Invalidenstraße Ecke Ackerstraße am 16.9.2019 (Bild: dpa/Jörg Carstensen)
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Video: rbb|24 | 16.09.2019 | Stefan Oberwalleney | Bild: dpa/Jörg Carstensen

Nach dem Unfall in Berlin-Mitte - Polizei durchsucht Wohnung des SUV-Fahrers

Im Fall des tödlichen Unfalls in Berlin-Mitte haben inzwischen Ermittler die Wohnung des SUV-Fahrers durchsucht. Der Mann will sich weiterhin nicht äußern. Derweil erhöhen besorgte Anwohner der Invalidenstraße und Initiativen ihren Druck auf die Politik.

Nach dem tödlichen Autounfall mit einem SUV in Berlin ist die Wohnung des Fahrers von Polizei und Staatsanwaltschaft durchsucht worden. Die Durchsuchung erfolgte bereits am Freitag, wie eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft am Montag sagte. "Dabei wurden Beweismittel sichergestellt. Sie müssen jetzt ausgewertet werden." Die "Bild"-Zeitung [bild.de] hatte zuerst über die Durchsuchung berichtet.

Beifahrerin spricht von epileptischem Anfall

Wie Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Montag der rbb-Abendschau sagte, suchten die Ermittler in den Privaträumen des SUV-Fahrers explizit auch nach Unterlagen zum Gesundheitszustand.

Die Durchsuchung hängt den Angaben zufolge damit zusammen, dass eine Beifahrerin gesagt hatte, der Fahrer habe einen epileptischen Anfall erlitten. An die Patientenakte kommt die Polizei nicht heran, weil wegen der ärztlichen Schweigepflicht ein sogenanntes Beschlagnahmeverbot gilt. Der Fahrer, gegen den wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird, könnte die Akte freigeben - was er bisher aber nicht getan hat. Laut Steltner verwies aber auch der Anwalt inzwischen auf ein gesundheitliches Problem.

Unfall mit vier Toten

Am 6. September war das Auto an einer Kreuzung in Berlin über die Gegenfahrbahn hinweg von der Straße abgekommen. Der SUV rammte eine Ampel, überfuhr vier Menschen auf dem Gehweg und durchbrach einen Bauzaun. Unter den vier Todesopfern war auch ein dreijähriger Junge.

Unterdessen erhöhen Anwohner der Invalidenstraße und besorgte Eltern den Druck auf die Politik. Seit Montagmorgen stehen Aktivisten der Initiative "Parents For Future" an der Invalidenstraße in Berlin-Mitte, direkt neben dem Bundesverkehrsministerium. Mit einer 72-Stunden-Aktion wollen sie für mehr Klimaschutz eintreten, aber auch auf die besonderen Gefahren der Invalidenstraße hinweisen. Dafür halten sie Schilder mit mahnenden Botschaften darauf in den Händen.

Andreas Prossliner protestiert an der Invalidenstrasse. (Quelle: rbb/Miriam Keuter)Der Initiator der 72-Stunden-Aktion: Andreas Possliner

Bereits am Donnerstag hat ein Anwohner und dreifacher Familienvater eine Onlinepetition auf [change.org] gestartet. Darin fordert Julian Kopmann, der Initiator der Petition, von Verkehrssenatorin Regine Günther (Bündnis90/Die Grünen), "die bestehende Tempo-30-Zone unverzüglich auf die Invalidenstraße zwischen Brunnenstraße und Nordbahnhof auszuweiten und somit das gesamte Gebiet zwischen Bernauer und Torstraße abzudecken und zeitnah durch weitere Maßnahmen den Verkehr auf der Invalidenstraße zu beruhigen." Für ihn sei der Unfall ein "Weckruf" gewesen. Bis Montagvormittag haben mehr als 9.200 Menschen unterschrieben.

Fuss e.V. fordert Radwege anstatt Parkplätzen

Auch der Lobbyverband der Fußgänger, Fuss e.V., unterstützt die Petition. Roland Stimpel, Bundesvorstandsmitglied, hofft auf einen "Symbolort" in der Stadt. Im rbb schlug er am Montagmorgen vor, an der Invalidenstraße die Parkplätze zu entfernen. Die Straße sei zu eng. "50 Parkplätze behindern ungefähr 5.000 Menschen, die dort täglich vorbei wollen." Die Parkplätze sollten zu Radwegen gemacht werden, so Stimpel. SUV seien dort nicht das Kernproblem, sondern der mangelnde Platz und die Geschwindigkeit.

Helfen könne auch eine Tempo-30-Zone - denn eine verminderte Geschwindigkeit ermögliche erst "sichere Räume für schwächere, ungepanzerte Verkehrsteilnehmer", meint Stimpel. Wenn ein Mensch mit Tempo 30 angefahren werde, sinke die Sterbe-Wahrscheinlichkeit im Vergleich zu Tempo 50 drastisch. Zusätzliche Blitzeranlagen sollten das kontrollieren, fordert der Fußgänger-Lobbyist.

