Der Check-in-Bereich des Terminals C am Flughafen Berlin Tegel (Quelle: Picture Alliance/Markus Mainka)
Bild: picture alliance

Flughafen Berlin-Tegel - Fluggast soll von Personal antisemitisch beleidigt worden sein

Bei einem Streit auf dem Berliner Flughafen Tegel soll ein Passagier an einem Check-In-Schalter von einer Mitarbeiterin antisemitisch beschimpft worden sein. Nach Darstellung eines Polizeisprechers vom Samstag, habe die Frau den in Berlin lebenden Spanier am Morgen letztlich vom Flug ausgeschlossen.

Vor der Beleidigung habe es einen Streit zwischen den Beteiligten um die Bezahlung eines Gepäckstückes gegeben. Der 50-Jährige, der laut Polizei auf die spanische Insel Menorca fliegen wollte, soll von der Frau darauf in englischer und in arabischer Sprache beleidigt worden sein. Weitere Hintergründe zu dem Vorfall waren zunächst nicht bekannt.

Bundespolizisten nahmen vor Ort eine Anzeige auf. Nun ermittelt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes. Er übernimmt Fälle, in denen ein politisches Tatmotiv vermutet wird oder nicht ausgeschlossen werden kann.

Die betreffende Airline war zunächst von rbb|24 nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Solidaritäts-Gottesdienst am vergangenen Freitagabend

Erst am Freitagabend hatte es einen Solidaritäts-Gottesdienst mit der jüdischen Gemeinde Berlins gegeben, an dem unter anderem der Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und der künftige Landesbischof Christian Stäblein. Vor rund zwei Wochen war der Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal wegen seines Glaubens auf offener Straße beleidigt und bespuckt worden.

Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) registriert seit Jahren eine Zunahme von Attacken auf Juden oder jüdische Einrichtungen in der Stadt.

Sendung: Abendschau, 10.08.19, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

17 Kommentare

  1. 17.

    Sie haben sich hoffentlich als Zeuge zur Verfügung gestellt oder dies noch vor. Nicht dass die Angestellte Ärger bekommt.
    Diese Angestellten sind zwar manchmal etwas arrogant, aber nie ausfällig. Sie sind auch auf schwierige Idioten geschult.

    Genau so habe ich mir die Situation vorgestellt. Warum weigert man sich, Übergepäck zu bezahlen so wie alle anderen das tun müssen? Das zeigt doch schon einmal, was das für ein Querulant ist.

    Schön, dass man ihn vom Flug ausgeschlossen hat und wenn die Fluggesellschaft dies aufgrund seiner Anzeige auf Dauer tut.

  2. 16.

    Ich war vor Ort und hab das ganze gesehen. Der Typ ist ein Vollidiot und kam zu spät plus zu großem handgepäck. Die Mitarbeiter vom Flughafen (3 Stück) waren sehr freundlich zu ihm und als er dann gemerkt hat das er nicht mitkommen kann ist er ausgeflippt und hat rumgebrüllt das es rassistisch ist. Keine Spur von Rassismus! Eigentlich müsste man ihn anzeigen weil er sich nicht benehmen kann...

  3. 14.

    Wie kommen Sie darauf, dass sei ein Spanier gewesen, der DES Englischen oder Arabischen mächtig sein könne. Ich habe nirgends etwas von einer Nationalität gelesen?

    Hätte der Typ sich schlicht und ergreifend an die Regeln gehalten, nämlich entweder zulässiges Gepäck oder Übergepäck bezahlen, statt alles aufzuhalten, hätte er jetzt den ganzen Ärger nicht

    @Neo, wer im Glashaus sitzt, xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

  4. 13.

    Nun wollen wir uns mal nicht so benehmen wie in Tegel. Den Ball mit der Rechtschreibung werfe ich mal zurück die ist bei Dir auch nicht in Ordnung, erst mal vor der eigenden Haustür fegen und dann über andere meckern.

    Schönen Sonntag

  5. 12.

    Merkwürdig gestern war der Beitrag nicht mehr zu finden, heute wieder da. Wie dem auch sein bei solch sensiblen Themen erst mal den tatsächlichen sachverhalt abwarten. Mit dem Wort " antisemitisch " ist man schnell bei der Hand.
    Und meines Wissen ist ja wohl das Wort Jude kein Schimpfwort sondern eine Bezeichnung.

  6. 11.

    Das passiert , weil es einfach kein Fachpersonal mehr gibt . Denn das ist zu teuer und teuer will ja niemand mehr !!!!!

  7. 10.

    Antisemitsimus richtet sich gegen Menschen Jüdischen Glaubens - ist der Spanier dieser Religion zugehörig?

