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Ein Mobbingopfer erzählt - "Ich hätte damals dringend offene Unterstützung gebraucht"

Zwei Jahre lang wird Laura gemobbt als Schülerin. Heute ist sie 32 Jahre alt, verheiratet und kann reflektiert auf diese Zeit zurückschauen. Doch die Zeit zwischen 2002 und 2004 hat sie geprägt - und vieler Illusionen und Kraft beraubt.

Laura* heute

Ich bin 32 Jahre alt, berufstätig und lebe verheiratet in einer norddeutschen Stadt. Ich bin von der achten bis zur zehnten Klasse, als ich noch in meiner Heimatstadt lebte, gemobbt worden. Das war zwischen 2002 und 2004 – also bis kurz vor der 11. Klasse. Da gab es natürlich noch keine sozialen Netzwerke in der heutigen Form. Was ich erlebt habe, ist etwas anders als das, was man heute unter Cybermobbing versteht, oder was so in sozialen Netzwerken abläuft.

Wie das Mobbing begann

Ich erinnere mich, dass das Ganze in der achten Klasse offline losging. Wenn ich in den Klassenraum kam und an den Jungs vorbeilief, drehten sie sich weg. Das war also erstmal eher subtil. Deshalb habe ich es gar nicht so realisiert oder geglaubt, dass ich gemeint bin. Ich dachte, das ist eher Zufall. Irgendwann habe ich dann schon gemerkt, dass das System hatte. Die Jungs scharten sich oft mit anderen Jungs aus den Parallelklassen in der Pause zusammen. Es kam zu Blicken und Getuschel. Als ich dann verstanden habe, dass ich gemeint bin, hat mich das natürlich sehr verunsichert.

Lauras Standing in der Schule

Ich war bis dahin gar nicht mal unbeliebt. Unter den Mädels hatte ich schon auch einige Freundinnen. Aber als sich dann Cliquen bildeten, gehörte ich zu keiner.  

Man denkt natürlich später immer wieder darüber nach, warum sich die Mobber ausgerechnet einen selbst ausgesucht haben. Inzwischen denke ich, dass das auch ein Stück weit zufällig geschieht. Andererseits haben Jugendliche auch manchmal einen Draht dafür und merken, mit wem sie es vielleicht machen können. Obwohl ich wirklich nicht das typische "Opfer" bin. Ich war damals einfach ein bisschen bunter, alternativer gekleidet. Ich habe mir nicht viel aus den neuesten Trends gemacht.

Die Situation eskalierte dann online

Nach dem Getuschel ging es mit Schmierereien auf meinem Tisch weiter. Da wurde aber tatsächlich einer erwischt, und der Junge musste einen Entschuldigungsbrief schreiben. Aber es war sonst eben fast immer sehr subtil und nie wirklich greifbar, was die Jungs machten.

Dann hat meine Sandkastenfreundin, die auf eine andere Schule unserer 80.000-Einwohner-Stadt ging, sich eine eigene Website gebaut. Darauf hat sie auch Fotos von uns beiden gepostet. Diese Website hatte einen Forum-Bereich, wo Gäste kommentieren konnten. Und eines Abends waren da lange Beiträge von zwei anonymen Nutzern, die sich ganz offensichtlich auf mich bezogen.

Was in den Kommentaren stand

Die waren zutiefst menschenverachtend und bösartig geschrieben. Also es ging so richtig, wenn es auch nicht sexuell war, unter die Gürtellinie. Aber es war deutlich im rechten Bereich - irgendwo war sogar davon die Rede, dass mich die Schreiber ins  Konzentrationslager wünschten. Das war also echt heftig. Ich habe das damals ausgedruckt, habe es aber irgendwann weggeworfen. Noch heute frage ich mich, wie Menschen in der Lage sind, so etwas zu schreiben. Mein Mann ist Lehrer, der sagt immer, heute laufe Mobbing gar nicht mehr so textbasiert. Da würden eher auf Instagram Fotos manipuliert und rumgeschickt. Das ist alles viel schnelllebiger.

