Essen im Gefängnis. Twitter Account von Gefängniscuisine (Quelle: Gefängniscuisine/Twitter)
Gefängniscuisine/Twitter
Video: rbb|24 | 23.08.2019 | Bild: Gefängniscuisine/Twitter

#Foodporn aus der JVA Heidering - Ironischer Twitter-Account dokumentiert Berliner Knast-Essen

Seit mehreren Wochen werden über den Twitter-Account "Gefängniscuisine" Essensbilder aus dem Berliner Gefängnis Heidering verbreitet, häufig mit ironischen Hashtags wie "Foodporn" oder "Happy Sunday". Es gebe keinen Anlass, an der Echtheit der Mitteilungen aus Heidering zu zweifeln, hieß es in der Justizverwaltung.

Drapiert wurden etwa auf blauem Grund ein Brötchen, eine halbe Möhre und eine Scheibe Käse. Dazu der Text: "Rezeptideen? Ach so, habe noch Margarine." Bei einem anderen Tweet ist ein Bild mit Nudeln, Tomatensoße und einem Becher Joghurt zu sehen. Dazu heißt es: "Für ein Kind wäre die Portion ausreichend". Laut "Stuttgarter Zeitung", die zuerst über die Tweets berichtete, stecken drei Insassen aus der JVA Heidering hinter dem Account.

"Ernährung ist für uns alle ein großes Thema"

Neben der reinen Dokumentation der Mahlzeiten haben die Betreiber des Accounts offenbar auch das Anliegen, auf die ihrer Ansicht nach schlechte Qualität des Essens hinzuweisen. "Ernährung ist für uns alle ein großes Thema, und die Art und Weise wie hier mit Ernährung umgegangen wird, ist beängstigend", zitiert die "Stuttgarter Zeitung" die Twitterer. Die Portionen seien zu klein, warmes Essen oft kalt und die Hygiene unzureichend. In vielen Tweets wird die private Cateringfirma kritisiert, die das Gefängnis versorgt.

Die Justizverwaltung sieht nur geringe Chancen, dagegen vorzugehen. "Es ist schwer zu unterbinden", sagte Justizsprecher Sebastian Brux am Donnerstag. Handys seien im Gefängnis zwar verboten, es würden bei Kontrollen auch immer wieder Geräte eingezogen. Doch die Sanktionen müssten auch verhältnismäßig sein. Der Sprecher von Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) zeigte sich erleichtert, dass keine Sicherheitsanlagen oder Namen gepostet wurden.

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15 Kommentare

  1. 15.

    Liebe Leute
    Es geht doch nicht darum ob Handy s im gefängniss erlaubt sind es geht darum das inhaftierte verzweifelt sind und dieses Risiko eingehen erwischt zu werde
    Die Poost entsprechen den Tatsachen wenn Herr brux alles schön redet ist es toll aber es ist es bei weitem nicht dann soll er doch mal erklären wie die Abteilung Bund q sowie der anstaltsartzt das essen am Wochenende kontrolliert wenn sie nicht da sind ????versteht mich nicht falsch aber bitte glaubt den inhaftierten

  2. 14.

    Lustig, dass es dann Krankenhaus heißt, und nicht Gesundungshaus! Wer sich etwas damit auskennt, was Wörter im Kopf eines Menschen mit seiner Psyche machen wollen, weiß, dass hier auch nicht jeder schnellstmöglich "gesund" werden soll. Sonst würde der Staat wohl mehr Geld dort lassen, sodass Ärzte keine 24h-Schichten machen müssten, etc. und ich, für meinen Teil hatte im Krankenhaus keine gute Erfahrung mit Essen. Es ist so gut wie in einer Pension irgendwo im Niemandsland, wo es noch 20g Nutelle-Plastik-Einweg-Packungen gibt etc.

  3. 13.

    Wie sie alle auf den Gefangenen herumhacken. Ist ja auch so praktisch, die haben ja keine Lobby und können sich nicht wehren.
    Echt armselig, wenn man das braucht, um sich wenigstens ein Bisschen besser zu fühlen.
    Schon mal daran gedacht, dass Gefangene arbeiten müssen, während der Hartz IVler fernsehen kann? Und dass Gefangene kaum die Möglichkeit haben, ihr Essen aufzubessern. Krankenhausausessen isst man nochmal wie lange im Vergleich zu einer jahrelangen Haftstrafe?

  4. 12.

