Polizeibeamte kontrollieren im Görlitzer Park einen mutmaßlichen Drogendealer. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 06.09.2019 | Kerstin Breinig | Bild: dpa/Paul Zinken

Einsatz mit über 100 Kräften - Polizei geht gegen Dealer im Görlitzer Park vor

Die Berliner Polizei ist am Freitag gegen Drogendealer im Görlitzer Park vorgegangen. An dem Einsatz, der vom Mittag bis in den Abend hinein dauerte, nahmen 120 Kräfte teil, wie ein Polizeisprecher dem rbb sagte. 

Für den Einsatz wurden die Eingänge zum Park von der Polizei abgeriegelt. Die Polizei habe die Dealer dezidiert beobachtet - "und das müssen wir beweissicher vor Gericht bringen", erklärte Frank Grünke vom Polizeiabschnitt 53. Das sei personell sehr aufwendig. Auch Drogenhunde waren im Einsatz.

Etwa 50 Personen seien überprüft worden, sagte Grünke wieter. Dabei seien sowohl Drogenhandel als auch Drogenbesitz festgestellt worden. Welche und wie viele Drogen gefunden wurden, war zunächst unklar. Über Ergebnisse werde erst am Samstag berichtet, so die Polizei.

Im Görlitzer Park stehen seit vielen Jahren Dutzende Dealer, laut Polizei überwiegend afrikanischstämmige Männer, und verkaufen Marihuana. Auch Drogen wie Kokain und Ecstasy wurden schon gefunden. Die Razzia sei ein Routineeinsatz gewesen, wie er im Görlitzer Park regelmäßig stattfinde, hieß es von der Polizei.

Görli-Strategie umstritten

Eine 2015 unter dem damaligen CDU-Innensenator Frank Henkel initiierte "Null-Toleranz-Strategie" mit regelmäßigen Polizeikontrollen brachte keinen nachhaltigen Erfolg.

Der von den Grünen regierte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg verfolgt sein sogenanntes "Handlungskonzept Görlitzer Park", das festlegt: "Keine Gruppe darf diskriminiert werden, keine den Park dominieren." Die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis90/Die Grünen) sagt: "Das war ein Anliegen der Nachbarschaft, die sich hier engagiert hat für den Park. Sie sagen, keine Gruppe soll ausgeschlossen werden." In der vom rbb recherchierten und produzierten ARD-Fernsehsendung "Kontraste - die Reporter" hatten sich Anwohner in dieser Woche gegen diese Auffassung gewehrt und ein Durchgreifen gegen die Dealer-Szene gefordert.

Zuletzt hatte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) eine nächtliche Schließung des Parks in Erwägung gezogen. Nötig sei ein Gesamtkonzept für den Park. Das Ziel sei weiter, "die Parknutzung für die Öffentlichkeit sicher zu gestalten".

Sendung: rbb24, 06.09.2019, 17 Uhr

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18 Kommentare

  1. 18.

    Klar decken Dealer den Bedarf an Cannabis. Was denn sonst? Und ganz klar würden viele Konsumenten lieber „sauberen“ Stoff aus kontrolliertem Anbau kaufen, zudem völlig legal. Ein Großteil der Konsumenten wären dann weg vom Dealer im Park oder am Bahnhof. Das würde definitiv die Anzahl der Dealer stark dezimieren. Wer sich in der Szene etwas auskennt, weiß das.

  2. 17.

    Die "bestimmten Kreise" ziehen sich durch alle Gesellschaftsschichten. Nur weil Sie vllt. niemanden kennen, der kifft, sollten Sie das nicht als Maßstab anlegen. Ich kenne z.b. niemanden, der viel Alkohol konsumiert. Und es wird brutalst gesoffen und wir haben ein enormes Alkoholikerproblem in Deutschland. Ich stimme @Peter und @holger mann vollkommen zu.

  3. 16.

    Im Grunde ist es immer ganz einfach. Je mehr die Polizei den Dealern auf die Füße tritt, und zwar nicht nur im Park, desto erfolgreicher ist der Kampf gegen Drogen. Das kostet eben bloß Zeit und Geld und Personal. Und es werden ja regelmäßig auch andere Delikte festgestellt. Und auch härtere Drogen beschlagnahmt. Die Beschlagnahme ist eh das Sinnvollste. Daher mehr Drogenhunde, damit die die Verstecke, auch Erdbunker, finden. Dann noch die Handelswege „abschneiden“. Wer nichts hat, kann nix verkaufen. Aber wie gesagt, es ist aufwändig ... Die Polizei muss mehr unterstützt werden von der Politik. Die Konsumenten sind beim Drogenhandel nicht der Hauptfeind, die Lieferanten sind es. Die Dealer selber sind eh austauschbar.

  4. 15.

    Woran machen Sie eigentlich fest, dass Marihuana längst eine gesellschaftlich akzeptierte Droge ist? Das ist vielleicht beim kontrollierten medizinischen Einsatz der Fall, ansonsten ist die Akzeptanz nur in gewissen Kreisen gegeben.
    Außerdem wollen die Dealer keinen Bedarf decken, sondern Geld machen. Wenn nicht mit Marihuana, dann mit anderem, sicherlich nicht unbedenklicherem Zeug. Die Legalisierung wird also auch nicht viel bringen!

  5. 14.