Meine Freundin hat mich nach den Einträgen sofort informiert, alles abgespeichert und die Website offline genommen. Das war damals echt ein Schock, das zu lesen. Vorher waberte alles eher durch die Luft, und dann steht da sowas. Wir sind dann mit unseren Eltern zur Polizei gegangen und haben Anzeige erstattet. Für die Polizei war das, glaube ich, auch relativ neu. Ich meine, es wurde unter sexueller Belästigung aufgenommen. Das war 2004. Und für das Thema Cybermobbing gab es noch gar keine Kategorie.  

Wie es in der Schule weiterging

In der Schule habe ich dann ein paar Leuten gesagt, dass diejenigen, die diese Kommentare geschrieben haben, ein richtiges Problem bekommen würden. Denn wir hatten die IP-Adressen abgespeichert, und so konnte die Polizei auch herausfinden, wer es war. Es hat zwar etwa vier Monate gedauert, aber sie konnten die Adressen eindeutig den Rechnern der Jungen zuordnen.  Meine Lehrerin, die Bescheid wusste, hat an einem Tag – einer der Jungen ging ja in meine Klasse – das Thema in aller Breite ausgeführt und dem anonymen Täter, gesagt, dass die Tat Konsequenzen haben wird, wenn sich derjenige nicht freiwillig meldet.  Aber alle haben geschwiegen. Mir war es sehr unangenehm, und alle waren sehr verlegen. Damals waren die Sommerferien wirklich eine Erlösung für mich.

Lauras Bewältigungsstrategie

Ich war damals in der zehnten Klasse. Heute weiß ich gar nicht, wie ich das geschafft habe. Ich bin jeden Tag in die Schule gegangen und wollte auf keinen Fall einknicken. Die Mutter meiner Freundin sagte irgendwann, andere hätten sicherlich zum Strick gegriffen. Aber das war für mich keine Option. Ich habe keinen Tag gefehlt.

Ich merke im Nachgang, was es mich damals für eine Kraft gekostet hat, das alles zu ertragen. Nach den Kommentaren auf der Website ist dann aber auch nichts mehr passiert - es trat auch nicht mehr einfach einer von hinten an meinen Stuhl oder so.

Wessen Unterstützung geholfen hat

Die größte Unterstützung in der Zeit waren sicherlich mein älterer Bruder und meine beste Freundin. Ich glaube, meine Eltern waren ein bisschen überfordert mit der gesamten Situation. Manche Mütter meinten damals, die Jungs fänden mich toll und würden sich deshalb so verhalten. Die haben das Problem nicht richtig verstanden. Ich habe mir dann in der elften Klasse einen neuen Freundeskreis gesucht. Denn zwei meiner Freundinnen haben mich damals schon ein bisschen im Regen stehen lassen.

Wie es mit den beiden Jungen weiterging

Nach den Sommerferien kam dann ein Anruf von den Eltern eines der beiden Jungen, die diese Kommentare geschrieben hatten. Sie sagten, sie hätten einen Brief von der Polizei bekommen. Sie warfen uns vor, wir würden uns doch schon seit der Grundschule kennen und hätten uns direkt bei ihnen melden sollen. Sie kamen bei uns vorbei und wir saßen alle – auch der Junge – sehr verlegen in unserem Wohnzimmer. Da hat er dann auch eingeräumt, dass er das geschrieben hat. Für die Eltern ist zwar irgendwie die Welt zusammengebrochen, weil ihr Sohn solche Dinge macht, aber ich glaube, die haben das ganze Ausmaß auch nicht so richtig begriffen.

Ich habe mich damals dafür entschieden, die Anzeigen fallenzulassen. Denn es ging mir nicht darum, die Jungen für ihr Leben zu strafen oder ihnen irgendwelche Chancen zu verbauen. Die Verfahren an der Schule liefen aber weiter.

