Eine Frau joggt am 20.05.2019 auf dem Tempelhofer Feld in Berlin. (Quelle: dpa/Robert Guenther)
Bild: dpa/Robert Guenther

Kühleres Wetter - Hochsommer verabschiedet sich aus Berlin und Brandenburg

Das große Schwitzen haben Berlin und Brandenburg für diesen Sommer hinter sich: Ab Dienstag bringt Tief Yap kühlere Nordseeluft in die Region. Es wird nur wenig wärmer als 20 Grad. Hitzerekorde sind dieses Jahr nicht mehr zu erwarten - es bleibt aber zu trocken.

Brutzeln im Freibad bei 30 Grad und mehr? In Berlin und Brandenburg sieht es in den kommenden Wochen nicht danach aus. "Von den hochsommerlichen Temperaturen können wir uns fürs Erste verabschieden", sagte Meteorologe Dennis Dalter von der Meteogroup am Montag rbb|24.

Denn ab Dienstag steht die Region unter dem Einfluss des Tiefdruckgebiets Yap, das seinen Schwerpunkt über Skandinavien hat. Es bringe kühlere Luft aus der Polarregion über die Nordsee nach Berlin und Brandenburg, erklärte der Meteorologe. "Dadurch wird es mäßig warm bei uns, eigentlich ganz angenehm: über 20, aber unter 25 Grad."

Etwas wärmer am Wochenende

Die Hundstage, die Ende Juli eine Rekord-Hitzewelle nach Deutschland gebracht haben, gehen am 23. August zu Ende. Schon seit der Antike gelten sie als die heißeste Zeit des Jahres in Europa. "In Berlin und Brandenburg hat diese Periode ihrem Ruf am Anfang alle Ehre gemacht", sagte Dennis Dalter. "Jetzt haben wir die große Hitze schon hinter uns." Es sei aber möglich, dass der September noch einmal einzelne Tage mit bis zu 30 Grad bringe. "Das hatten wir schon öfter."

Einen kleinen Temperaturanstieg erwartet der Meteorologe zum Wochenende: "Da sind bis zu 28 Grad möglich. In der kommenden Woche kehren die kühleren Temperaturen aber zurück." Neue Hitze-Rekorde, wie Brandenburg sie Ende Juni aufstellte, als das Thermometer über 39 Grad kletterte, hält Dennis Dalter in diesem Jahr für "relativ ausgeschlossen."

Es bleibt zu trocken

Er betont aber gleichzeitig: "Verglichen mit dem langjährigen Mittel ist der August bisher drei Grad zu warm." Außerdem bleibe die Trockenheit ein Problem. "In Potsdam sind seit Anfang August bis Sonntag nur 0,6 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Normalerweise regnet es im ganzen August 60 Liter in Potsdam. Das heißt: Bislang ist nur ein Prozent der normalen Regenmenge gefallen – und das obwohl der Monat schon fast zur Hälfte rum ist."

Das wird sich laut den Prognosen auch in den nächsten Tagen nicht ändern. Es könne durchaus einzelne Schauer und Gewitter geben – zum Beispiel am Dienstag in der Prignitz und der Uckermark, "aber es wird nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein". Die Gefahr von Waldbränden bleibe damit bestehen, warnt Dennis Dalter. Aktuell liegt sie in den meisten Brandenburger Landkreisen bei der mittleren Gefahrenstufe 3 [brandenburg.de].

Ergiebiger Regen? Nicht in Sicht

Normalerweise bringen die Sommermonate Berlin und Brandenburg die meisten Niederschläge. Doch schon seit Jahren beobachtet der Meteorologe, dass flächendeckender Landregen zur Seltenheit werde. "Niederschlag, der einen ganzen Tag oder länger anhält, ist Mangelware, seit ich vor zehn Jahren meine Arbeit bei der Meteogroup begonnen habe", sagte Dalter Dagegen hätten Extremphänomene wie Starkregen oder Hitze-Rekorde zugenommen.

Ob es sich dabei schon um Auswirkungen des Klimawandels handelt, könne Dalter nicht sagen, sagte er. "Die Ursachen liegen in veränderten Strömungsmustern der Hoch- und Tiefdruckgebiete." Vor dreißig Jahren habe es häufig West-Wetterlagen gegeben, die im Sommer feuchte und kühle Atlantikluft in die Region brachten. Mittlerweile seien Strömungsmuster mit Nord-Süd-Verlauf typischer, die zum Beispiel Ende Juni besonders heiße Sahara-Luft in die Region brachten.

Kommentar

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Antwort auf [Kurt Wilhelm] vom 12.08.2019 um 16:46
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7 Kommentare

  1. 7.

    Ich glaube hier hat einigen die Hitze ziemlich zugesetzt.
    Wenn ihr keine wichtigeren Themen als das Wetter in eurem Leben habt, dann bleibt wenigstens entspannt und habt euch lieb.

  2. 5.

    SPON heute: "Meteorologe rechnet mit weiteren Hitzewellen in diesem Jahr"... verbreitet hier nun der rbb oder Spiegel die Fakenews?

  3. 3.
    Antwort auf [Herzog] vom 12.08.2019 um 15:54

    <Ist das der Auftrag der ÖR den vermeintlichen Klimawandel zu legitimieren?>

    Also, werter Herzog, Wetter entsteht aus Klima. Und "klimatisch" sieht es nicht so toll aus. Eigentlich ganz einfach. Sie können ja mal "die Maus" fragen.
    Ich möchte mich "Eddi" anschliessen ... träumen sie weiter. Eine gute Nacht werde ich ihnen nicht wünschen.

  4. 2.
    Antwort auf [Herzog] vom 12.08.2019 um 15:54

    Schlaf gut und träume weiter

  5. 1.

    Da kann man ja nur sagen, der Klimawandel lässt grüßen!

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