04.12.2018, Berlin: Spurensicherung am Tatort der Messerattacke in Rangsdorf (Quelle: ZB/Julian Stähle)
Audio: Antenne Brandenburg | 13.08.2019 | Lisa Steger | Bild: ZB/Julian Stähle

60-Jähriger getötet - 37-Jähriger gesteht vor Gericht Messerattacke in Rangsdorf

Weil er einen 60-Jährigen mit einem Messer getötet haben soll, steht ein 37-Jähriger seit Dienstag vor dem Landgericht Potsdam. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Totschlag vor. Laut Anklage soll der Täter 41 Mal zugestochen haben.

Der 37-Jährige hatte laut Anklage seinem Opfer, einem früheren Arbeitskollegen, im Dezember 2018 auf dessen Heimweg in Rangsdorf (Teltow-Fläming) aufgelauert. Mehrmals habe er das Opfer mit einem Jagdmesser mit langer Klinge attackiert und in Kopf und Hals gestochen.

Zwischendurch soll er neben dem bereits schwer verletzten 60-Jährigen eine Zigarette geraucht und ihn danach mit weiteren Stichen getötet haben, so die Staatsanwaltschaft. Das Opfer starb noch am Tatort. Mehrere Menschen hatten den Vorfall gesehen. Sie sind vom Gericht als Zeugen geladen.

Mutmaßlich vermindert schuldfähig

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 37-Jährige bei der Tat vermindert schuldfähig oder ganz schuldunfähig war. Der Mann sitzt derzeit in einer geschlossenen Psychiatrie. Er gilt als weiterhin gefährlich. Vor Gericht gab der Angeklagte am ersten Prozesstag die Tat zu und äußerte zudem die Absicht, noch weitere Personen angreifen zu wollen.

Vor der Tat war der Angeklagte bereits in psychischer Behandlung gewesen, war dann jedoch entlassen worden. Die Lebensgefährtin des Opfers will den Arzt hören, der die Entlassung des Angeklagten angeordnet hatte, sagte Gerichtssprecher Sascha Beck.

Das Gericht setzte insgesamt acht Verhandlungstage fest, dann soll es ein Urteil geben.

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Antwort auf [HeleneZ] vom 14.08.2019 um 07:37
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3 Kommentare

  1. 2.

    Zu 1:
    Sie scheinen hier verschieden Begriffe zu vermischen oder in Beziehung zu einander zu bringen, die es so nicht gibt.
    Damit aus einem Totschlag (§ 212 = Grunddelikt) ein Mord (§ 211 = qualifiziertes Delikt) wird, bedarf es mind. eines Mordmerkmals (täter- oder tatbezogen), dazu reicht ein Blick ins Gesetz.
    Vorsatz ist grds. das Wissen und Wollen des Täters zur Erreichung der Tatbestandsverwirklichung, dazu bedarf es nicht eines dolus directus, es genügt dolus eventualis (vgl. Q-Damm-Raser). Die Straftatbeurteilung zerfällt immer in drei Elemente: Tatbestand, Rechtswidrigkeit und Schuld. Die psychische Einschränkung wird hier wohl in erster Linie seine Schuld(fähigkeit) beeinflussen und kann/darf sich auf die Strafzumessung auswirken. Ob er dadurch auch nicht wußte, daß/ob er einen Tatbestand verwirklicht wäre eine extreme Ausnahme. Das 'Übertöten', d.h. mehr tun als für den Handlungserfolg erforderlich, passiert oft im 'Blutrausch' und kann Strafmaß/Nebenfolge beeinflussen.

  2. 1.

    Man möge einer Laiin mal bitte erklären, was daran jetzt Totschlag und nicht Mord war!
    41 Messerstiche klingt nach Overkill und damt nach einer aufgestauten Wut. Ehemaliger Kollege nach "es gab eine Vorgeschichte".
    Angabe, er wolle noch mehr Menschen töten nach Vorsatz. Den man nach dem, was man hier liest, durchaus auch in diesem Fall unterstellen kann.
    Oder kann, wer psychisch krank ist, gar keinen Vorsatz haben (ist ironisch gemeint)?
    Manchmal ist das wirklich nicht zu verstehen.

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