Mülltonnen in Berlin (Quelle: dpa/Spremberg)
Bild: dpa/Spremberg

Mülltrennung - Acht Dinge, die Sie bestimmt in die falsche Tonne werfen

Aus vielen Berliner Hinterhöfen verschwinden derzeit die Altglascontainer, damit braunes und grünes Glas in Zukunft vermehrt in eigenen Tonnen landet. Und Trinkgläser? Gehören gar nicht ins Altglas. rbb|24 hat kuriose Mülltrennungs-Fakten gesammelt.

1. Kassenbons

Kassenzettel sind zwar aus Papier, gehören aber keinesfalls ins Altpapier. Sie enthalten den hormonell wirkenden Stoff Bisphenol A (BPA), der bei Berührung durch die Haut aufgenommen wird und gesundheitliche Folgen haben kann. Der Müll aus der Altpapiertonne wird in der Regel wiederverwertet, was bei den Kassenzetteln dazu führt, das die schädlichen BPA-Stoffe weiterhin im Umlauf sind. Die Bons sollten daher im Restmüll entsorgt werden, sodass die Zettel verbrannt werden und die BPA-Bestände mit Luftfiltern aufgefangen werden können.

2. Trinkgläser

Einmal nicht aufgepasst, schon geht ein Glas zu Bruch. Wohin mit den Scherben? In den Altglascontainer, so denken die meisten, schließlich handelt es sich um genau das: altes Glas. Falsch! Trinkgläser gehören in den Restmüll, da das Glas der Trinkgläser einen höheren Schmelzpunkt hat als das Verpackungsglas von Flaschen. Größere Mengen müssen im Wertstoffzentrum abgegeben werden.

3. Kochtöpfe und Pfannen

Es gibt Dinge, bei denen ist man sich nie so recht sicher, wo man sie entsorgen kann. Ein solcher Fall ist der gute alte Kochtopf. Hat er seinen Zenit überschritten, muss er entsorgt werden, doch wo bloß? Überraschende Antwort: Er gehört ebenso wie der Joghurtbecher in die Wertstofftonne beziehungsweise den Gelben Sack. Wem das Bauchschmerzen bereitet, der kann ihn zum nächsten Wertstoffhof oder dem Altmetallsammler des Vertrauens bringen.

4. Pizzakartons

Nachdem man seine Lieblingspizza genossen hat, wandert der Karton ganz selbstverständlich in die blaue Tonne, oder? Falsch! Der Pizzakarton besteht zwar hauptsächlich aus Pappe, kann jedoch nicht recycelt werden, sobald sich Essensreste, wie zum Beispiel verkrusteter Käse oder Fettflecken auf dem Karton befinden. Somit gehören verschmutzte Kartons in den Restmüll, die sauberen dürfen ins Altpapier.

5. Blumenerde

Selten sieht man in der Berliner Innenstadt Gärten und so holen sich viele Berliner das Grün auf den Balkon. Wenn das Gewächs neue Erde braucht, landet die alte oft im Biomüll. Doch Blumenerde soll laut BSR im Restmüll entsorgt werden... oder dann doch bei den Bekannten im Garten.

6. "Bio"plastik

Sogenanntes Bioplastik gilt als umweltschonende Alternative zum handelsüblichen Plastik. Es besteht im Gegensatz zum herkömmlichen Produkt aus biologischen, nachwachsenden Rohstoffen, wie zum Beispiel Zuckerrüben und Mais. Zum jetzigen Zeitpunkt wird Bioplastik jedoch weder recycelt noch aufbereitet. Damit gehört die eigentlich umweltverträgliche Alternative nicht in den Biomüll und nicht in die gelbe Tonne, sondern in den Restmüll.

7. Teebeutel

Laut BSR können Teebeutel im Biomüll entsorgt werden. Experten weisen aber darauf hin, das klassische Teebeutel nur zu 80 Prozent aus Papierfasern bestehen, die restlichen 20 Prozent sind hitzebeständiges Polypropylen. Dieser Kunststoff ist nicht kompostierbar oder biologisch abbaubar und wird aus Erdöl hergestellt. In welche Tonne gehören also die kleinen weißen Beutel? Hier gibt es keine leichte Antwort. Biomüll- und Restmüllverwertung zerkleinert die Teebeutel weitgehend, doch zurück bleibt oftmals Mikroplastik. Also vielleicht doch lieber lose Teeblätter kaufen und in wiederverwertbaren Tee-Eiern aufbrühen.

