S-Bahn S75 richtung Wartenberg (Quelle: imago images/Rüdiger Wölk)
Video: Abendschau | 27.08.2019 | F. Drescher | Bild: imago images/Rüdiger Wölk

Bauarbeiten ab Montag - Berliner Nordosten ist vom S-Bahn-Verkehr abgeschnitten

Wegen Bauarbeiten an S-Bahngleisen und am Berliner Hauptbahnhof kommt es seit Montag zu ausgedehnten Sperrungen und Schienenersatzverkehr. Es hakt sowohl bei der S-Bahn als auch im Regionalverkehr.

Seit Montag reißen Bauarbeiten für einen längeren Zeitraum tiefe Löcher ins Berliner S-Bahn-Netz - betroffen sind vor allem die Bezirke im Norden und Nordosten. Außerdem sorgen Bauarbeiten am Hauptbahnhof ab September für Einschränkungen im Regionalbahnverkehr. Tausende Zugfahrgäste, die die Innenstadt passieren wollen, müssen auf Bus und Bahn umsteigen.

Der Grund für die Behinderungen bei der S-Bahn sind der Austausch von Gleisen, Schwellen und Schotter am Biesdorfer Kreuz. Betroffen sind zunächst die S-Bahn-Linien S5 (nach Strausberg Nord), S7 (nach Ahrensfelde) und S75 (nach Wartenberg).

Bauvorhaben im August 2019 (Quelle: DB)
| Bild: DB

Vom Montag (26. August 2019) bis Anfang Oktober (Freitag, 4. Oktober 2019) fällt die S75 zwischen Springfuhl und Wartenberg komplett aus. Die ausschließlich von der S75 angefahrenen Bahnhöfe Wartenberg, Hohenschönhausen und Gehrenseestraße sind dann nur noch mit dem Schienenersatzverkehr oder mit Straßenbahnen und Bussen zu erreichen. Die S7 ist in demselben Zeitraum zu bestimmten Tageszeiten zwischen Springpfuhl und Ahrensfelde gesperrt.

Der Schienenersatzverkehr zu den S-75-Stationen Gehrenseestraße und Hohenschönhausen startet allerdings nicht in Springpfuhl, sondern erst zwei S7-Stationen weiter östlich am S-Bahnhof Marzahn. Der S-Bahnhof Gehrenseestraße wird nicht vom Ersatzverkehr angefahren, kann aber zu Fuß von der Bushaltestelle Klettwitzer Straße erreicht werden. Zudem können die S-Bahnhöfe Hohenschönhausen mit der Tramlinie 4 und Gehrenseestraße mit der M5 erreicht werden.

Die Regionalbahnen (RB12, 24, 25) sind entlang des Bauabschnitts der S75 weiter unterwegs und darum auch eine Alternative, doch stoppen die RB12 und die RB24 nur in Hohenschönhausen, Lichtenberg und Ostkreuz, die RB25 nur in Ahrensfelde, Lichtenberg und Ostkreuz. Zudem können Fahrgäste auf Busse ausweichen.

Bauvorhaben an der S7 (Quelle: DB)
| Bild: DB

Ab 4. Oktober werden dann die Bauarbeiten rund um das Biesdorfer Kreuz ausgeweitet und weitere Abschnitte bis einschließlich 4. November vollständig gesperrt: Die Unterbrechnung der S75 erstreckt sich dann auf den Verkehr zwischen Wartenberg und Ostbahnhof. Von den erweiterten Sperrungen betroffen ist auch der Nordostzipfel der S7 zwischen Nöldnerplatz und der S7-Endhaltestelle Ahrensfelde. Dort verkehrt bis 14. November keine S-Bahn, sondern nur die Regionalbahn RB25 mit einem Halt in Ahrensfelde und Lichtenberg. Außerdem betroffen ist dann die S5, die die Haltestellen zwischen Wuhletal und Ostkreuz nicht anfahren.

Die Busersatzlinien für die nicht bedienten S-Bahnlinien starten in der Landsberger Allee (Richtung Ahrensfelde für die S7), in Ostkreuz (Richtung Wartenberg für die S75). Die S5-Lücke wird zwischen Lichtenberg und Ostbahnhof überbrückt, alternativ kann der RB26 ab Strausberg bis zum Ostkreuz genutzt werden. Der von der S5-Strecke abweichende Ersatzverkehr hängt damit zusammen, dass Passagiere zwischen Wuhletal und Lichtenberg auch mit der U5 fahren können.