Was sich Laura gewünscht hätte

Erst Jahre später habe ich erfahren, dass ich damals stille Unterstützer in meiner Klasse hatte. Ein sehr beliebtes Mädchen, mit der ich gar nicht eng befreundet war, hat – zu der Zeit hat man zum Austausch online ICQ benutzt -  einen der Jungen gefragt, ob er das war mit den Kommentaren und warum er es gemacht hätte. Dort hat er es zugegeben und eingeräumt, er hätte mich seelisch fertig machen wollen. Das Mädchen hat das dann ausgedruckt und der Schulleitung gegeben. Sie hat mir aber nie etwas davon gesagt.  Und ich glaube, ich hätte damals dringend offene Unterstützung gebraucht. Es ist wichtig, dass auch die Menschen in der Umgebung ihre Verantwortung wahrnehmen, wenn sie sehen, dass jemand ausgegrenzt wird. Das erfordert natürlich enorm viel Mut, weil jeder, der sich solchen Leuten entgegengestellt, das Risiko eingeht, dass er selbst ausgegrenzt wird. Als Jugendlicher braucht man aber auch dringend engagierte Lehrer, die das Problem ernst nehmen, und die auch wissen, wie sie damit gut umgehen können.

Die Folgen des Mobbings

Ich habe die schulpsychologische Unterstützung, die mir von der Schulleitung angeboten wurde, damals abgelehnt. Ich hatte das Bedürfnis, stark zu sein und mich um mich selber zu kümmern. Ich dachte, wenn ich krank oder schwach bin, greife das meine Substanz an und gäbe den Leuten Recht, die mich angreifen. Ich habe erst Jahre später festgestellt, wie sehr mich das alles seelisch verletzt hat. Gerade in einer Phase, die so wichtig ist für die Persönlichkeitsbildung.

Ich habe mich jahrelang nicht attraktiv, nicht schön gefühlt. Immer, wenn es irgendwo Getuschel gab, habe ich das auf mich bezogen. Ich hatte Angst, dass da wieder jemand ist, der was gegen mich hat und der mich bei anderen verunglimpft. Diese Zeit hat schon starke Wunden geschlagen. Gerade Jugendliche brauchen ganz stark die Bestätigung aus ihrer Peer-Group, um einen Spiegel zu haben.

Zwar hat mich die Erfahrung, das alles durchzustehen im Nachhinein eher stärker gemacht. Es ist aber kein guter Weg, um zu wachsen.

Das Gespräch mit Laura führte Sabine Prieß, rbb|24

*Der Name wurde verändert, um die Anonymität der Betroffenen zu wahren.

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22 Kommentare

  1. 20.

    Frank,im Grunde genommen sind wir einer Meinung. Wenn der Beginn eines Mobbingfalls erkannt wird, kann natürlich versucht werden durch Gespräche das Mobbing zu stoppen. Aber auch das kann sich schon als sehr schwierig erweisen, es kommt darauf an, mit welchen Persönlichkeiten man es zu tun hat. Ich habe in der Kinder und Jugendpsychiatrie der DRK Kliniken Berlin beste Erfahrungen mit den Fachleuten gemacht. Sie haben meine Tochter im freien Fall aufgefangen.

  2. 19.

    Heike, ich rede vor allem von Praevention und fruehzeitigem Eingreifen. Fachleute muessen wie gesagt dann ran, wenn ein Mobbing sich ueber Monate oder gar Jahre aufbauen konnte und jemand als Opfer schwere Verletzungen angesammelt hat. Soweit soll, muss und darf es aber gar nicht kommen! Mit einer guten, gefuehrten Gespraechskultur in den betreffenden Gruppen (Schule usw) kann im Idealfall ein beginnendes Mobbing erkannt und gestoppt werden. Hier muessen keine inneren Konflikte einer Person thematisiert werden. Hier geht es darum zu sagen, "Ich habe den Eindruck, dass nicht alle gut in die Gruppe integriert sind. Ist das so? Wenn ja, warum? Und wie koennen wir das gemeinsam aendern?" - Und natuerlich kann beim Mobbing Scham eine grosse Rolle spielen. Resignation setzt erst spaeter ein. Ich weiss das aus eigener Erfahrung - und ich weiss auch genug ueber seelische Wunden, und was manche Fachleute da koennen - und was nicht.

