Blaue Holzbiene und eine Mohnblume (Quelle: dpa/Hinze)
Bild: dpa/Hinze

Verbot von Pestiziden - Umweltschutz-Initiative sammelt 50.000 Unterschriften

Die Brandenburger Volksinitiative "Artenvielfalt retten - Zukunft sichern" hat nach eigenen Angaben in den ersten vier Monaten rund 50.000 Unterschriften gesammelt.  

Der Landesvorsitzende der Umweltschutzorganisation Nabu, Friedhelm Schmitz-Jersch, sagte am Freitag in Potsdam, man sei überwältigt von dem großen Zuspruch. Die Initiative muss mindestens 20.000 gültige Unterschriften vorlegen, damit sich der Landtag mit ihrem Anliegen befasst.

Axel Kruschat vom Mitinitiator BUND sagte dem rbb: "Viele machen auf dem Land die Erfahrung, dass wir weniger Insekten und Vögel haben und die Agrarlandschaft eintöniger geworden ist". Dagegen würden die Menschen etwas tun wollen und hätten bei Sammelstellen von Unterschriften nach einer Erklärung oft schnell unterzeichnet.

Initiative strebt komplettes Verbot von Insektenmitteln an

Das Bündnis "Artenvielfalt retten - Zukunft sichern" strebt ein komplettes Verbot von Pestiziden in Naturschutzgebieten an. Außerdem fordert sie Gewässerrandstreifen und die Förderung des Ökolandbaus. Landeseigene Flächen sollen vorzugsweise an ökologische Betriebe verpachtet werden. Dafür haben die Verbände einen Gesetzentwurf vorbereitet.

Träger der Initiative sind unter anderen der Nabu Brandenburg, der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg und die Naturfreunde Brandenburg.

Linke und Grüne gratulieren Volksinitiative

Die Brandenburger Grünen und Linken begrüßen den Erfolg der Volksinitiative und gratulierten den Initiatoren. Jedoch finden beide Parteien, es müsse konkretes Handeln folgen.

Für Benajmin Raschke sei es die Aufgabe der nächsten Landesregierung die Ökologie höher zu bewerten als die Landwirtschaft, um bedrohte Tierarten zu schützen. "Die Intensivlandwirtschaft und der massive Einsatz von Pestiziden sind wesentliche Gründe für den Schwund bedrohter Arten", sagte der Spitzenkandidat der Grünen für die Landtagswahl.

Laut den Linken sind von den 100 wichtigsten Pflanzenarten, die Menschen in Brandenburg ernähren, 71 von der Bestäubung durch Insekten abhängig. Die Volksinitiative habe gezeigt, dass das Umweltministerium schnellstmöglich das angekündigte "Aktionsprogramm Insektenschutz" erarbeiten müsse. Dabei dürfe sich die Regierung nicht nur auf Insekten fokussieren, sondern alle Arten, die vom Aussterben bedroht sind, teilte ein Linken-Sprecher mit.

Sendung: Radioeins, 23.08.2019, 13.00 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Das größte Einkaufszentrum hier am Ort wollte dieses Jahr auch etwas für die Insekten tun und stellte eine Fläche für einen Blühstreifen zur Verfügung.
    NABU-Leute haben diesen Blühstreifen angelegt, ein einzelner Aktiver hat wochenlang in Eigeninitiative die Fläche gegossen (sonst wäre bei der Trockenheit dort gar nichts gewachsen), und tatsächlich begann es zu blühen.
    Beim Anlegen der Fläche hatte das Einkaufszentrum noch großzügig versprochen, Schilder anzubringen, die auf die Blühfläche hinweisen. Nichts ist passiert, das Handelszentrum hat nicht einen Milliliter Wasser dort gegossen, und in dieser Woche hat die beauftragte Grünflächenpflegefirma alles ratz-batz abgemäht.

    Herzlichen Glückwunsch zur Artenvielfalt, liebes HANDELSCENTRUM!

  2. 2.

    Ich gratuliere der Volksinitiative und hoffe, dass wirklich schnell Taten folgen! Die Forderungen der Volksinitiative sind nicht unerfüllbar.
    Wäre es eigentlich rein rechtlich möglich, dass auch ein Bundesland den Klimanotstand ausruft?

  3. 1.

    Ich hoffe nur das Grüne wie Herr Raschke nicht in der nächsten Landesregierung sitzen.Diese Träumerein am Kamin kann man ja bald nicht mehr hören. Nach der Wahl wird auch er in der Versenkung verschwunden sein, alles nur Versprechungen vor der Wahl. Grüne und AFD sind völlig Konzeptionslos wenn es darum geht wie sich unser Land Brandenburg Entwickeln soll.

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