Collage: Bezahlen mit Kreditkarte / Obst in Plastiktüten / Besuch beim Augenarzt (Quelle: imago images/Norbert Neetz/Daniel Ingold/Ruediger Rebmann)
Bild: imago images/Norbert Neetz/Daniel Ingold/Ruediger Rebmann

Online-Banking, Arzttermine, Abgastests - Das ändert sich im September

Erhöhte Sicherheitsstandards beim Online-Banking, Anreize für schnellere Termine bei Ärzten, erweiterte Abgastest: Im September treten einige Neuregelungen in Kraft. So auch bei der vorbeugenden HIV-Therapie oder für Asylbewerber. Von Stefan Warbeck

Ein Cent für Aldis Obsttüten

Die dünnen Tüten zum Abpacken von Obst und Gemüse, die auch Hemdchenbeutel genannt werden, kosten bei Aldi ab September einen Cent. Der Discounter will so den Verbrauch dieser Tüten reduzieren. 

Neue EU-Richtlinie fürs Online-Banking

Die zweite EU-Zahlungsdienstrichtlinie tritt am 14. September in Kraft. Die sogenannte PSD2 soll den Zahlungsverkehr für Verbraucher in der Europäischen Union günstiger und sicherer machen. Kritiker sagen hingegehen: Online-Zahlungen werden unbequem und aufwendig.

Die wichtigste Änderung: Zukünftig reichen zum Einloggen beim Online-Banking nicht mehr nur Benutzername und Passwort. Die starke Authentifizierung oder auch Zwei-Faktor-Authentifizierung genannt, verlangt einen weiteren Beweis, dass derjenige, der das Passwort kennt, auch wirklich der Kontoinhaber ist. Das heißt, dass sich jeder Kunde doppelt ausweisen muss, wenn er auf sein Online-Konto zugreifen möchte.

Zusätzlich ist ein Sicherheitscode (Tan) erforderlich, der zum Beispiel per SMS auf dem Smartphone landet. Die Banken können entscheiden, ob sie den Sicherheitscode bei jedem Zugriff auf das Online-Konto abfragen oder alle 90 Tage.

Auch das Zahlen mit der Kreditkarte wird sicherer - und komplizierter. Außerdem dürfen künftig auch Drittanbieter auf Ihr Konto zugreifen, wenn Sie die entsprechende Erlaubnis geben. Etwa Anbieter, die die Infrastrukturen von Banken nutzen, ohne selbst solche zu betreiben. Dazu zählen unter anderen Web-Dienstleister, die zum Beispiel alle Konten eines Kunden, die er bei verschiedenen Banken hat, auf einer Seite zusammenführen.

Anreize für kürzere Termin-Wartezeiten

Hausärzte, die dafür sorgen, dass ihre gesetzlich versicherten Patienten zügig einen Termin beim Facharzt bekommen, erhalten für diese Leistung ab September zehn Euro extra. Bestimmte Fachärzte - etwa Augenärzte, Frauenärzte und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte - erhalten ebenfalls eine zusätzliche Vergütung, diese verpflichtet sie jedoch dazu, pro Woche mindestens fünf Stunden als offene Sprechstunden ohne feste Termine anzubieten.

Kassen zahlen Prep

Die medikamentöse Prophylaxe gegen das HI-Virus wird künftig von allen gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Die sogenannte Prä-Expositions-Prophylaxe, kurz Prep, soll eine HIV-Infektion mit 96-prozentiger Sicherheit verhindern. Experten hoffen darauf, dass dadurch die Zahl der Neuansteckungen weiter sinkt.

Nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts haben gab es im Jahr 2017 rund 2.600 Neuinfektionen mit der Krankheit [rki.de]. Die Zahl der neuen Diagnosen ist in Deutschland bereits seit einigen Jahren rückläufig, insbesondere bei homosexuellen Kontakten, nach wie vor die größte Risikogruppe. Unter heterosexuellen Kontakten stieg die Zahl der Erstdiagnosen hingegen spürbar an.

Asylbewerber bekommen weniger Geld

Das Asylbewerberleistungsgesetz erfährt im September Änderungen. Erwachsene Alleinstehende Asylbewerber erhalten durch die Anpassung der Bedarfssätze weniger Geld. Im Gegenzug werden Strom- und Wohnungsinstandhaltungskosten zukünftig als Sachleistung erbracht, anstatt als Geldleistung wie bisher. Außerdem erhalten Asylbewerber, die sich ehrenamtlich betätigen, einen Freibetrag von 200 Euro.

Weitere Änderung: Asylbewerber und Geduldete, die eine Berufsausbildung oder ein Studium absolvieren, können künftig bereits nach dem 15. Monat ihres Aufenthalts in Deutschland Leistungen beziehen. 

Erweiterte Abgastests

Am 1. September tritt die neue Abgasnorm Euro 6d-TEMP in Kraft. Sie gilt für alle neu zugelassenen Pkw und soll vor Manipulationen der Fahrzeughersteller schützen. Neuwagen müssen daher neben dem aktuellen Abgas-Messverfahren WLTP auch den RDE-Test absolvieren. Dabei wird der Ausstoß von Stickoxiden und Partikeln im realen Straßenbetrieb untersucht, statt lediglich unter Laborbedingungen.

