Archivbild: Zwei brennende Autos in Berlin. (Quelle: dpa/Siegfried Grassegger)
Bild: dpa/Siegfried Grassegger

Nach brennenden Autos in Berlin - Polizei fasst mutmaßlichen Serien-Brandstifter

Mehr als 300 Autos sind dieses Jahr in Berlin bereits in Flammen aufgegangen. Innensenator Geisel war bei vielen der Fälle von einem Serienbrandstifter ausgegangen. Den haben offenbar Ermittler nun in Hamburg geschnappt. Er soll keine politischen Motive haben.

Die Polizei hat in Hamburg einen Mann festgenommen, der offenbar hinter einer ganzen Serie von Brandstiftungen an Autos in Berlin steckt. Der im Sommer eingerichteten Berliner Ermittlungsgruppe "Nachtwache" sei es gelungen, gemeinsam mit Kollegen in der Hansestadt den mutmaßlich Verantwortlichen festzunehmen, teilte die Berliner Polizei am Mittwoch mit.

Demnach wurde der 30-Jährige bereits am 6. August auf frischer Tat ertappt. Er war gerade dabei, in Hamburg ein Auto anzuzünden und erhielt noch am Tatort einen Haftbefehl, heißt es in der Mitteilung. Die Ermittlungen ergaben, dass dem bereits einschlägig Verurteilten 31 Taten zugeordnet werden können. In fünf Fällen, bei denen acht Autos in Brand gesetzt wurden, sei er dringend tatverdächtig, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft weiter mit. Drei Brandstiftungen in Tiergarten und Wilmersdorf habe er zugegeben. Gegen ihn erging Haftbefehl.

Die Polizei sprach von einem Erfolg und kündigte an, die Ermittlungsgruppe "Nachtwache" wieder aufzulösen. Sie war im Juli eingerichtet worden.

Geisel war von Serientäter ausgegangen

Die Gesamtzahl aller abgebrannten oder angezündeten Autos lag Anfang August bei 320. Davon wurden etwa 190 von den Tätern direkt angezündet, weitere 130 wurden durch Flammen beschädigt. 2018 hatten 446 Autos gebrannt. Für einige der Brände in diesem Jahr hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) bereits Anfang August einen Serientäter verantwortlich gemacht. Einen politischen Hintergrund sah er nicht. Vielmehr sei dort ein Serien-Brandstifter am Werk gewesen. "Wir stellen das daran fest, in welchen Stadtteilen Berlins Autos brennen, welche Modelle das sind und welche Bekenntnisse es dazu gibt", so Geisel.

In den vergangenen Jahren hatte die Polizei immer mal wieder Serientäter gefasst. 2011 wurde ein 27-Jähriger verhaftet. Er gestand, für mehr als 100 Autobrände verantwortlich sein. Als Motiv gab er Frust an. Zuletzt fasste die Polizei am Mittwochmorgen einen Brandstifter, der in den Stunden zuvor drei Brände in Berlin-Kreuzberg gelegt haben soll.  

Sendung: Abendschau, 11.09.2019, 19:30 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Kurze Frage an die Redaktion - warum schreiben Sie, dass die Ermittlungsgruppe aufgelöst werden soll? Die Allgemeinheit hätte mehr davon dies nicht zu erwähnen.

  2. 3.

    Wie clever, hier zu schreiben, daß die Ermittlungsgruppe aufgelöst wird!

  3. 2.

    Warum wird die Ermittlungsgruppe aufgelöst? Es brennen weiterhin jede Nacht Autos in Berlin, etliche kranke Gestalten treiben im Schutz der Dunkelheit ihr Unwesen. Also, weitermachen!

  4. 1.

    Denk ich an die Waldbrände der letzten Monate zurück (deren Häufung wohl eher nicht für Fahrlässigkeit spricht), ist Brandstiftung z. Zt. wohl schwer in Mode.
    Und ob jemand politische Motive vorschützt oder nicht: Einen Sprung in der Schüssel hat er definitiv.
    Der Polizei meinen herzlichen Glückwunsch.
    PS: Der Name der Ermittlungsgruppe ist sympathisch ironisch gewählt.

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