In der Nacht zum 15.04.2017 war ein Brandanschlag auf eine Asylunterkunft in Kremmen verübt worden. (Quelle: rbb Fernsehen/Brandenburg aktuell)
Bild: rbb Fernsehen/Brandenburg aktuell

Flüchtlingsheim in Kremmen - 37-Jähriger wegen Beihilfe zu Brandstiftung verurteilt

In einem Revisionsprozess vor dem Landgericht Neuruppin ist ein 37-Jähriger wegen Beihilfe zur Brandstiftung auf ein Flüchtlingsheim zu einer Haftstrafe von 18 Monaten worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Das teilte das Gericht am Freitag der Nachrichtenagentur DPA mit.

Zunächst als Mittäter verurteilt

Im ersten Urteil vor dem Landgericht im Juli 2018 war der Mann zu zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen gemeinschaftlicher versuchter schwerer Brandstiftung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er gemeinsam mit einem 30-Jährigen in der Nacht zu Ostersamstag 2017 zwei Brandsätze auf ein Haus einer Flüchtlingsunterkunft in Kremmen (Landkreis Oberhavel) schleuderte. Bei dem Angriff wurde niemand verletzt.

Der Angeklagte legte Revision ein, woraufhin der Bundesgerichtshof das Urteil aufhob. Der 37-Jährige sei nicht als Mittäter, sondern nur wegen Beihilfe zu verurteilen. Dem folgte das Landgericht nun in seinem Urteil. Außerdem verurteilten die Richter den Angeklagten wegen Beihilfe zur Herstellung, Besitz und Führen eines Brandsatzes. Gegen das Urteil gegen den 37-Jährigen ist eine Revision möglich.

Haupttäter hatte laut Gericht keine Tötungsabsicht

Der Haupttäter war 2018 zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte Revision eingelegt. Sie war der Ansicht, der 30-Jährige habe mit Tötungsabsicht gehandelt und beantragte eine Verurteilung wegen versuchten Mordes und eine Strafe von neun Jahren und drei Monaten Haft. Das sah das Gericht damals anders und verneinte den Tötungsvorsatz. Dem schloss sich der BGH in seinem Urteil an.

Sendung: Brandenburg aktuell, 09.08.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

2 Kommentare

  1. 1.

    Da versucht jemand, Menschen zu töten, indem er ihre Unterkunft anzündet und bekommt Bewährung, über die er sich wahrscheinlich schlapplacht.
    Aber vielleicht klappt es beim nächsten Zündeln besser.

Das könnte Sie auch interessieren