    Mal ganz ehrlich: wer in Deutschland und insbesondere in Berlin Insasse einer JVA ist, hat sich entsprechendes zu Schulden kommen lassen. Da wird’s wohl mal für die Dauer der Haftzeit zumutbar sein, auf Sterne-Küche und Luxus-Menüs zu verzichten. Mal abgesehen davon, dass ich diesen Typen, die im Knast illegal Handys besitzen, nicht auch noch eine solche mediale Plattform geben würde. Jeder durchschnittliche Supermarkt schafft es übrigens, dass man kurz hinter der Eingangstür kein Netz mehr hat. Da sollten die Justiz-Verantwortlichen wohl mal jemanden fragen, der sich damit auskennt!

  5. 9.

    Wenn Sie das Essen in dem von Ihnen genannten Krankenhaus als "OK" bezeichnen ist das vermutlich schon das höchste der Gefühle.

    Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr, dass Gesundheit und die Gesundung auch mit der Freude am Genuss zusammenhängen. Gesundheit geht bekanntlich durch den Magen. Die Freude auf und an einer genussvolle Mahlzeit, die den Lebenswillen stärkt kann einen erheblichen Beitrag zur Genesung Kranker leisten.

    Ich würde mich freuen, wenn das entsprechende Versorgungssystem als Bestandteil der Behandlung die Beachtung erhält, die es verdient.

  6. 8.

    Jede Wette: Ratten würden sich angewidert abwenden.

  7. 7.

    Wie bei HartzIV: Im deprimierenden Hungerzustand befristet überleben.

  8. 6.

    Das ist doch totaler Unsinn was Sie da schreiben. In Krankenhäusern ist das Essen sehr gut und nahrhaft und es sind mehrere Mahlzeiten im Angebot.
    Um auf's Thema zu kommen was erlauben sich die Knakis ein 5 Sterne Menü ?! Solch ein Essen haben bei uns in Deutschland nicht mal die Kinder die stark von Armut betroffen sind, die haben meistens gar nichts zu essen und sind auf Wohlfahrtsverbände angewiesen.

  9. 5.

    Sorry, ich weiss nicht von welchen Krankenhäusern Sie reden. Ich persönlich kann vom Krhs. Köpenick sagen, dass das Essen okay ist. Sicher entspricht es nicht immer dem Geschmack, wie man zu Hause kocht. Man hat mehrere Essen zur Auswahl und verhungern wird man auch nicht. Zum Frühstück und Abendbrot kann man seine Bestellung abgeben. Und außerdem bin ich im Krhs. um gesund zu werden und nicht gemästet zu werden!

  10. 4.

    "Geringe Chancen, dagegen vorzugehen" – geht's noch?! Es gibt genug Möglichkeiten, die anderenorts auch funktionieren. Und Heidering hat wohl 170 Bedienste für 560 Inhaftierte.

    Wenn die Berliner Justiz nicht schafft, illegale Internet-Aktivitäten von Inhaftierten zu unterbinden (oder ein illegales Twitter-Account schließen zu lassen), und das scheinbar auch gar nicht wirklich will, sollten sich vielleicht die Verantwortlichen selbst entlassen. Sonst gibt es beim nächsten Drogenfund vielleicht "Erleichterung, weil sie die nur selbst nehmen und nicht über's Dark-Net verkaufen" ...

    Das Essen scheint übrigens gesünder und vor allem regelmäßiger, als sich mancher "draußen" ernährt. Viele in Berlin würden gerne "Lobetaler Bio" und Landliebe "gratis" bekommen, ohne zuvor eine erhebliche Straftat begehen zu müssen. Und wenn das Essen auch beim niedrigeren Kalorienverbrauch im "Knast" wirklich nicht reicht oder unhygienisch ist, kann man § 21 StVollzG geltend machen.

  11. 3.

    Dann können die Insassen sich doch mal als Köche betätigen...

  12. 2.

    "Der Sprecher von Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) zeigte sich erleichtert, dass keine Sicherheitsanlagen oder Namen gepostet wurden."

    Zumindest nicht via Twitter...
    Oder dürfen die Insassen, mit ihren illegalen Handys/Smartphones, nur Twittern?

  13. 1.

    Nur mal so zur Info. Ihr solltet euch das Essen in Berliner Krankenhäusern anschauen, dort sieht die Verpflegung nicht viel besser aus. Es sei den man liegt auf der Komfortstation. Unterernährte Patienten, das wäre doch einen Bericht wert. Danke

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