8. Backpapier

Backpapier findet sich in fast jeder Küche. Jedoch wissen die wenigsten, dass das Papier mit einer dünnen Schicht Silikon überzogen ist. Aufgrund dieser Beschichtung ist Backpapier kein Altpapier mehr und gehört deswegen in den Restmüll.

Korrekturhinweis, 20.08.2019, 14:30 Uhr: In einer früheren Version dieses Beitrags hatten wir geschrieben, dass Behältnisse wie die klassische Tupperware-Box nicht mit normalem Plastikmüll entsorgt werden dürfen. Dies ist nicht zutreffend. "In Berlin dürfen auch Abfälle aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterial, die keine Verpackungen sind, in die gelbe oder orange Tonne - deshalb heißt sie hier auch "Wertstofftonne", so die BSR.

Dieser Beitrag entstand im Rahmen der rbb-Sommerakademie 2019.

Sendung: Inforadio, 19.08.2019, 09:40 Uhr

Beitrag von Malika Dahl, Tolga Herdem und Silvia Soyter

Kommentar

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Antwort auf [Mo H. Mett] vom 20.08.2019 um 11:48
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49 Kommentare

  1. 49.

    "....dann gibt es Läden, wo immer und immer wieder falsche Preise kassiert werden". Da würde ich dann nicht mehr hingehen. Im Übrigen zeigen Kassen auch den Betrag der Ware und am Ende die Summe an. Ich nehme den Bon auch nie mit. Wenn Sie auf einem Markt einkaufen und da 6 verschiedenes Obst an einem Stand fällt das Mitrechnen natürlich schwerer. Da wird eher mal beschissen. Aber im Supermarkt ist es dann eher ein Systemfehler, stimmt. Und Läden, die den ständig haben sehen mich nicht wieder.

  2. 48.

    Nö, Technik.
    Diese enthält zweifellos dank unterschiedlicher Systeme bzw. durch Systeme unterschiedlichen Alters auch noch diverse Variablen (wobei ich mich allerdings auf die Dauer schon fragen würde, warum die immer zu UNGUNSTEN des Käufers ausfallen sollten).
    Aber ich habe im Laufe der Jahre einfach gelent, dass sich Nachrechnen für mich zumeist nicht lohnt, da solche Fehler bei mir kaum vorkamen.
    Also immer wieder Bons nachhause mitnehmen, auf die man kaum mal einen Blick wirft?
    Das ist wie ein Abo für eine uninteressante Zeitschrift.

    @ Df: Bitte nicht. Ich hätte nämlich keine Ahnung, in welche Tonne feuchter Kehricht müsste.

  3. 47.

    Die modernen Kassen beziehen die Preise aus den in die Software eingespeisten Preisen. Und da kann man sein blaues Wunder erleben. Ich habe es schon sehr häufig erlebt, dass ich zuviel bezahlen sollte, weil der richtige Preis (noch) nicht eingespeist war.

    Es gibt Läden, da kann man sich auf alles verlassen und dann gibt es Läden, wo immer und immer wieder falsche Preise kassiert werden. Zufall?

  4. 46.

    So lange die meisten gelben Säcke in der Müllverbrennung landen, interessiert mich das Thema einen feuchten Kehricht.

  5. 45.

    Nicht nur nach Gehör sondern auch nach Wahrscheinlichkeit.
    Kennen Sie viele Leute, die jeden Kassenzettel ausführlich studieren?
    Von vornherein Betrug zu vermuten, erscheint mir besonders bei Kartenzahlungen (die ich bevorzuge) paranoid.
    Denn ich glaube nicht, dass die jeweilige Kassiererin den überzähligen Betrag unbemerkt für sich abzweigen könnte.
    Kassiererinnen verrechnen sich selten, moderne Kassen noch seltener.
    Da reicht es mir, die Wahrscheinlichkeit des Gehörten zu bewerten und es für gewöhnlich dabei zu belassen.
    Vorsicht ist generell vernünftig, doch man kann es damit sicher auch übertreiben.

