Symbolbild: Ein Arbeiter verlegt Rohre für Glasfaserleitung. (Quelle: dpa/Kirchner-Media)
Bild: dpa-Symbolbild/Kirchner-Media

Kabelschaden bei Anbieter PŸUR - Tausende Potsdamer ohne Internet, Fernsehen und Festnetz

An der falschen Stelle gearbeitet und ein Kabel getroffen: 17.000 Haushalte in Potsdam sind seit Freitag ohne Internet, Fernsehen und Festnetztelefon. Der Schaden kann wohl so schnell nicht behoben werden.

Fast 17.000 Haushalte in Potsdam müssen seit Freitag ohne Internet, Fernsehen und Festnetz-Telefonie auskommen. Grund sei ein Kabelschaden, der durch Tiefbau- und Baggerarbeiten verursacht wurde, sagte der Kabelanschluss-Anbieter PŸUR dem rbb am Samstag auf Anfrage. 

Die Behebung des Schadens sei wohl nicht vor Montag möglich, hieß es. Denn es müsse ein drei Meter tiefer Schacht gegraben und das Grundwasser abgesenkt werden. Die Genehmigung dazu könne erst am Montagmorgen eingeholt werden.

Kunden könnten aktuelle Informationen über die App beziehungsweise die Service-Hotline bekommen, so das Unternehmen.

Forschungsprojekt für den Schutz von Kabeln

Immer wieder werden bei Bauarbeiten Leitungen beschädigt - nach Angaben der Betreiber pro Jahr etwa 100.000 deutschlandweit. Die Sachschäden belaufen sich auf bis zu 500 Millionen Euro, dazu kommen noch Folgekosten, wenn etwa Unternehmen nicht arbeiten können.

Ein Grund für solche Vorfälle sind unter anderem fehlerhafte Pläne, darauf weist der Ingenieur Andreas Pilarski hin. Fehler könnten beispielsweise beim Digitalisieren von alten, auf Papier aufgezeichneten Plänen auftreten. Um das Risiko von Leitungsschäden zu minimieren, haben Andreas Pilawski und seine Kollegen von der Berliner Forschungseinrichtung Zesys ein Projekt ins Leben gerufen: Gemeinsam mit Tiefbauunternehmen, Messtechnikern und Startups aus dem Osten der Republik entwickeln sie Ansätze, wie man unterirdische Leitungen besser schützen kann. Es geht unter anderem darum, fehlerhafte Pläne zu korrigieren, Leitungen zu orten und ein Alarmsystem aufzubauen. 

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.08.2019, 14 Uhr

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23 Kommentare

  1. 23.

    > Sie haben nicht viel Ahnung, das ist erkennbar. Was hat das mit Augen im Kopf zu tun? Meinen Sie ernssthaft, ein Arbeiter steigt von seiner Maschine runter, guckt wo er buddeln will, klettert wieder rein usw. usw. usw.? <

    Ist nur die Frage wer hier keine Ahnung hat: genau dazu ist die ausführende Firma verpflichtet!
    Bei unklarem Leitungsverlauf Suchschachtungen durchzuführen und ggf. statt mit dem Bagger auf Handschachtung umzustellen. Hierbei handelt es sich um die Sorgfaltspflicht des Auftragnehmers!

  2. 22.

    Kabelanschlüsse!
    Mobilfunk waren wohl nicht betroffen. Man tut hier als wenn die Welt untergegangen ist. Wie hat man das wohl früher gemanagt? Möter hat Recht. Heute gibt es genügend Ausweichmöglichkeiten. Man sollte sich nur nicht auf "Kabel-mit-Phone-und-Internet" verlassen.

  3. 21.

    Dann war Ihr Abwiegen bzgl. Ihren Handy-Anbietwrs fehlerhaft.

    @Dissident
    Das Drama wird immer kleiner, da ja die Telefonleitungen nicht betroffen sind, sondern nur die Abschlüsse über Breitbandkabel. Im Artikel wird explizit erwähnt, dass man nicht ohne Genehmigung das Grundwasser für die Reparatur absenken dürfe.

    @RBB
    Wer hatte die Baggerarbeiten veranlasst?

  4. 20.

    und, was nützt einem ein Handy (wir haben mehrere in unserem Haushalt), wenn der Mobilfunk-Anbieter unfähig ist, ein funktionierendes Funknetz aufzubauen? Wenn wie bei uns keinerlei Telefonate + SMS klappen, wenn wir zu Hause sind, dann ist ein Festnetzanschluß das einzige, was hilft.