  3. 18.

    Ein Mobbing Opfer schämt sich nicht, es resigniert. Sie können mir glauben, es dauert Jahre bis die seelischen Wunden verheilen. Und deswegen sollte auf jeden einzelnen, ob Opfer oder auch Täter vorsichtig zugegangen werden.
    Und dann können Fachleute sehen, ob es geeignet ist in der Gruppe zu arbeiten oder nicht. Die seelischen Konflikte eines Einzelnen sollten nicht von Anfang an in der Gruppe thematisiert werden, das könnte fatale Folgen haben.

  4. 17.

    Genau diesen vorsichtigen Ansatz halte ich fuer ganz falsch: Als Mobbing-Opfer ausgesucht zu werden ist nichts, dessen man sich schaemen muss! Es ist leider Alltag, wenn auch nicht immer in so schlimmer Form. In der Schule, im Betrieb, im Verein, in der Familie. Mobbing ist das Ergebnis, wenn in einer Gruppe etwas nicht optimal laeuft. Wenn jemand an den Rand gedraengt wird, fehlt sein positiver Input der ganzen Gruppe! JEDER in einer Gruppe ist also Betroffener, auch wenn natuerlich nicht jeder es so uebel zu spueren bekommt wie der (zufaellig) ausgesuchte und dann dazu gemachte Aussenseiter. Daher muss man Mobbing auch in der Gruppe thematisieren - und zwar am besten praeventiv. Es muss Schluss mit dem Verstecken und der Scham! Gruppengespraeche muessen so selbstverstaendlich sein wie ein Sport- oder Grillfest.

  5. 16.

    Ich denke schon, das dies ein sehr sensibles Thema ist. Auf jeden Fall für die Opfer. Wenn Verdachtsmomente bestehen, sollte der Versuch unternommen werden mit dem Opfer und auch mit den sogenannten Tätern ins Gespräch zu kommen. Und je nach dem wie eine Reaktion ausfällt, können nächste Schritte überlegt werden.
    Auch sollte die Aufklärungsarbeit an sich nicht zu sehr gepusht werden. Es sollte so sein, das zu mindestens jeder weiß, ob nun in einer Schule oder im Betrieb, das es eine Anlaufstelle gibt, wo sich Betroffene hin wenden können. Das wäre ein Anfang für Aufklärungsarbeit.

  6. 15.

    Soweit ich das beurteilen kann, gibt es ja so einige Schulen, wo das bereits thematisiert wird. Ein sensibles Thema ist das aber gar nicht: Es kann fast jeden von uns treffen, der in einer Gruppe agiert. Und fast jeder hat dabei das Potenzial, auf beiden Seiten zu stehen: viele potenzielle Opfer mit Zweifeln am Selbstwert werden zu Taetern, Mittaetern oder Duldern - denn so lange der Aussenseiterplatz besetzt ist, kann man nicht selbst dorthin gedraengt werden. Diese Gruppendynamik muss man in Schulklassen, aber auch in beruflichen oder privaten Gruppen rechtzeitig und regelmaessig thematisieren, jedoch erstmal ohne zu dramatisieren. Denn dramatisch wird es erst, wenn ein Mobbing so viel Fahrt aufnehmen kann, dass Menschen (seelisch und/oder koerperlich) verletzt werden.

  7. 14.

    In den Schulen müsste mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden. Die Frage stellt sich, wie mit solch einem sensiblen Thema umgegangen wird und auch mit allen Beteiligten. Ob nun das Opfer, die so genanten Anführer wie auch die Mitwisser. Meine Tochter hatte sich entschieden, die Schule zu wechseln, aber das kann natürlich nicht jeder.

  8. 13.

