Polizeibeamte stehen am Kleinen Tiergarten in Berlin-Moabit. Dort wurde ein Mann erschossen. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

40-Jähriger aus Georgien - Erschossener in Moabit zeitweise als Gefährder eingestuft

Die Berliner Ermittler äußern sich weiterhin nur zurückhaltend über die tödlichen Schüsse in Moabit. Lediglich die Nationalitäten von Opfer und Tatverdächtigem gaben sie bekannt. Nach WDR-Recherchen war das Opfer zeitweise als Gefährder eingestuft.

Der in Moabit erschossene Mann ist nach Informationen des WDR von den Behörden zeitweise als Gefährder eingestuft worden. Zelimkhan K. lebte demnach als Asylbewerber in Deutschland, war jedoch ausreisepflichtig und sollte abgeschoben werden, wogegen er zuletzt geklagt hatte.

Nach Erkenntnissen der Behörden soll der Mann im Kaukasus als Kämpfer gegen das russische Militär aktiv gewesen sein, wie der WDR weiter berichtet [wdr.de]. Er habe zudem als ein Anhänger der tschetschenischen Terrorgruppe "Kaukasisches Emirat" gegolten. Nach Einschätzung des Staatsschutzes sei von ihm zuletzt keine akute Gefahr ausgegangen, weshalb er seit dem vergangenen Jahr nicht mehr als "Gefährder" geführt worden sei. Die Ermittler gingen aber Hinweisen nach, wonach der Mann Verbindungen zur organisierten Kriminalität gehabt haben soll, so der WDR.

Tatverdächtiger kommt aus Russland

Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft gab offiziell bislang lediglich bekannt, dass es sich bei dem Toten um einen 40-jährigen Georgier handelt. Er war am Freitag gegen 12 Uhr in einem Park erschossen worden. Der Täter war nach Zeugenangaben mit dem Fahrrad unterwegs. Über die Hintergründe der Tat äußerten sich die Ermittler bisher nicht. Polizeitaucher konnten die Tatwaffe, eine Pistole, nahe dem Tatort in der Spree sicherstellen.

Ein Verdächtiger wurde am Freitag nicht lange nach dem Tötungsdelikt in der Nähe des Tatorts gefasst, es handelt es sich laut Generalstaatsanwaltschaft um einen 49 Jahre alten russischen Staatsbürger. Gegen ihn wurde am Samstag Haftbefehl wegen "Heimtückemordes" erlassen. Der 49-Jährige befindet sich in Untersuchungshaft.

Sendung: Radioeins, 25.08.2019, 12 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Weil solche Figuren wie Breitenbach von den SED-Erben Sand ins Getriebe streut. Die hatte sogar versucht, in eine laufende ausländerpolizeilichen Maßnahme einzugreifen, um die rechtsgültige Abschiebung zu verhindern.

  2. 2.

    So wie in allen anderen Bereichen des Rechtsstaats auch, werden nicht alle Vergehen lebenslang nachgetragen. Taten verjähren und Einträge können aus dem Führungszeugnis gestrichen. Warum nicht Gefährderstatus entfernen, wenn nachweislich keine Gefahr mehr besteht?

  3. 1.

    Wie kann man „zeitweise“ als Gefährder einstufen? Wenn der Mann ein Gefährder ist, bleibt er es auch. Ich sehe da von den Verantwortlichen dringenden Handlungsbedarf.

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