. Laut MDR zog der Rauch sogar bis nach Dresden.   

Wind könnte im Laufe des Tages noch auffrischen

Ursache des Brandgeruchs ist ein Waldbrand rund 200 Kilometer westlich von Berlin Stadtgrenze entfernt im mecklenburgischen Landkreis Ludwigslust-Parchim. "Da der Wind von Westen weht, ist es nicht ungewöhnlich, dass der Brandgeruch diese Strecke zurücklegt", sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr-Leistelle rbb|24 am Montag. In dieser Waldbrand-Saison war in Berlin bereits vier oder fünfmal ein Brandgeruch wahrnehmbar, der von einem Waldbrand außerhalb der Stadt stamme.

Der vorherrschende Wind aus West bis Norwest sei derzeit "recht lebhaft", sagte Diplom-Meteorologin Claudia Salbert rbb|24 - diese Windrichtung bleibe auch die nächsten Tage stabil. Aber: "Der Wind wird nochmal mehr auffrischen. Es sind auch starke bis stürmische Böen möglich", so Salbert.

Auffrischender Wind könnte dazu führen, dass sich das Feuer in Mecklenburg weiter ausbreitet. Und dazu, dass der Brandgeruch weiterhin in Berlin und Brandenburg in der Luft hängt.

Größter Waldbrand in der Landesgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns

Der Brand in Lübtheen war auf einem ehemaligen Truppen-Übungsplatz ausgebrochen und hatte sich nach Angaben der dortigen Feuerwehr am Montagmorgen auf rund 470 Hektar ausgebreitet. Laut Mecklenburg-Vorpommern Umweltminister Till Backhaus (SPD) handele es sich um den "größten Waldbrand in der Landesgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns." Einen Brand dieser Ausdehnung habe es auch zu DDR-Zeiten nicht gegeben.

Wie im brandenburgischen Jüterbog befindet sich auch in Lübtheen ein ehemaliger Truppenübungsplatz in der Nähe. Da der Boden munitionsbelastet ist, darf sich die Feuerwehr den betroffenen Arealen nur bis auf 1.000 Meter nähern.

Wie die Behörden mitteilten, mussten bis zum Montagabend die Bewohner der Ortschaften Alt Jabel, Trebs und Jessenitz-Werk ihre Häuser verlassen. Insgesamt wurden bisher etwa 650 Menschen in Sicherheit gebracht.

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim hat Katastrophenalarm ausgerufen, die Polizei ermittelt inzwischen wegen Brandstiftung. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet hier über den aktuellen Stand.

Karte: Durch Brand in Mecklenburg verursachter Brandgeruch über Berlin. (Quelle: rbb)

Sendung: Inforadio, 01.07.2019, 6.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

13 Kommentare

  1. 13.

    Ich glaube, soweit denken Brandstifter erst gar nicht. Wer wird schon so ein Feuer anfachen, nur wegen Bodenspekulationen irgendwo in der Provinz. Brandstifter sind oft sehr gestörte Leute. Genauso wie auch alle Vandalen. Es gibt leider kranke Leute in unserer Gesellschaft, die es toll finden, Dinge zu zerstören oder Feuer zu legen. Die einen machen es aus Gehässigkeit, Zerstörunglust oder Sucht nach Sensation. Dann gibt es andere, die dadurch ein vermeintliches "Machtgefühl" erleben wollen. Also ziemliche Psychopaten. Und dann gibt es noch die komplett kranken Pyromanen, die immer wieder Feuer legen müssen, weil sie damit nicht aufhören können. Aber egal, was das Motiv ist: Solche Leute sind eine Gefahr für die Bevölkerung. Sie gehören in eine geschlossene Anstalt oder ins Gefängnis. Und zwar möglichst lange.

  2. 10.

    Wie wäre es wenn man so langsam mal anfangen würde die Brandstifter zu ermitteln !

  3. 9.

    Ich finde es langsam sonderbar, dass schon wieder ein ehemaliger Truppenübungsplatz brennt. Das sich da der Verdacht der Brandstiftung immer mehr verhärtet, liegt ja fast auf der Hand. Zum Ersten sind das brachliegende Flächen, die für gewiefte Bodenspäkulanten interessant sein könnten und zum Zweiten sind diese ehemaligen Truppenübungsplätze mittlerweile auch Lebensräume für Wölfe. Vielleicht sollte man mal in diese Richtung denken und die Brandstifter, sollte man sie fassen mit voller Härte bestrafen.

  4. 8.

    Das mit den Himmelsrichtungen müssen wir wohl noch etwas üben. Wenn ich vom Brandherd nach Osten gehe komme ich irgendwann nach Prenzlau und schließlich annähernd nach Stettin. Nach typischer Berliner Manier gehört das wohl auch schon zu Berlin.

  5. 7.

    Was ich nicht verstehe, ist, weshalb schon wieder Bilder mit total erschöpften Feuerwehrleuten die Runde machen, während viele gut ausgebildete Helferinnen und Helfer vom THW zu Hause sitzen müssen. Denn vom THW ist in der Berichterstattung nicht viel zu lesen oder zu sehen. Schade. Denn die "Blauen" können bei vielem unterstützen, z.B. Verpflegung und Unterbringung von Einsatzkräften, Wasserförderung in großen Mengen über lange Wegstrecken usw. ....

    Das NDR Fernsehen überträgt ab 20.15 Uhr einen ARD-Brennpunkt "Explosiver Flächenbrand - Evakuierungen in Mecklenburg" zur Lage im Einsatzgebiet bei Lübtheen. Nachfolgende Sendungen in der ARD und im NDR Fernsehen verschieben sich um 15 Minuten.

  6. 6.

    Haben am Wochenende bei erntearbeiten Fahrer mit Zigarette im Mund gesehen. Und dies auf den trockenen Feldern.
    Ein bisschen Nachhilfe bei waldbrandszufen wäre hilfreich bzw. Der ganz normale Menschenverstand!

  7. 5.

    Ist, leider, nicht dem Wetter geschuldet. Man versteht grundsätzlich nicht mehr zu unterscheiden zwischen Ernstfall und Partyspaß. Es sei denn, man ist plötzlich selbst betroffen, dann kommt das große Mimimi ...

  8. 3.

    Die Hitze hinter lässt ihre Spuren wenn man die Kommentare liest.

  9. 1.

    Ist denn der Brandrauch auch munitionsbelastet?

Das könnte Sie auch interessieren