    Danke fuer Ihre Schilderung! - Wenn Mobbing schwere seelische Verletzungen verursacht, sollten Fachleute die Heilung foerdern, klar. Ebenso wie bei schweren koerperlichen Wunden. Wichtig ist aber fuer die Zukunft, solche Verletzungen moeglichst ganz zu verhindern. Und das koennen oft auch 'normale' Menschen. - Ihre Tochter wurde als Opfer ausgewaehlt, weil ihre Groesse auffaellt. Das war aber Zufall: Die Mobber wollten einfach irgend(!)jemanden ausgrenzen, und den haben sie schnell gefunden. Waere jemand mit 12 Fingern da gewesen, haetten sie vielleicht den genommen. Jedenfalls hat bereits da das schulische Umfeld Ihrer Tochter versagt: Die wohl maximal 2, 3 Anfuehrer durften frei mobben, der Rest der Gruppe hat mitgemacht oder geschwiegen; aus Angst, selbst dran zu sein. - Und hier muss kuenftig der Schwerpunkt liegen: Menschen und Gruppen staerken! Niemand sollte aufgrund von Zweifeln am eigenen Wert zum Opfer, zum Taeter, Mittaeter oder Dulder werden.

  9. 12.

    Meine Tochter wurde aufgrund Ihrer Körpergröße (1,87 ) in der Schule von mehreren Mitschülerinnen gemobbt und dadurch schwer Magersüchtig. Sie begann sich an Körperstellen, die nicht gleich zu sehen waren , zu ritzen und verschloss sich immer mehr. Ich habe es sehr spät erkannt, aber nicht zu spät. Wir suchten von Anfang an Hilfe von Fachleuten. Meine Tochter machte eine stationäre Therapie und verliess diese Schule. In einem ganz neuem Umfeld wiederholte sie die Klasse und schaffte ihr Fachabitur. Bald beendet sie ihre Ausbildung zur Krankenschwester beim DRK. Ich selber machte eine Therapie und lernte dabei mit dieser Problematik umzugehen. Was ich damit sagen will, ist, das jeder dieser traurigen Fälle ganz individuell und sensibel behandelt werden muss, damit der betroffenen Person geholfen werden kann. In meinem Fall war die Hilfe von Fachleuten der richtige Weg, aber man kann das einfach nicht pauschalisieren.

  10. 11.

    Nach der meistverbreiteten Definition bedeutet 'Mobbing' konkret das Ausgrenzen durch die Mehrheit einer Gruppe (engl 'Mob' = 'Poebel'). Da gibt es dann immer vorrangige Mobber, Mit-Mobber und Tolerierer. Wenn man solche negative Gruppendynamik bekaempfen will, muss man mit Gruppenpsychologie arbeiten, denn die Mobber haben eine Heidenangst davor, selbst ausgegrenzt zu werden. Wenn dagegen Einzelpersonen andere Einzelpersonen drangsalieren, waere das eher 'Bullying' (von engl 'Bully' = 'Tyrann'). Hier kann man mit Gruppenpsychologie nicht so viel oder gar nichts machen, weil die 'Tyrannen' oft laengst selber Aussenseiter sind. Hier muss man dann anders rangehen; ggf tatsaechlich mit Fachleuten.

  11. 10.

    In diesem Fall gebe ich Ihnen vollkommen recht. Aber in vielen Fällen gibt es keine Gruppe und keine stille Unterstützung durch irgend jemanden. Es gibt nichts..... und dann wird es gefährlich und dann sollten auch Fachleute hinzugezogen werden.Und deswegen meinte ich auch, wenn jemand so etwas feststellt sollte etwas unternommen werden. Egal in welcher Form. Es reichen manchmal nur kleine Hinweise.

  12. 9.

