V.l.n.r.: Die Schauspielerin Natalia Wörner, Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und der Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Video: Abendschau | 09.08.2018 | Arndt Breitfeld | Bild: dpa/Jörg Carstensen

Nach Angriff auf Berliner Rabbiner - Außenminister Maas sichert Juden seine Solidarität zu

Rund zwei Wochen nach einem antisemitischen Angriff auf den Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal haben hunderte Menschen ihre Unterstützung für das Opfer bekundet.

An einem Solidaritätsgebet in einer Synagoge in Berlin-Wilmersdorf nahm am Freitagabend auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) teil - zusammen mit seiner Partnerin Natalia Wörner. Auch viele Christen, darunter der künftige evangelische Landesbischof Christian Stäblein, fanden sich zu dem Gebet ein.

"Umso beherzter gegenhalten"

"Es ist abstoßend, widerlich und es macht wütend, wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland beschimpft und bespuckt werden", sagte Maas laut Redemanuskript. Antisemitismus sei in Deutschland lauter und aggressiver geworden. "Umso beherzter müssen wir gegenhalten, wo immer es geht."

Teichtal ist Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Am vorvergangenen Wochenende hatten zwei Männer den Geistlichen nach einem Gottesdienst auf Arabisch beschimpft und bespuckt. Eines seiner Kinder war bei dem Vorfall dabei. Die Ermittlungen beim polizeilichen Staatsschutz laufen. Zum aktuellen Stand äußerte sich die Polizei am Freitag auf Nachfrage unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht.

Teichtal will sich nicht verstecken

"Wir werden uns nicht verstecken oder unsere Identität auf irgendeine Weise verbergen", erklärte Teichtal anlässlich des Solidaritätsgebets mit Blick auf wiederholte Übergriffe auf Juden in Berlin. "Ganz im Gegenteil, wir werden alles tun, um mit Respekt füreinander einzustehen und den Dialog untereinander zu fördern." Die Mehrheit hierzulande sei tolerant. "Die meisten Menschen in Deutschland wollen diese Aggression gegen Juden als traurigen Bestandteil des jüdischen Alltags nicht hinnehmen", sagte Teichtal.

Auch der jüdische Journalist Henryk M. Broder war zu dem Solidaritätsgebet erschienen. Dazu trut er ein T-Shirt mit auffälligem Aufdruck: zwei gekreuzten Sturmgewehren unter einem Davidstern und die Aufschrift "Guns n' Moses" - in Anspielung an die Rockband "Guns n' Roses".

Sendung: Abendschau, 09.08.2019, 19.30 Uhr

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10 Kommentare

  1. 10.

    Das schlimmste was es gibt sind Heuchler!

  2. 9.

    " Antisemitismus sei in Deutschland lauter und aggressiver geworden."
    Was sind denn die Gründe dafür?
    "Umso beherzter müssen wir gegenhalten, wo immer es geht."
    Und wo ist Maas Einsatz in der UNO für den einzigen demokratischen Stat im vorderen Orient, Israel?

  3. 8.

    " Typisch Politiker, Reden schwingen und lamentieren, nur bei den Taten herrscht auf einmal das große Schweigen im Walde. "
    stimmt, aber das ist die derzeitige " Politik" in Deutschland.

  4. 7.

    wäre da nicht eher der Innenminister zuständig ?

  5. 6.

    Bei der Veranstaltung ging es nicht um den Rückgriff auf mutmaßliche Täter sondern um Solidarität zum Opfer/zu den Opfern antisemitischer Angriffe.
    Beste Grüße, rbb|24

  6. 5.

    Ja, leider ist es so, und Henryk M. Broder konterkariert damit die Sache, um die es geht, mit den gekreuzten Sturmgewehren unter dem Davidstern genauso wie mit dem Wunsch, es wäre ihm lieber gewesen, dieses Solidaritätsgebet in einer Moschee zu erfahren. D. h. doch, daß jede(r) arabisch Sprechende automatisch dem Islam angehört und eine Moscheegemeinde in Sippenhaft zu nehmen ist - diese Art tut einfach weh und verletzt; schade. -

  7. 4.

    Super, Juden und Christen beten zusammen! Gemeinsame Gebete, die zahlreichen Gemeinsamkeiten unterstreichen, Differenzen respektieren, das ist die Zukunft, wie die Religionen miteinander umgehen soll. Schade, dass keine Muslime dabei waren. Falls sie doch dabei waren: sehr schade, dass dies nicht erwähnt wurde.
    Ich bin ein großer Fan vom House of One im Berlin!

  8. 3.

    "Es ist abstoßend, widerlich und es macht wütend, wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland beschimpft und bespuckt werden", sagte Maas laut Redemanuskript. Antisemitismus sei in Deutschland lauter und aggressiver geworden. "Umso beherzter müssen wir gegenhalten, wo immer es geht."

    Typisch Politiker, Reden schwingen und lamentieren, nur bei den Taten herrscht auf einmal das große Schweigen im Walde.

  9. 2.

    Sehr auffällig in der gestrigen Abendschau-Sendung war, dass offenbar absichtlich nicht erwähnt wurde, dass der Angriff nicht von Deutschen, sondern offenbar von Arabern ausging (hier im Artikel korrekt wiedergegeben). Durch das weglassen dieser Information und die Anmerkungen von Maas zu Ausländerfeindlichkeit in dem durchaus ausführlichen Abendschau-Beitrag wurde ein völlig falsches Bild über den Vorfall erzeugt, nämlich dass es sich um einen Angriff von rechtsradikaler deutscher Seite gehandelt haben könnte.
    Mit solcher Art von politisch verfälschender Berichterstattung beschädigt der RBB weiter seine Glaubwürdigkeit.

  10. 1.

    Herr Broder schafft es immer, sich wichtiger zu nehmen als die Sache.
    Er stänkert halt gern. Und nach den den Angriffen auf Juden ist als Reaktion Gun:s and Moses einfach nur peinlich.
    Soll man jetzt also "zurückschiessen" ?
    Primitiv.
    Klartext : Jeder Mensch hat Recht auf körperlicher Unversehrtheit usw. Und anheizen ist "trumpish".
    LG H.Herwig
    Berlin

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