Mehr Premium-Inhalte für Youtube-Nutzer

Youtube-Nutzer, die kein Premium-Abo haben, können ab dem 24. September auf Youtube Originals zugreifen. Allerdings nur auf Filme, Serien und Livestreams, die nach diesem Datum veröffentlicht wurden. Allerdings werden die Videos dann mit Werbeunterbrechungen gezeigt.

Beitrag von Stefan Warbeck

Kommentar

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Antwort auf [Gabi] vom 31.08.2019 um 16:41
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12 Kommentare

  1. 12.

    Tja, auch ich und meine Familie fragen uns das immer wieder. Wir werden ständig ermahnt, nachhaltig zu leben, aber oftmals fängt es, wie Sie schon richtig erwähnt haben, mit den ganz kleinen Dingen an. In Baumärkten findet man z.B. vereinzelt noch lose Schrauben und Nägel, Kabel und Schläuche als Meterware aber das war es auch im großen und ganzen schon. Aber wie ich schon erwähnt habe, leider ist die Liste endlos.....

  2. 11.

    Wahre Worte. Immer wieder frage ich mich, weshalb( besonders in Baumärkte/ Heimwerkerläden )sehr vieles in Plastik verpackt ist.

  3. 10.

    Im Grunde haben Sie recht, diese Aktion wird einige daran hindern diese Tütchen zu benutzen. Man überlegt sich eine Alternative. Jedoch ist dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, das hat man beim Rabatt einer anderen Ware wieder raus... Wenn so eine Tüte 1 Euro oder mehr kosten würde, würde es mehr zum Nachdenken anregen.
    Jedoch sollte man ganz woanders anfangen den Plastikmüll zu reduzieren.
    Warum müssen Warenpaletten die geliefert werden, noch tausendfach mit Plastik ummantelt werden, wo Pappe mit Bindern ausreichen.
    Gerade in der Spielzeug-Industrie oder im Elektronikbereich könnte auf viel Plastik verzichtet werden. In der Autoindustrie geht es weiter... die Liste ist endlos. Es wird im Grunde genommen viel zu viel Überproduziert. Warum müssen die Lager so dermaßen voll sein, obwohl die Ware evtl. nie verkauft wird.

  4. 9.

    Ich finde die 1 Cent Aktion von Aldi gut. Das sollten alle machen. Was ich nicht verstehe, das man Bananen und co. in Tütchen packen muss. Und die Alternative sind jetzt die Beutel zum immer rein packen. Ist doch toll!!!

  5. 8.

    Rispentomaten kann ich nicht anfassen, ich reagiere allergisch auf das grüne. Bei Radieschen auch. Da brauche ich eine Tüte.

  6. 7.

    Ich meine ja auch die guten deutschen Tomaten die es in der Regel Lose gibt und nicht die Wasser Rispen aus Holland, und außerdem die rispen quer durch den Supermarkt zu tragen ist auch lecken, ihre Finger riechen dann schön und haben eine leckere grüne Farbe.

  7. 6.

    Die Aktion "1 Cent für ein Tütchen, das den Händler im Einkauf vermutlich ein Hundertstel dieser Summe kostet" ist eine gute Idee: Aldi kann sich für die Leichtgläubigen als umweltbewusst ausgeben und macht dabei noch ein schönes Geschäft.

    Die Wahrheit: Bei mir in der Nähe ist Aldi gerade in einen großen Neubau umgezogen, der eigens für den Markt errichtet wurde. Der Neubau ist (anders als der alte Laden) klimatisiert und Aldi wirbt damit, dass nun endlich mehr Parkplätze bereitstünden. Die Fahrsteige zur Parkebene laufen 14 Stunden am Tag nonstop. Und wenn ich schmutziges, teils feuchtes Obst und Gemüse unverpackt in meine Stoffbeutel packe, muss ich diese öfter waschen, zumal ich es nicht so schön finde, wenn die Pestizidrückstände auf der Ware mit anderen Dingen in Berührung kommen (und sei es indirekt). Da freut sich die Umwelt!

  8. 5.

    Sauber, der Lacher des Jahres
    1 Cent bei Aldi und danach zum Baumarkt um 5 Stecker zu kaufen, jeder auf einer Karte !!

  9. 3.

    Das einzigste wäre der Spritverbrauch, Oldtimer verbrauchen meistens viel. Aber ich würde auch zustimmen, ältere Autos sind schöner. Und man kann diese Autos leichter reparieren.

  10. 2.

    Ja das Aldi für plastikbeutelchen 1 Cent verlangt ist OK, man kann halt mich alles einzeln tragen, wie z. B Kirschen oder Pflaumen oder Tomaten, wenn man keine Mehrwegnetze zur Hand hat, bei Kaufland zahlt man schon das mehrfaches dafür.

  11. 1.

    Gottseidank habe ich ein H-Kennzeichen. Ich glaube mein Pkw hat immerhin noch einen ungeregelten Kat (U-KAT). Ich fahre gerne ältere Autos, Meine Werkstatt sagt der Wagen hält noch locker 20 Jahre.

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