Karte Unfall Invalidenstraße (Quelle: rbb)

Scheuer sieht Handlungsbedarf an der Invalidenstraße

Die Diskussion um mehr Sicherheit auf der Invalidenstraße hat längst auch die Bundespolitik  erreicht. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erteilte am Sonntagabend in der ARD-Talksendung "Anne Will" [daserste.de] Forderungen der Grünen nach einem innerstädtischen Verbot von SUV-Fahrzeugen eine Absage.

Natürlich müssten Stadtverkehre umorganisiert werden, dabei brächten aber Verbote einzelner Fahrzeugklassen gar nichts. Er selbst sei schockiert gewesen über den Unfall, sein Ministerium liegt in der Nähe des Unfallorts an der Invalidenstraße. "Das ist auch mein Kiez, ich fahre da oft mit dem Rad und gehe zu Fuß in den Supermarkt, der dort liegt, wo das passiert ist", so Scheuer. Aber: "Wäre das der Transporter eines Handwerkers gewesen oder ein Familien-Van - würden wir dann solche Diskussionen auch führen?", so der CSU-Politiker. Dass es an der Kreuzung Invalidenstraße/Ackerstraße dringenden Handlungsbedarf gebe, sehe auch er. Fußgänger und Radfahrer müssten dort gestärkt werden. "Ich würde den Regierenden Bürgermeister Michael Müller gerne auffordern, diese Straßensituation zu verändern, aber das ist Kommunalpolitik."

Mobile Radarfallen an Unfallstelle

Am Sonntag hatte die Polizei in der Invalidenstraße in der Nähe der Unfallstelle eine der neuen mobilen Radarfallen aufgestellt. Die Blitzgeräte, die in große Anhänger eingebaut sind, können über viele Stunden autonom den Autoverkehr überwachen und zu schnell fahrende Autos fotografieren, ohne dass Polizisten dafür eingesetzt werden müssen.

An der Unfallstelle lagen auch zu Wochenbeginn Blumen und standen Kerzen. Trauernde hatten ein Foto der beiden jungen Männer aufgehängt, die getötet worden waren. Darunter stand auf katalanisch "Per sempre més enamorats" (deutsch: Für immer verliebt). Nach Medienberichten soll es sich bei den 28- und 29-jährigen Männern um ein spanisch-englisches Paar handeln. Neben ihnen kamen bei dem Unfall eine 64-jährige Frau und ihr dreijähriges Enkelkind ums Leben.

Sendung: Inforadio, 16.9.2019, 12 Uhr

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174 Kommentare

  1. 174.

    Joker, Brandenburg, Freitag, 20.09.2019 | 12:18 Uhr:
    "Sie kommen immer mit irgendwelchen Extrembeispielen, die auf die allermeisten Autofahrer nicht zutreffen. ---
    Extrembeispiele...
    es sind Dinge, welche 100% vorkommen"

    Aja, also 100% der Autofahrer leiden an diesen Krankheiten!

    Ich fahre auch Auto und leide nicht an einer dieser Krankheiten. Damit ist Ihre frei erfundene Behauptung schon widerlegt!

    P.S.
    Ich bin ein Einzelfall: Ich kenne auch noch andere Autofahrer, aber keinen, der an diesen Krankheiten leidet. Es scheint also noch viel mehr gesunde Autofahrer zu geben, die nicht an denen von Ihnen aufgezählten Krankheiten leiden. Sie scheienn dagegen nur von kranken Autofahrern mit erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen umgeben zu sein, was Ihr Zerrbild der Realität erklären würde.

  2. 173.

    Joker, Brandenburg, Freitag, 20.09.2019 | 11:46 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 20.09.2019 um 04:01
    Auf Hiddensee hätte dieser Unfall nicht passieren können, weil es dort keinen Autoverkehr gibt.---
    Dort gibt es Pferdekutschen. Schon mal gehört, das es auch mit Pferdekutschen tödliche Unfälle gibt? Und das ganz ohne Beteiligung von irgendwelchen Kraftfahrzeuge irgend einer Art."

    Nö, noch nicht davon gehört.
    Wann gab es denn auf Hiddensee den letzten Unfall mit Pferdekutschen mit 4 Toten???

    Wann gab es denn in Deutschland den letzten Unfall mit Pferdekutschen mit 4 Toten???

  3. 172.

    Sie kommen immer mit irgendwelchen Extrembeispielen, die auf die allermeisten Autofahrer nicht zutreffen. ---

    Extrembeispiele...
    es sind Dinge, welche 100% vorkommen aber sich darüber NIEMAND Gedanken macht, wenn man mit irgendwelchen Forderungen ankommt.
    Für Sie mag das vollkommen "unwahrscheinlich" sein oder ein "Extremfall". Für die betroffenen Personen aber wird es ein extremst schwerer Einschnitt in deren Mobilität, Lebensqualität und Teilhabe am Sozialleben oder Arbeitsleben bedeuten.

    Es ist einfach immer zu Fordern. Ohne Rücksicht auf Verluste. Hauptsache man bekommt seine eigenen Ideen und Wünsche durchgedrückt. Anstelle "zusammen"... naja.

