Schülerdemo an der Landsberger Allee (Quelle: rbb/Miriam Keuter)
Bild: rbb/Miriam Keuter

Verkehrsicherheit für Fußgänger - Berliner Schüler demonstrieren für längere Grünphasen

An der Landsberger Allee in Berlin-Friedrichshain haben am Freitagmorgen Kinder und Eltern für einen besseren Schulweg demonstriert. Nach rbb-Informationen versammelten sich rund 100 Menschen mit Rasseln und Fahrradklingeln an der Kreuzung zur Ebertystraße.

Sie kritisieren vor allem, dass die grüne Ampelphase so kurz ist, dass Fußgänger nur bis zur schmalen Mittelinsel kommen. Die Landsberger Allee ist an dieser Stelle sechsspurig, in der Mitte befinden sich Straßenbahnschienen. Die Überquerung der Landsberger sei deshalb extrem gefährlich, sagt die Initiatorin Anna Ströhl-Sattler: "Es ist schier unmöglich, in der Mitte auf den recht kleinen Verkehrsinseln vor allem mit Fahrrädern und Fahrradanhänger zu stehen."

Eltern kämpfen bereits seit zwei Jahren für eine Verbesserung. Der Verkehrsverwaltung des Senats hat reagiert und angekündigt, dass die Grünphase der Ampel im September verlängert werden soll - mithilfe einer Taste, die Fußgänger drücken können.

Fußgänger-Verband will mit Demo-Spaziergang Gehwege zurückerobern

Längere Grünphasen für Fußgänger fordert auch der Fußgängerverband Fuss e. V.. Der Verband klagt zudem, dass Fußgängern immer mehr Raum genommen werde. So würden Fahrräder und E-Tretroller verbotenerweise auf Gehwegen fahren oder falsch parkende Autos sie blockieren, sagte Geschäftsführer Roland Stimpel. 

Mit einem "Demonstrations-Spaziergang" sollen sich am kommenden Mittwoch die Teilnehmer "unsere Wege" zurückholen, so Stimpel. Mit der Aktion will der Verband seinen Forderungen nach mehr Rechten für Fußgängern Nachdruch verleihen. 

So fordert Fuss e.V. neben längeren Grünphasen an Ampeln auch eine Ausweitung der Tempo-30-Zonen, höhere Strafen für Schwarzparker, keine Leihfahrzeuge auf Gehwegen und Sicherheitssysteme für abbiegende Fahrzeuge. Unterstützt wird die Demonstration unter anderem von Blinden- und Seniorenorganisationen.

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5 Kommentare

  1. 5.

    An Fussgängerinnen Querungen sind Fahrräder zu schieben.* Doch auf dem Gehweg ist es gesetzlich so geregelt, dass Eltern ihre Kinder auf dem Fahrrad begleiten. Wo ist es sonst sicher?! Interessanter Weise sind im Wrangel Kiez viel mehr Eltern in den "verkehrsberuhigten" Bereichen mit ihren Kindern auf der Straße unterwegs seitdem dort vor einigen Tagen Poller diagonal über die Kreuzungen gebaut wurden. Der Verkehr ist jetzt wesentlich langsamer und auch für Kinder sicherer und überschaubarer geworden. Es gibt also einfache, schnell umsetzbare Lösungen. Einfach schneller an vielen Orten umsetzen - z.B. in Nebenstraßen vor Schulen und Kitas.
    * Tun die Eltern zumindest im Bild oben auch :)

  2. 4.

    Wir wohnen am Stadtrand. Es gibt hier unzählige Seniorenwohnheime, Kitas und Schulen. Und viele Kinder und Senioren, die zu Fuß unterwegs sind. Die Ampelschaltungen an allen Ampeln, besonders an den großen Kreuzungen, sind viel zu kurz. Man schafft es selber nicht einmal bei grün bis in die Mitte, wie sollen Alte und Kinder das hinbekommen? Der Verkehr soll fließen und dafür muss der Fußgänger rennen. Es ist wirklich belastend, dass einem so mancher Autofahrer fast den sonstwas abfährt, weil die Ampel auf rot schaltet und man noch nicht drüben ist. Sie fühlen sich dann im Recht. Berlin muss wieder fußgängerfreundlicher werden.

  3. 3.

    Die Schüler haben das Laufen schnellen Schrittes verlernt oder erst gar nicht erlernt. Sie bewegen sich wie Schlaftabletten.

  4. 2.

    Genau.
    Bei unserer Schule war jahrelang die Ampelschaltung auch zu kurz. Man konnte nicht mal über die Straße rüberkommen.
    Durch Bauarbeiten ist die Phase jetzt länger. Aber danach ?

  5. 1.

    Liebe Demonstrierende, ich kann die kurze Ampelschaltung nachvollziehen. Auch ich muss mich immer öfter sputen die andere Straßenseite zu Fuß zu erreichen. Aber Fahrräder mit Anhänger sind Verkehrsteilnehmer und sollten meiner Meinung nicht auch noch die Gehwege und Fußgängerüberwege fahrend nutzen. Dafür hat der Senat doch schon sehr viel Vorlauf mit den Radverkehrswegen in Berlin erzielt.

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