Ein Hubschrauber der Bundespolizei unterstützt die Einsatzkräfte in Jüterbog bei den Löscharbeiten (Quelle: dpa/Julian Stähle).
Video: Brandenburg aktuell | 26.08.2019 | Carsten Krippahl | Bild: ZB

Bundeswehr und Bundespolizei helfen - Drei Waldbrände in Brandenburg gelöscht

Mit Unterstützung von Bundeswehr und Polizeihubschrauber ist es der Feuerwehr in Brandenburg am Montag gelungen, drei Waldbrände zu löschen. Erneut waren ehemalige Truppenübungsplätze betroffen. Das Wetter kam den Einsatzkräften zu Hilfe.

Die Feuerwehr in Brandenburg hat am Montagabend mehrere Waldbrände löschen können. Das bestätigte die Regionalleitstelle auf Anfrage von rbb|24. Zunächst hatte es auf dem Truppenübungsplatz in Lehnin (Potsdam-Mittelmark) und dem ehemaligem Truppenübungsplatz West Am Keilberg bei Jüterbog gebrannt, später waren Flammen in Baruth ausgebrochen (beide Teltow-Fläming).

Das Feuer in Lehnin konnte laut einem Sprecher der Regionalleitstelle bereits am Montagabend um 18:40 Uhr mit Hilfe der Bundeswehr gelöscht werden. Bei der Eindämmung der Brände in Baruth und Jüterbog habe auch Regen geholfen. Um 20:50 Uhr vermeldete die Stadt Jüterbog auf ihrer Facebook-Seite, dass die Einsatzkräfte abgerückt seien. Verletzt wurde demnach niemand. Auch in Baruth konnten die Flammen gelöscht werden, wie die Regionalleitstelle auf rbb|24-Anfrage bestätigte.

In Jüterbog war laut dem Sprecher eine Fläche von vier Hektar Kiefernwald in dem munitionsbelasteten Gebiet betroffen. 15 Fahrzeuge der Feuerwehr waren im Einsatz. Die Stadt forderte zudem einen Hubschrauber an, der seit dem späten Nachmittag im Einsatz war. Der "Super Puma" der Bundespolizei unterstützte die Löschkräfte aus der Luft.

Nördlich und südlich des in Flammen stehenden Geländes war dem Feuerwehrsprecher zufolge je nur ein Weg befahrbar. Grund dafür ist die Explositionsgefahr auf dem ehemaligen Militärgelände. Zuletzt musste der Kampfmittelbeseitigungdienst ausrücken, da ein "granatenähnlicher Gegenstand" gefunden wurde, schreibt die Stadt Jüterbog auf Facebook.

"Weit sichtbare Rauchentwicklung"

Sie hatte Anwohner auf der Social-Media-Plattform dazu aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Stadt forderte dort zudem, einen Brandschutzstreifen zwischen dem munitionsbelasteten Gelände und den anliegenden Ortsteilen einzurichten. In der rbb-Sendung Brandenburg aktuell hatten Anwohner ihre Sorge über mögliche Explosionen geäußert.

Eine weitere Sprecherin der Regionalleitstelle hatte am Montagnachmittag gegenüber rbb|24 von einer "weit sichtbaren Rauchentwicklung" in Jüterbog gesprochen. Erstmals gemeldet wurde der Brand demzufolge gegen 14:30 Uhr.

Kreisbrandmeister Tino Gausche erklärte, das Feuer sei zwischen dem Ortsteil Neuheim und dem ehemaligen Truppenübungsplatz West Am Keilberg ausgebrochen. In Hinblick auf den Brand vor vier Wochen an derselben Stelle sagte Gausche zu rbb|24: "Wir werden alles daran setzen, das Feuer im Zaum zu halten."

Schwere Brände im Juni und Juli

Der Waldbrandschutzbeauftragte von Brandenburg, Raimund Engel, sprach im rbb von mehr als 350 Bränden in diesem Jahr in Brandenburgs Wäldern. Insgesamt waren 2019 bisher 1.333 Hektar Fläche betroffen. Die Waldbrandgefahr bleibt unverändert hoch, so Engel. Der Boden sei knochentrocken. Derzeit herrscht nach Angaben des Umweltministeriums in ganz Brandenburg die Gefahrenstufe 4 von 5, nur im Spree-Neiße-Kreis gilt die mittlere Gefahrenstufe 3.

Ende Juli hatte es bereits auf dem früheren Militärgelände in Jüterbog auf einer Fläche von 130 Quadratmetern gebrannt. Die Flammen hatten sich aufgrund der Hitze schnell ausbreiten können. Wegen der Munitionsbelastung konnte zeitweise nur aus der Luft gelöscht werden. Der stellvertretende Bürgermeister, Joachim Wasmansdorff, erklärte damals: "Man hat es zwischendurch immer wieder knallen hören, da ist wohl Einiges an Munition hochgegangen."

Auch im Juni stand die Fläche Am Keilberg in Flammen. Damals waren 744 Hektar betroffen - eine Fläche größer als 1.000 Fußballfelder. Es war der bislang größte Waldbrand in Brandenburg.

Sendung: Brandenburg aktuell, 26.08.2019, 17 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    „Früherer“ Truppenübungsplatz Lehnin ... merkwürdig ... da finden regelmäßig Manöverübungen statt, incl. weithin hörbarer Schießübungen. So auch Montag!
    Ein Schelm wer Böses dabei denkt, wenn es dann brennt.
    Lieber rbb: „früherer“ kann also nicht stimmen. Und wenn dieser kleine Brand (was bei solchen Übungen durchaus passieren kann und darauf ist die Bundeswehr vorbereitet) Erwähnung findet, dann bitte doch auch dazu eine genauere Berichterstattung.
    Danke!

  2. 4.

    Auf allen Truppenübungsplätzen sind Windparks entstanden.
    Grund ist der Günstige Erwerb der Flächen

  3. 3.

    Ich glaube, auf munitionsverseuchten Truppenübungsplätzen wird keiner Windräder errichten wollen... oder würden Sie da Ihr Traumhaus bauen wollen?
    Wenn es wieder Brandstiftung ist, dann hat das andere Gründe. Welche, das wissen die Männer mit den Weißen Jacken wohl am besten...

  4. 1.

    Ich habe es seit heute Mittag gerochen, daß es schon wieder brennt. Unsere Wälder werden auch zerstört, warum ? Für Windräder ???

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