Hilfsorgananisatiponen zeigen ihre Ausstattung. (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Mehr Katastrophen-Einsätze - Hilfsorganisationen klagen über schlechte Ausstattung

Mehrere Hilfsorganisationen in Berlin beklagen, dass sie schlechte Ausrüstung und zu wenig Geld haben. Am Freitagmittag wollen das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Arbeiter-Samariter Bund, der Malteser-Hilfsdienst und die Johanniter-Unfallhilfe in Neukölln bei einem Vor-Ort-Termin am Buckower Damm in Neukölln auf ihre Situation aufmerksam machen. 

Ein Gang durch Unterkunft und Garage des DRK-Betreuungsdienstes soll zeigen: Technik und Fahrzeuge sind veraltet, die Gebäude in schlechtem Zustand. Schon seit Jahren seien die Finanzmittel für die Hilfsdienste zu knapp, hieß es weiter.

Die Zahl der Katastrophen-Einsätze sei dagegen trotzdem deutlich gestiegen, weil es immer öfter Hitzewellen, Starkregen und Stürme gebe, so die Hilfsorganisationen.

150.000 Euro Unterstützung

Derzeit erhalten die vier Organisationen sowie die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) insgesamt etwa 150.000 Euro im Jahr. Das decke nur einen Bruchteil der laufenden Kosten, kritisierten die Vertreter. Den überwiegenden Teil würden durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. Sie verlangten vom Senat eine Million Euro im Jahr als Zuschuss für die laufenden Kosten sowie einmal zwei Millionen Euro für die Sanierung von Gebäuden und für neue Fahrezuge. Am Montag wird im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses, der für diesen Bereich zuständig ist, über den neuen Finanzplan des Landes für die nächsten beiden Jahre beraten.

Feuerwehr bekommt nach Beschwerden neue Fahrzeuge

Über ähnliche Probleme klagt auch die Berliner Feuerwehr. Sie hat am Freitag zehn Lösch- und Hilfsfahrzeuge im Gesamtwert von mehr als fünf Millionen Euro bekommen. Die acht Meter langen und 14 Tonnen schweren Fahrzeuge wurden von Innensenator Andreas Geisel (SPD) vor dem Schloss Charlottenburg übergeben.

Sie wurden nach den Wünschen und Bedürfnissen der Berliner Feuerwehr gebaut und ausgestattet und ersetzen einen Teil der inzwischen sehr alten Löschfahrzeuge aus dem Bestand der Feuerwehr. 

Geisel hatte der Feuerwehr den Kauf von insgesamt etwa 100 neuen Fahrzeugen zugesagt. 2018 und 2019 waren dafür rund 18 Millionen Euro bereitgestellt worden. Gekauft werden vor allem Rettungswagen, Fahrzeuge für Notarzteinsätze und Einsatzleitwagen. Außerdem gab es Geld für die Sanierung von Feuerwachen und rund 350 neue Stellen für Feuerwehrleute. In Berlin beklagt sich die Feuerwehr schon länger über hohe Arbeitsbelastung und veraltete Ausrüstung. Mit der Protest-Aktion "Berlin brennt" vor dem Roten Rathaus hatten die Feuerwehrleute im vergangenen Jahr auf die Misere aufmerksam gemacht.

Sendung: Inforadio, 23.08.2019, 8:20 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Immer diese billigen und pauschalen Korruptionsbehauptungen... werden vorgetragen als seien sie bewiesene Tatsachen, aber haben doch in 99 von 100 keine Grundlage ausser der vorgefassten Meinung des Kleinbürgers, die Welt sei schon in Ordnung wenn nicht "die Beamten" und "die Politiker" solche Schurken wären.

  2. 1.

    Vielleicht würde es den vielen tollen Mitarbeitern, die wirklich helfen möchten, wenn man weniger Geld in die eigenen Taschen wirtschaften und die "Verwaltung" stecken würde. Ich bin sicher, da bliebe viel viel Spendengeld für Ausrüstung und tatsächliche Hilfe übrig.

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