Ultraschallbild des Panda-Weibchens Meng Meng, herausgegeben vom Berliner Zoo am 14.08.2019 (Quelle: Zoo Berlin)
Video: rbb24 | 14.08.2019 | Bild: Zoo Berlin

Zoo geht zu 85 Prozent davon aus - Berliner Pandabärin erwartet wahrscheinlich Nachwuchs

Panda-Babys hat es im Berliner Zoo noch nicht gegeben - das könnte sich nun ändern. Denn die sechsjährige Bärin Meng Meng ist wahrscheinlich trächtig und könnte noch in diesem Monat gebären. Geburtshelfer aus China sind bereits unterwegs nach Berlin.

Der Berliner Zoo stellt sich auf Panda-Nachwuchs ein. Die ersten Untersuchungsergebnisse von Bärin Meng Meng seien "vielversprechend", teilte der Zoo am Mittwoch mit. Eine Geburt könne Ende August, Anfang September anstehen. Nun würden Vorbereitungen dafür getroffen, erklärte der Zoo. Noch am Mittwoch sollten nach Angaben der Leitung Experten aus China anreisen, um eine mögliche Geburt zu begleiten.  

Die Pandadame Meng Meng (Quelle: Zoo Berlin)
Bild: 2019 Zoo Berlin

Noch kein aktiver Herzschlag

"Auch wenn es bei Großen Pandas häufiger zu Scheinträchtigkeit kommt, gehen wir bisher zu etwa 85 Prozent davon aus, dass Meng Meng tatsächlich Nachwuchs erwartet", erklärte Experte Thomas Hildebrandt vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), das Ultraschall- und Hormonuntersuchungen durchgeführt hat.

So spricht Meng Mengs Verhalten den Angaben zufolge dafür, dass sie trächtig ist. Sie habe auch 15 Kilo zugenommen. Meng Mengs Gebärmutter sei zudem "deutlich vergrößert", bei einer kleinen Wölbung könne es sich um ein oder zwei Embryos handeln, so der Zoo weiter. Das heiße aber noch nicht, dass es auch zu einer erfolgreichen Schwangerschaft und Geburt komme - so sei etwa noch kein aktiver Herzschlag zu verzeichnen, sagte Hildebrandt.

Jungtiere würden zwei bis vier Jahre in Berlin bleiben

Sollte eine Zwillingsgeburt bevorstehen, werde der Zoo in Berlin bei der Aufzucht mithelfen. "In freier Wildbahn akzeptieren Pandaweibchen zwei Babys nicht", sagte Zoodirektor Andreas Knieriem. Eines werde liegen gelassen und würde somit erfrieren, das andere würde aufgezogen. Grund sei, dass Pandas nicht genug Energie und Milch für zwei Babys gleichzeitig hätten.

Als Lösung werde der Berliner Zoo den Nachwuchs abwechselnd an die Mutter geben, damit beide bei Meng Meng aufwachsen könnten. Den Zwillingen würde dann von den Tierpflegern zusätzlich Milch gegeben. Diese Herangehensweise sei in China laut Knieriem üblich. Die Jungtiere würden zwei bis vier Jahre in Berlin bleiben, bevor sie nach China umziehen.

Auch der Nachwuchs wäre Eigentum Chinas

In der Hauptstadt wäre es nach früheren erfolglosen Versuchen mit anderen Panda-Paaren die erste Panda-Geburt. Pandadame Meng Meng (6) und Männchen Jiao Qing (9) leben seit Sommer 2017 im Berliner Zoo. Sie sind Leihgaben aus China. Dass auch der Nachwuchs Eigentum der Volksrepublik bleibt, ist vertraglich geregelt.

Im ersten Jahr erschien die verspielte Meng Meng dem Zoo noch zu jung für einen Paarungsversuch. In diesem April durften die beiden Bären dann zueinander finden. Sonst leben sie auf ihrer Anlage - wie auch in der Natur - als Einzelgänger.

Um die Wahrscheinlichkeit auf Nachwuchs zu erhöhen, wurde Meng Meng deshalb auch künstlich besamt. Das Zeitfenster, in dem Panda-Weibchen empfängnisbereit sind, ist mit maximal 72 Stunden im Jahr sehr kurz.

"Die Berliner Tierfreunde drücken die Daumen, dass es am Ende zur ersten Geburt eines kleinen Pandas in Berlin kommt", erklärte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, am Mittwoch. "Das wäre ein großartiger Erfolg für die Bemühungen aller fachkundigen Beteiligten im Berliner Zoo und ein wunderbares Geschenk zum 175-jährigen Jubiläum unseres Zoos."

Die Pandas kommen

Sendung: Abendschau, 14.08.2019, 19.30 Uhr

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2 Kommentare

  1. 1.

    :-) dann hoffe ich, das alles gut verläuft und wir uns vielleicht bald über den kleinen Nachwuchs erfreuen können.

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