Zusätzlich zum S-Bahn-Verkehrsausfall im Osten kommt dann zwischen dem 10. September und dem 14. Oktober noch ein Ausfall der Regionalbahn-Durchgangsverkehrs zwischen Charlottenburg und dem Berliner Hauptbahnhof dazu und später dann zwischen Spandau und dem Hauptbahnhof aufgrund von Bauarbeiten.

Betroffen von diesen Sperrungen ist der RE1 (Magdeburg - Brandenburg - Potsdam - Berlin -  Frankfurt (Oder) - Eisenhüttenstadt), der  RE2 (Wismar - Wittenberge - Berlin - Cottbus ), der RE7 (Dessau - Belzig - Berlin - Wünsdorf), der  RB14 (Nauen - Berlin - Schönefeld Flughafen) und der RB21/22 (Königs Wusterhausen - Golm - Potsdam - Berlin-Friedrichstraße). 

Änderungen im Regionalverkehr (Quelle: DB)

Der RE1 hat vom 10. September bis 14. Oktober zwischen Zoologischer Garten und Hauptbahnhof (drei Stationen, rund acht Minuten Fahrzeit) eine Lücke, für die die Fahrgäste auf die S-Bahn umsteigen müssen.

Auch der RE2 ist vom 10. bis 23 September in Berlin zwischen Berlin-Charlottenburg und Berlin-Hauptbahnhof (fünf S-Bahn-Stationen, rund zehn Minuten Fahrzeit) und vom 24. September bis 14. Oktober zwischen Spandau und Berlin Hauptbahnhof (elf S-Bahn-Stationen, rund 20 Minuten Fahrzeit) unterbrochen. Auch hier ist ein Umstieg auf die S-Bahn nötig.

Beim RE7 müssen Fahrgäste vom 10. September bis 14. Oktober in Berlin zwischen Berlin-Charlottenburg und Berlin-Hauptbahnhof (fünf S-Bahn-Stationen, rund zehn Minuten Fahrzeit) auf die S-Bahn umsteigen.

Die RB14 hat dann vom 10. bis 23. September in Berlin zwischen Berlin-Charlottenburg und Berlin-Friedrichstraße (sechs S-Bahn-Stationen, rund zwölf Minuten Fahrzeit) und vom 24. September bis 14. Oktober in Berlin zwischen Berlin-Spandau und Berlin-Friedrichstraße (13 S-Bahn-Stationen, rund 25 Minuten Fahrzeit) eine Lücke.

Die RB21/22 endet vom 10. September bis 14. Oktober in Berlin-Charlottenburg (sechs S-Bahn-Stationen bis zum eigentlichen Endhalt Friedrichstraße, rund zwölf Minuten Fahrzeit).

Abgeschlossen sein sollen die S-Bahn-Arbeiten am 4. November, die Arbeiten an den Regionalbahnstrecken am 14. Oktober.

Erklärung der Bauarbeiten im Video (Quelle: S-Bahn)

Sendung: Inforadio, 22.08.2019, 9 Uhr

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16 Kommentare

  1. 16.

    Habe ich das gerade in dem Video richtig gesehen? Muss sich Berlin für den Ersatzverkehr jetzt schon Busse aus München leihen?

  2. 15.

    "Die Busersatzlinien für die nicht bedienten S-Bahnlinien starten in der Landsberger Allee (Richtung Ahrensfelde für die S7)"

    Warum können diese nicht auch am Ostkreuz starten, wo die S7 dann auch ihren Endbahnhof hat? Schlimm genug, dass man in dieser Zeit auf langsame Ersatzverkehre ausweichen muss. Dann muss man auch noch extra am Ostkreuz in die Ringbahn sowie an der Landsberger Allee noch einmal umsteigen, um zu diesem Ersatzverkehr zu kommen.

  3. 14.

