Der Angeklagte hält sich in einem Gerichtssaal im Landgericht ein Papier vor sein Gesicht (Quelle: dpa/Paul Zinken).
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Messerangriff in Berlin - Angeklagter wollte Union-Fan angeblich nicht töten

Sieben Monate nach einer tödlichen Messerattacke gegen einen 19-jährigen Mann auf einem Supermarkt-Parkplatz in Berlin-Prenzlauer Berg hat der Angeklagte den Mordvorwurf vor Gericht zurückgewiesen. Er habe den ihm unbekannten Geschädigten nicht töten wollen, ließ der 29-Jährige verlauten.

Gregor Gysi tritt als Anwalt der Nebenklage in dem Prozess auf.(Quelle: dpa/Paul Zinken)
Der ehemalige Linken-Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi tritt als Verteidiger der Nebenklage in dem Prozess auf. | Bild: dpa/Paul Zinken

Opfer stirbt im Krankenhaus

Er soll den ihm unbekannten Mann laut Ermittlungen grundlos attackiert haben. Es sei ihm bei der Tat im Februar 2019 "einzig darum gegangen, aufgestaute Aggressionen abzureagieren", hieß es in der am Freitag zu Prozessbeginn verlesenen Anklage.

Der 19-Jährige kam mit einem Begleiter von einem Fußballspiel, als ihn der Angreifer gegen 17 Uhr attackiert haben soll. Das Opfer soll ein Trikot des 1. FC Union Berlin getragen haben. Das soll laut den Ermittlungen allerdings nicht Auslöser des Angriffs gewesen sein. Zeugen hätten geschildert, dass der junge Mann auf die Pöbeleien des Angeklagten nicht reagiert und sich defensiv verhalten habe, hieß es am Rande der Verhandlung.

Angeklagter hat sich bisher nicht geäußert

Der Angeklagte äußerte sich zu Prozessbeginn nicht persönlich zu den Vorwürfen. Sein Verteidiger hatte erklärt, bei seiner Einlassung zur Sache beziehe sich sein Mandant auf seine Aussagen bei der Polizei. Damals hatte der 29-Jährige erklärt, dass er unter erheblichem Einfluss von Alkohol und Drogen gestanden habe. Auf dem Parkplatz hätten "Jugendliche eine Bemerkung gemacht". In einer Rangelei habe er sich bedroht gefühlt und in den Arm des Gegners stechen wollen.

Die Tat ereignete sich nachmittags auf dem Parkplatz eines Netto-Supermarktes an der Ecke Stahlheimer Straße/Wichertstraße. Das Opfer erlitt bei dem Messerangriff schwerste Stichverletzungen und starb wenig später im Krankenhaus. Nach der Tat hatten sich zahlreiche Union-Fans am Tatort zu einer Mahnwache versammelt.

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2 Kommentare

  1. 1.

    Zitat: "... tritt als Verteidiger der Nebenklage in dem Prozess auf." - Verteidiger?

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