    Ich habe über 10 Jahre im Wrangelkiez gelebt... und erinnere mich noch mit Schrecken an die "null Toleranz" Aktionen 2015. Das war der Moment, an dem die Dealer begannen, im umliegenden Kiez zu verkaufen, nachdem sie aus dem Park vertrieben wurden... unter anderem vor meinem Hauseingang. und welch Wunder: es hat rein gar nichts gebracht, denn solange eine Nachfrage besteht, wird es Dealer geben. Es wird Zeit, Cannabis endlich zu legalisieren, dann wird der gesamte Schwarze Markt ausgetrocknet und die Görli-Anwohner haben ihre Ruhe :)

  6. 13.

    Marihuana ist doch längst eine gesellschaftlich akzeptierte Droge und der Verkauf sollte endlich legalisiert werden (so wie der Eigenbedarf wird nicht mehr strafverfolgt wird). Dann würde es sich auch nicht mehr lohnen, in diesem Umfang im Park Drogen zu verticken. Schließlich decken die Dealer lediglich den Bedarf, der in der Nachbarschaft besteht.

    Razzien werden nichts bringen. Solange die Nachfrage da ist, gibt es auch das entsprechende Angebot.

  7. 12.

    Soso, die Nachbarschaft entscheidet über rechtsfreie Räume. Gab es dort einen rechtsgültigen "Nachbarschaftsentscheid"? ;-) Unfassbar wenn das stimmt und vom Staat geduldet wird.

  8. 11.

    sinnlose aktion. ich empfehle zu diesem thema: "phoenix persöhnlich" - Andreas Müller zu Gast bei Michael Krons. hört diesem erfahren mann zu. nur dann ändert sich etwas. und ja, ich weiß das jetzt wieder viele auf mich einbrüllen werden wenn sie könnten. es ist eben schwer gewohnte ansichten neu zu überdenken und seinen standpunkt aus vernunft und erkenntnis neu zu definieren. ich habs getan und ich würde mir wünschen mehr menschen wären dazu in der lange und vor allem bereit dazu. das hoffe ich wirklich. auch wenn es vergebens scheint. :/

  9. 10.

    Nehmt doch auch die Käufer fest oder sind die unschuldig?

  10. 9.

    Was nutzen solche aufgeblähten Kontrollen? Nichts. Das einzige was passiert ist Folgendes: Personalien werden festgestellt und gut ist. Im allerbesten Fall wird der Dealer, in der Hauptsache farbige, mit auf die Waxhe genommen für eine oder auch zwei oder drei Nächte. Dann steht er wieder da.. Hatten wir schon sooft... Oder die Szene kommt auf die Idee, weils ungemütlich wird, in die Seitenstraßen zu gehen, um dort ihren Geschäften nachzugehen... Was zur Folge hat, dass sich die Szene noch mehr der Kontrolle entzieht. Gesetze im Straf-und Ausländerrecht müssen auf Bundes - und Landesebene geändert werden, um die Verfolgung zu erleichtern.

  11. 8.

    Es gibt aber viele, viele Konsumenten. Egal wieviele Dealer verjagt werden. Darüber mal nachgedacht? Dealer zu verjagen reicht nicht. Der Konsument geht dann weiter zum Nächsten. Ran an die Ursachen. Sonst wird sich nichts ändern. Nur verschieben.

  12. 7.

    " Die Razzia sei ein Routineeinsatz gewesen, wie er im Görlitzer Park regelmäßig stattfinde, hieß es von der Polizei. "

    aber offensichtlich ohne längeren Erfolg , denn : " Im Görlitzer Park stehen seit vielen Jahren Dutzende Dealer, laut Polizei überwiegend afrikanischstämmige Männer, " die sich von den Routineeinsätzen nicht beeindrucken lassen

  13. 6.

    Was soll bei einem solchen Großaufmarsch an Uniformträger rumkommen? Die vom Parkrat und Bezirk mit Nutzungsrechten ausgestatteten Dealer werden keine Drogen in der Tasche haben und sich dadurch kaum beim Handeln erwischen lassen. Die Kunden sehen die Wannen und gehen nicht in den Park.

    Um die Dealer bei Dealen zu erwischen, bedarf es keiner Symbolaktionen, sondern verdeckter Ermittler. Da die Pressefreiheit in dem Bezirk nur eingeschränkt gilt und auch das Gewaltmonopol des Staates wenig anerkannt ist, müssen die jedoch mit extrem unauffälligen Kameras ausgestattet sein.

  14. 5.

    Sehr schön - weiter so!
    Und das meine ich auch so; denn es darf keine einmalige Aktion bleiben, sondern muss konsequent fortgeführt werden.

  15. 4.

    Endlich greift Herr Geisel durch, hat auch lang genug gedauert, die null Toleranz Strategie muss folgen mit wiederkehrenden Kontrollen, da kann Frau Herrmann bläken wie sie will.

  16. 3.

    Bravo, na endlich. Wenn man jetzt bitte auch juristische Konsequenzen zöge und auch mal die Abschiebung von ausländischen Drogenhändlern durchsetzte und auch die Clans als Hintermänner angriffe, anstatt allen Ernstes über die nächtliche Schließung städtischer Grünflächen nachzudenken, dann gehört die Stadt bald wieder denen, die hier frei von Gewalt und organisierter Kriminalität friedlich und: ja auch BUNT leben wollen. Was meint die Bezirksbürgermeisterin damit, dass Dealer nicht diskriminiert werden sollen? Diese Leute müssen bestraft werden und nicht bekuschelt!

  17. 2.

    Wurde auch langsam Zeit.

  18. 1.

    No customer, no deal.
    Keine Kunden, keine Dealer.
    Schon mal darüber nachgedacht?

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