Symbolbild - Ein leeres Behandlungszimmer einer Arztpraxis (Bild: dpa/Sven Simon)
Bild: dpa/Sven Simon

Prozessbeginn im April 2020 - Berliner Arzt soll Patienten missbraucht haben

Ein Berliner Arzt kommt im April 2020 wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs junger Männer vor Gericht. Der Mann soll laut der Anklage zwischen August 2011 und Mai 2013 an fünf  männlichen Patienten sexuelle Handlungen vorgenommen haben. Ihm wird vorgeworfen, er habe dabei ein Beratungs-, Behandlungs- und Betreuungsverhältnis ausgenutzt, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Am Freitag hatten darüber zunächst "Buzzfeed News" und "Vice" berichtet.

Patienten berichten von zahlreichen Übergriffen

Laut "Vice" und "Buzzfeed News" handelt es sich bei dem Arzt um einen Mediziner, der viele homosexuelle oder HIV-kranke Patienten betreute. Mehrere mutmaßlich betroffene Personen berichteten demnach über eine Vielzahl von Übergriffen in den zurückliegenden Jahren: von anzüglichen Bemerkungen bis hin zu körperlichem Missbrauch. Gegen sexuelle Handlungen, so der Vorwurf, sollen beispielsweise gewünschte Medikamente verschrieben worden sein.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft waren langwierig und mündeten in die Anklageschrift vom 4. Februar 2016. Dass es bis zum Prozessbeginn so lange dauerte, lag laut dem
Gericht daran, dass "die Sache sehr umfangreich und streitig" sei.

Das Gericht setzte elf Termine für den Prozess fest. Er soll am 2. April 2020 am Amtsgericht Berlin-Tiergarten starten. Den Berichten zufolge praktiziert der Arzt bislang weiter.

Den Berichten zufolge reagierte der Arzt auf eine Konfrontation mit den Vorwürfen nicht. Über seinen Rechtsanwalt habe er mitteilen lassen, dass die Schilderungen unzutreffend seien.

Sendung: Radioeins, 09.09.2019, 16.00 Uhr

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