    Naja - ob der Spanier dem Englischen oder Arabischen mächtig ist, ist zum Einen zu klären, zum Anderen finde ich die Keule des Antisemitismus wird zu schnell und zu häufig da geschwungen, wo es grad passen könnte, um sich oder Irgend etwas in einen Fokus zu bringen.
    Da Spanier vom Temperament her auch nicht ohne sind, können Emotionen in einem Fall von Billigfliegerei und Bezahlung von Übergepäck, in Bezug auf Terminalsituation und Temperaturen usw. bestimmt schonmal hochkochen. Und wenn dann dünnhäutige Mitarbeiter am Start sind, eskaliert sowas auch mitunter.

    Und n Tip an das Fräuleinchen: bevor gemeckert und abgesendet wird, bitte erstmal die Rechtschreibung prüfen (lassen).

  8. 9.

    Das denke ich auch. Aus einer "normalen" Beleidigung wird schnell eine neue "Modebeleidigung" gemacht. Antisemitismus, Rassismus, Sexismus... Das verharmlost tatsächliche Übergriffe, Angriffe. Dieses man muss sofort immer über jedes uns alles in den Medien berichten hat mit seriösen Journalismus nichts zu tun.

    Ich bin auch schon als Rassist beschimpft worden weil ich einem "Idioten" der zufällig Türke oder türkischer Deutscher war auf sein rücksichtsloses Verhalten aufmerksam gemacht habe.

  9. 8.

    Nun mal langsam und realistisch bleiben. In Berlin wird das Wort „ Jude“ auf vielen Schulhöfen ein gängiges Schimpfwort unter einer bestimmten Religionszugehörigkeit benutzt und fast alle sehen weg und tolerieren es. Der Sprachgebrauch wird sich so nicht ändern und die Einstellung auch nicht. Einfach mal realistisch bleiben .

  10. 7.

    Richtig, denn das macht den Unterschied zwischen seriösen Journalismus und Bildzeitung aus! Diese Tendenz schnell zu berichten ohne genaueres zu wissen hat auch was mit den neuen sozialen Medien zu tun.

  11. 6.

    Zustimmung, schon berichten was derzeit bekannt ist, aber ohne Kommentarfunktion, diese öffnet sonst Spekulationen Tür & Tor

  12. 5.

    Ich würde, um die Stimmung nicht unnötig aufzuheizen, über solche Vorfälle erst berichten, wenn es gesicherte Erkenntnisse dazu gibt und nicht schon bei Vermutungen. Es gibt ja leider genug gesicherte Vorfälle.

  13. 4.

    Hallo "Fräulein Müller",

    wir haben recherchiert und den gesicherten Stand der Information berichtet, nicht mehr und nicht weniger. Deswegen steht da auch ganz deutlich "soll", weil es bisher nur die Darstellung der Polizei gibt. Dass der Mann sein Übergepäck nicht bezahlen wollte, mag sein. Wenn es stimmt, würde das trotzdem auf keinen Fall antisemitische Beleidigungen rechtfertigen. Solche Konflikte gibt es jeden Tag x-fach an Flughäfen und fast nie kommt es dabei zu solchen verbalen Ausfällen - wenn sie sich in diesem Fall als erwiesen herausstellen sollten.

    Freundliche Grüße.

  14. 3.

    Es kann schon mal passieren wenn ein Fluggast sein Übergepäck nicht bezahlen will, wie in diesem Falle und das dann das Personal sauer wird.
    Lieber RBB erst mal richtig recherschieren und dann berichten. Das hat auch keinen politischen Hintergrund.
    Da hat wohl jemand einfach rumgestänckert wegen Übergepäck und daraus nun gleich wieder ein Angriff auf seine Religionzugehörigkeit gemacht.

  15. 2.

    Anfang Februar bin ich Zeuge geworden, wie eine (Sicherheits?)Mitarbeiterin im Wartebereich nach der Sicherheitskontrolle einen griechischen Fluggast als "Spast" beschimpft hat. Das scheinen in TXL die üblichen Umgangsformen zu sein,

  16. 1.

    Polizei muss tätig werden und man dann richtige Strafen verhängen.

Das könnte Sie auch interessieren

Zelten mit Blick in den Himmel (Quelle: rbb/ Susanne Hakenjos)
rbb / Susanne Hakenjos

Zeltsurfen in Brandenburg - In fremden Gärten frei campen

Wild-Campen oder Biwakieren sind verboten. Outdoor-Fans finden aber Möglichkeiten, ihr Zelt legal und sogar kostenfrei auf fremden Grundstücken aufzuschlagen - über eine digitale Landkarte. Das findet immer mehr Unterstützer. Von Susanne Hakenjos