    Also ganz ehrlich hab dafür null Verständnis soviel wie gebaut wird müsste der s Bahn Verkehr ja schon zu 90 Prozent pünktlich sein aber nicht mal das dann sollte das Geld lieber in den Zügen fließen statt in den Gleisen.
    Und vorallem auf gut deutsch gleich den kompletten Osten lahm zu legen ist eine reife Leistung.
    Weil die Busse auch super sich im Straßenverkehr im Stau gut machen da ist man auf alle Fälle sehr schnell unterwegs - nicht.

    Tolle Planung.
    Sind ja wieder Ferien aber es gibt Leute die müssen zur Arbeit.
    Also doch ins Auto.
    So bekommt man die Autofahrer auf alle Fälle aufs Gleis so wie die Bahn das ja will. Aber Glanzleistung.

  4. 12.

    "Kann man nur hoffen das auch gearbeitet wird und nicht drei Mitarbeiter den vierten beim arbeiten zu schauen, sieht man sehr häufig."

    Ja, dieses Phänomen konnte man jahrelang beim BER bewundern: Der Erste ist blind, der Zweite taub und der Dritte ist stumm.
    Der Blinde liest den Bauplan, der Taube hört auf die Anweisungen vom Blinden und der Stumme sagt dem Arbeiter, was er zu tun hat. :o)

  5. 11.

    Erstmal danke an den rbb24 für die sehr ausführliche Beschreibung wo was gesperrt ist. Unfähigkeit würde ich nicht sagen aber eine etwas bessere Planung hätte man sich schon gewünscht denn einige Orte sind ja dar durch regelrecht abgeschnitten. Mit mit den Ersatzverkehr klappt es fast nie.
    Auf der anderen Seite ist es aber nun mal so das vieles gemacht werden muss und dafür nun mal Sperrungen notwendig sind. Kann man nur hoffen das auch gearbeitet wird und nicht drei Mitarbeiter den vierten beim arbeiten zu schauen, sieht man sehr häufig.

  6. 10.

    Und? Das nennt man Wartung und ist ebenfalls komplett normal. Ich verstehe nicht, warum sich Menschen hier darüber aufregen. Das hat nichts mit Unfähigkeit oder mangelnder Planung zu tun. Wartung muss sein. Und wenn gesperrt werden muss, dann muss halt gesperrt werden. Besser, als wenn nicht gewartet wird und ein Unglück passiert. Oder?

  7. 9.

    Eisenbahn Brücken Dehnungsfugen(zZ. am Hbf)Fahrbahnen Weichen Sicherungstechnik müssen nachwievor alle 10-15 Jahre überarbeitet ausgetauscht werden, so das bei der Menge und den Arbeitsschutzrichtlinen der EU wochenlange Vollsperrungen uns ständig(100e Jahre)begleiten werden.

  8. 8.

    Es gibt doch die viel gehypte Straßenbahn und diverse Buslinien, und die U-Bahn im Osten. Braucht man nicht mal SEV.

  9. 7.

    einfach mal Glotzen uff bevor protestiert wird:

    "...Der S-Bahnhof Gehrenseestraße wird nicht vom Ersatzverkehr angefahren, kann aber zu Fuß von der Bushaltestelle Klettwitzer Straße erreicht werden..."

    da steht nichts von einem Bahnhof Klettwitzer Straße!

    Hinsetzen, Luft holen und ERST denken, DANN schreiben!

  10. 6.

    Vielleicht weil es in den Sommerferien schon andere Baumaßnahmen gegeben hat und man das S-Bahnnetz für die Sommerferien nicht komplett stilllegen wollte? Ist für mich logisch und nachvollziehbar.

  11. 5.

    Aber Berlin wird Autofrei.

  12. 4.

    Und wieder die Fragen aller Fragen: Warum wird das nicht in den Sommerferien gemacht?
    Deutschland und Bauen passen einfach nicht zusammen.

  13. 3.

    Klettwitzer Straße ist kein Bahnhof, es ist Gehrenseestraße der nur von der S75 angefahren wird.

  14. 1.

    Der Link für die große Karte ist fehlerhaft. Hier ist der richtige: https://www.rbb24.de/content/dam/rbb/rbb/rbb24/2019/2019_08/Presse/Neue-Bruecken_058_Download1-data-3.jpg.jpg

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