  6. 44.

    Tatsache? Ich hätte als Grund eher vermutet, dass Blumenerde zum großen Teil anorganisch ist und daher nicht verrotet.
    Steine würde man ja auch nicht in die Biotonne schütten.
    Es würde übrigens mein Gewissen nicht belasten, Blumenerde einfach ins nächste Gebüsch zu kippen.

  7. 43.

    Oh ja, an der Kasse zahlen nach Gehör. Wie wäre es mit der alten Nummer aus einer Versteckte-Kamera-Sendung, wo die Kassiererin einen Blick auf die Waren wirft und dann einfach einen Betrag sagt? Sie würden den offenbar zahlen, wenn er Ihnen halbwegs angemessen erscheint.

    So dicke möchte ich's auch mal haben.

  8. 41.

    Danke, für den Hinweis! Bei meinem Schmierphone hängt die Info-Box zwischen Punkt 6 und Punkt 7.
    Kann sein, dass ich sie - zu Gunsten des Leseflusses - übersehen habe.
    Naja, Hauptsache sie ist da und ich weiß jetzt, was das ist. :)

  9. 40.

    Warum soll Blumenerde nicht in die Biotonne? Da fehlt die Begründung dazu.

  10. 37.

    ... aber rechts neben dem Artikel ist doch ein großer Kasten, in dem alle Infos zur Sommerakademie stehen? Haben Sie den vielleicht übersehen?

  11. 36.

    Nachdem die komplizierte deutsche Rechtschreibung, die aus Regeln - mit Ausnahmen und Ausnahmen von den Ausnahmen und von den Ausnahmen ausgenommenen Ausnahmen bestand, reformiert werden konnte,
    sollte es doch vielleicht auch jemanden geben, der die Regeln zur Mülltrennung so konsolidieren kann, dass man
    auch ohne Hochschulstudium und 5 Jährigem Praktikum in der Lage ist, seinem Müll sinnvoll zu trennen.

    Bleiben die Anforderungen daran so hoch wie jetzt, muss man sich nicht wundern, wenn viele daran scheitern und
    letztendlich alles in die eine große Tonne werfen ...

  12. 35.

    Ich mache seit Jahren letzteres, da ich recht großes Vertrauen in Kassiererinnen und Computer und daher die allermeisten Bons bis dahin sowieso ignoriert habe.
    Eine zu große Diskrepanz zwischen vermutetem und tatsächlichem Betrag hört man doch eh raus.

  13. 34.

    Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Müll-Experten in orange da zustimmen würden - meine [Zustimmung] haben Sie jedenfalls, denn das ist doch das Paradebeispiel eines Mehrkomponentenabfalls mit ganz tollen Recycling-Eigenschaften.
    Mülltrennen kann ja sooo schön sein :-)

  14. 33.

    Nicht nur die Pizza-Karton-Regel ist irre, ich finde es auch crazy hier hintereinander denselben Kommentar zu lesen ;-)
    Habe jedenfalls keine 7 Unterschiede gefunden...

  15. 32.

    @Eulenspiegel (Nr. 27): Wunderbar! Habe herzhaft gelacht. Dieses Beispiel (geklaut beim Film "Otto, der Außerfriesische"?) wollte ich auch gerade posten.

  16. 31.

    Einspruch!
    Das Pappschildchen könnte thermisch bedruckt sein, müsste also eventuell in den Hausmüll.
    Der Textilfaden könnte Kunststofffasern enthalten, wäre also eventuell auch im gelben Container besser aufgehoben.
    Und die Teeblätter dürften wohl nur ohne Pestizidrückstände in den Biomüll.

  17. 30.

    Der gefällt mir :-D So machen wir das ab sofort.... Ach ja. Bei Kaffeekapseln natürlich auch den Kaffeesatz herauskratzen und in die Biotonne.

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