  5. 19.

    genau, haben eben hunderte in Potsdam Pech gehabt. Übrigens der Hausnotruf geht nicht per Handy. Und nicht jeder der Alten welche ein Handy hat, kann es auch nutzten. Was es mit "Argument gegen das Einhalten von Gesetzen und Verordnungen." zu tun hat erschließt sich mir nicht. Bitte erklären.

  6. 18.

    Ein vorgeschobenes Argument gegen das Einhalten von Gesetzen und Verordnungen. Gerade einmal 3% der Haushalte haben kein Handy. Spätestens der Nachbar hätte eins. Eher hat man heute kein Festnetztelefon mehr. Deren Verbreitunsgpeak ist lange überschritten.

  7. 15.

    Habe von Pyur eine E-MAIL bekommen:"Es kann nicht mehr lange dauern, unsere Techniker sind am Werk". An welchem Werk? Direkt an der Schadensstelle war niemand zu sehen.

  8. 14.

    Wer hat dort baggern lassen?

  9. 13.

    Keine Genehmigung das ist doch ein witz!
    Das ist eine störung mit erheblichen Konsequenzen.
    16000 Haushalte ohne Festnetz Notruf und die können kein Loch Buddel ?
    Das zeigt mal wieder die Inkompetenz bei pyur!!!!!

  10. 12.

    Völlig richtig. Was nützt der beste Plan, wenn am Ende der endlosen Kette von Subunternehmern Leute auf Baggern sitzen, die keine Pläne lesen können.

  11. 11.

    Nun, wenn in diesem Vertrag geregelt die ausgefallene Leistung mit der bereits geleisteten Zahlung verrechnet wird, ist dagegen nichts zu sagen.

    Andererseits verstiessen Verträge, in denen Verbraucherzahlungen ohne Gegenleistung des Vertragspartners erbracht werden müssen, gegen die gesetzlichen AGB's (z.B "Wider den guten Sitten").
    Fehlen in Kundenverträgen generell zu regelnde Vertragsteile, treten dafür automatisch die gesetzlichen Allgemeinen Vertragsbedingungen ein.
    Wäre als Verbraucher schon wichtig zu wissen.

  12. 10.

    Es gibt doch Smartphone und LTE. Oder waren es Anschlüsse von unflexiblen verknöcherten DAU's?
    Würde mich gar nicht kratzen.

  13. 9.

    Pyur ist auch ohne Kabelschaden schlecht! Viel Geld für wenig Leistung. Also eigentlich gar keine...

  14. 8.

    Mein Provider - der größte Kabel-Provider in Deutschland - behält sich im Vertrag 1,5% Ausfall im Jahr vor. 1,5% von 365 Tagen sind mehr als 5 Tage pro Jahr.
    Wenn also jene Firma den Schaden bis Montag Abend behebt, ist das im Rahmen.
    Übrigens @ #7 - an meinem VoIP finde ich nichts zu meckern.

  15. 7.

    Naja, mal an die eigenen Nase fassen, wo fängt denn der Geiz ist Geil an, bei uns Endkunden! Warum haben wir denn so ein schei** wie VoIP und alles über ein Kabel etc. Weil kein Schwein mehr ne EWSD bezahlen will. Das wird leider in Zukunft noch schlimmer werden. Ich warte noch auf den Tag wo die ersten das ganze Mobilfunknetz lahm legen, dank Funk eigentlich eine einfach Sache. Das wird alles kommen, da bin ich mir sicher.

  16. 6.

    Sie haben nicht viel Ahnung, das ist erkennbar. Was hat das mit Augen im Kopf zu tun? Meinen Sie ernssthaft, ein Arbeiter steigt von seiner Maschine runter, guckt wo er buddeln will, klettert wieder rein usw. usw. usw.?

    Wir leben ja auch im Zeitalter, wo jeder PC eine Rechtschreibprüfung hat. Interessiert Sie doch auch nicht.

  17. 5.

    Pyur hat seinen Auftrag als Anbieter TV und Internet offensichtlich nicht verstanden. Für solche Firmen sollte eine Notkündigungsfrist angeschoben werden, dann wachen die vielleicht wieder auf.

  18. 4.

    Das eine baldige Reparatur an einer Genehmigung scheitert, die erst am Montag eingeholt werden kann, ist ein schlechter Witz!
    Ein Plan ist entweder richtig oder falsch, beim Digitalisieren werden falsche Pläne natürlich nicht richtiger, das reine digitalisieren verursacht die Fehler aber nicht. Oftmals wurden aber Kabel nicht nach Plan verlegt die Folgen sind dann unter Umständen fatal.

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