Beamte der Spurensicherung sichern in einem Faltpavillon Spuren am Tatort. In Berlin-Moabit soll ein Fahrradfahrer einen Mann erschossen haben. (Bild: dpa/Christoph Soeder)
Audio: Inforadio | 26.08.2019 | Thomas Weber | Bild: dpa/Christoph Soeder

Erschossener Georgier in Moabit - Bundesanwaltschaft beobachtet Berliner Mordermittlungen

Im Fall des in Moabit erschossenen Georgiers könnte die Generalbundesanwalt möglicherweise die Ermittlungen an sich ziehen - sollte sich der Verdacht erhärten, dass ein ausländischer Geheimdienst in den Fall verwickelt sein könnte. Es wäre nicht das erste Mal.

Nach den tödlichen Schüssen auf einen Georgier am Freitag in Berlin verfolgt die Bundesanwaltschaft die dortigen Ermittlungen genau. "Wir haben die Sache im Blick und stehen im engen Kontakt mit der Berliner Justiz", sagte ein Sprecher der obersten Strafverfolgungsbehörde in Karlsruhe am Montag.

Eine Übernahme des Falls durch den Generalbundesanwalt wäre denkbar, wenn der Verdacht auftauchen sollte, dass hinter der Tat der "Geheimdienst einer fremden Macht" stehen könnte. Für die Verfolgung "geheimdienstlicher Agententätigkeit" ist die Spionage-Abteilung der Bundesanwaltschaft zuständig. Hintergrund ist, dass dadurch die äußere Sicherheit Deutschlands gefährdet sein könnte.

Opfer arbeitete offenbar für georgische Sicherheitsbehörden

Der 40 Jahre alte Georgier war am Freitagmittag in der Parkanlage Kleiner Tiergarten in Berlin-Moabit erschossen worden. In Untersuchungshaft sitzt ein 49 Jahre alter Mann aus Russland. Er soll das Opfer von einem Fahrrad aus getötet haben.

Was dahinter steckt, ist unklar. Der Haftbefehl wurde wegen heimtückischen Mordes erlassen. Nach Medienberichten soll der Getötete für die georgischen Sicherheitsbehörden gearbeitet haben. Spekuliert wird deshalb, dass ein russischer Geheimdienst verwickelt sein könnte.

Ein Fall für die Bundesanwaltschaft wurde beispielsweise die Entführung eines vietnamesischen Geschäftsmanns unter Korruptionsverdacht im Sommer 2017 in Berlin. Der Mann war mit seiner Begleiterin auf der Straße in einen Transporter gezerrt worden und später in Vietnam wieder aufgetaucht. Im Berliner Prozess gegen einen Helfer sprach die Bundesanwaltschaft später von einem "staatlich organisierten Kidnapping" des vietnamesischen Geheimdienstes.

Sendung: Inforadio, 26.08.2019, 12.00 Uhr

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Antwort auf [Reimann] vom 26.08.2019 um 18:21
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3 Kommentare

  1. 3.

    Das sollte der Bundesstaatsanwalld und der Verfassungsschutzal öfter schon im Vorfeld machen. Genug Gefährder haben wir ja genügend in Deutschland.

  2. 2.

    Spekulationen sollte man den Spekulanten überlassen und nicht in den Medien puschen! Berichtet was ihr wisst und nicht Gerüchte oder vermeintliches Wissen (möglicherweise , laut Medien ...).

  3. 1.

    Wirds dadurch besser, sicherer, oder werden solche Strolche dann eher abgeschoben?
    Nö, das ist wieder Beobachten, Aussitzen, Verschwitzen, Verpennen und die Beschäftigungstherapie von teuren Beamten.

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