    Nicht immer muessen "Fachleute" her. Mobbing ist fuer Betroffene furchtbar, aber ein (leider) normales Phaenomen. Und deshalb koennen oft auch 'normale' Menschen an Loesungen mitwirken. In vielen Gruppen wird, oft zufaellig, eine Person in die Aussenseiterrolle gedraengt. Die Draengenden tun dies(unbewusst), weil sie selber Angst vor dieser Rolle haben. Und das kann jeder, der mit so einer Gruppe zu tun hat, thematisieren: Bei guter Gelegenheit den Eindruck schildern, dass da was nicht rund laueft. Oft muss man gar nicht das grosse Wort 'Mobbing' rausholen, das staerkt nur Opfer-Taeter-Zuschreibg. Im Beispiel aus dem Bericht haetten 3 Leute viel eher das Problem konkret ansprechen koennen, weil sie Fakten kannten: 1. die Sandkastenfreundin. 2. die 'stille Unterstuetzerin' 3. die Schulleitung. Alle haben versagt. Warum gab es kein Gespraech in der Klasse, wo der laecherliche Mobber gefragt wurde, wieso er Laura "ins KZ" wuenscht? Er haette schnell gemerkt, wie daneben das ist!

  13. 8.

    Nein, so war es jetzt auch überhaupt nicht gemeint. Vielleicht habe ich diese Zeilen ein wenig falsch interpretiert. Ich glaube das es ein sehr schwieriger Weg ist so etwas zu verhindern. Aus eigener Erfahrung mit meiner Tochter weiß ich jedenfalls, das es ohne Hilfe von Fachleuten nicht geht und ich appelliere an alle, die so etwas feststellen oder den Verdacht haben, etwas zu unternehmen.

  14. 7.

    Zwischen den Zeilen von 'N.N.' glaube ich zu lesen, dass da durchaus persoenliche Erfahrungen vorhanden sind; und zwar auch mit koerperlicher Gewalt. Allerdings finde ich es falsch und sinnlos zu streiten, wer denn nun die "echtere" Mobbing-Erfahrung hat. Interessant ist allein die Frage, wie man kuenftig verhindern kann, aus sozialen Gruppen (Freizeit, Schule, Beruf, Clique, Familie...) ausgegrenzt zu werden, obwohl man daran teilhaben moechte.

  15. 6.

    Ich denke, Sie selber haben damit keine Erfahrungen gemacht und Ihre Äußerung bezieht sich nur auf den Bericht. Das wirkliche Leben sieht leider ganz anders aus.

  16. 5.

    Ich würde sagen: Eine starke Person und großes Glück gehabt!

  17. 4.

    Im April gab es ein Video zur Thematik: In einem Interview sagte ein Herr Goere, dass der meistversprechende Ansatz einer ohne Elterngespraeche und Schuldzuweisung sei - naemlich der "No blame"-Ansatz. Leider ist das Video schon wieder geloescht. Sehr schade! Denn Mobbing passiert fast "automatisch" in jeder Gruppe, und man muss geschickt dagegen vorgehen. Leider aber gehen solche Ansaetze meist unter. Statt dessen wird die klassische Opfer-Taeter-Verteilung aufrecht erhalten: Selbst wenn darin Sanktionen erfolgen, wird sich der Empfaenger des Mobbings immer noch als Opfer fuehlen. Der Taeter wird sich ueber die Sanktionen aergern, sich aber dennoch ueberlegen fuehlen. Das sollte man den Taetern nicht goennen. Einen Menschen aus einer Gruppe zu draengen oder fernzuhalten, ist ein aermliches Verhalten, das ebenfalls therapiert werden muss.

  18. 3.

    Ich sehe hier ehrlich gesagt keinen starken Mobbingfall und erst recht nichts, weswegen sich jemand ein Strick nehmen müsse, weil es so schlimm ist, wie es hier drin steht, wie andere das "aushalten" würden.
    Wenn man über 10 Jahre lang gemobbt wird, nicht nur verbal sondern auch körperlich angegriffen, dann hinterlässt dies wirklich Spuren.
    Sie hatte sogar noch Unterstützung der Eltern, Geschwister und stille Unterstützer. Auch die Schule stand hinter ihr. Oftmals mangelt es jedoch schon allein daran, an der Hilfe in der eigenen Familie. Manchmal ist bereits das eigene zu Hause eine Qual.

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