  4. 171.

    Ich bezweifle aber weiterhin, dass ALLE privaten Autofahrten zwingend notwenig sind und in JEDEM dieser Fälle die Nutzung des ÖPNV unmöglich oder völlig unzumutbar ist. ---

    so und nun bitte erklären sie mal wo da ihre Zweifel liegen. Kennen sie die Menschen in den Fahrzeugen? Wissen Sie gerade, ob die mit dem Fahrzeug dienstlich unterwegs sind? Woher nehmen sie das Recht, entscheiden zu können, ob gerade diese Autofahrt zwingend notwendig war oder ob die Nutzung des ÖPNV unmöglich oder unzumutbar war?

    Nicht jeder, der eine Krankheit hat, wird dies seinen Mitmenschen unter die Nase reiben! Man sieht es Ihnen auch nicht an - und was die Person gerade für ein Ziel hat, warum und wieso, geht uns genauso viel an.

    Ich bin mir sicher, das niemand aus Spaß an der Freude in einer Stadt Auto fährt, die eh, wie Sie schon sagen, zugestopft ist. Niemand steht gerne im Stau und in den tollen Abgasen herum.
    Darum finde ich ihre Argumentation einfach zum brüllen komisch.

  5. 170.

    ... aber nur für die Autofahrer, nicht jedoch für die anderen Verkehrsteilnehmer, was für Sie mit Ihrer autozentrierten Sicht natürlich nicht nachvollziehbar ist.---

    Also hat es nicht für LKW´s funktioniert?
    ÖPVN funktionierte auch nicht?? Warum sollen alle damit fahren, wenn es an den besagten Straßen "nur für die Autofahrer" funktionierte?

    Für die Fußgänger hat es auch super funktioniert.
    Überall klappt es auch mit den Radfahrern - normalerweise, wenn man sich als Radfahrer jedenfalls an die Verkehrsregeln hält - welche für ALLE Verkehrsteilnehmer gelten.

    Klappt doch in jeder anderen Stadt in Deutschland auch, wenn Fahrradfahrer sich zusammen mit Autofahrer die Straßen teilen.

    Warum nicht in Berlin? Was ist an Berlin so anders als an Köln, Stuttgart, München oder sonstige große Städte?

  6. 169.

    Klar, man könnte Mietshäuser abreißen und die Straßen verbreitern, aber das würde die Wohnungsnot noch weiter erhöhen.---

    und das ist schon mal ein guter Weg, um das Klima in Städte wieder zu verbessern. Mit einer gescheiten Städteplanung, wo die Luft immer zirkulieren kann, gibt es diese Probleme mit Feinstäuben und CO2 Belastungen gar nicht. Gescheite Verkehrsplanung könnte auch helfen.
    Sieht man doch ganz eindrucksvoll an anderen Städten, die nicht so zugebombt sind, wie Berlin, Stuttgart und Co.
    Aber wie Sie schon angemerkt haben. Jeder muss ja mitten in der Stadt hocken, nur damit man keinen Meter zu weit fahren, laufen oder gehen muss. Wenn sich nicht alle am selben Ort aufhalten müssten, müsste man auch nicht alles so dicht und hoch zu bauen. Fahren Sie mal aus Berlin raus und bewundern Sie diese riesen freien Flächen ohne Häuser... wie wäre es mit Siedlungen im Umland anstelle mitten in Berlin wohnen?

    Ach ne... das ist dann ja doch wieder zu weit weg von der "City".

  7. 168.

    Auf Hiddensee hätte dieser Unfall nicht passieren können, weil es dort keinen Autoverkehr gibt.---

    Dort gibt es Pferdekutschen. Schon mal gehört, das es auch mit Pferdekutschen tödliche Unfälle gibt? Und das ganz ohne Beteiligung von irgendwelchen Kraftfahrzeuge irgend einer Art.

    Alleine letzten Monat:
    08/2019 hier in Brandenburg - Pferde gehen durch - von Kutsche geschleudert = 1 Toter
    08/2019 Berlin-Malchow - Kutsche kommt von Fahrbahn ab, knickt Straßenschild ab, Kutscher stürzt zu Boden = 1 Toter

    Zum Glück ohne Tote aber dafür zum Teil mit schwersten Verletzungen
    08/2019 Sachsen - 2 Pferde + Kutsche gehen mit 10 Fahrgästen durch. Kippt um - 7 Verletzte
    08/2019 Niedersachsen - Kutsche zu schnell, kippt um. 79jährige lebensgefährlich verletzt. 5 Schwerverletzte und 12 Leichtverletzte
    das ist nur ein sehr kleiner Bruchteil von Unfällen mit Pferde im Straßenverkehr und das obwohl Kutschen selten sind. Sollen wir nicht zur Sicherheit aller Pferdekutschen auch verbieten?

  8. 167.

    Wieviele Prozent der Autofahrer leiden an solchen Krankheiten, die ihnen eine Nutzung des ÖPNV unmöglich machen???
    Die Autofahrer, die hier geschrieben haben, dass Sie die Anwesenheit anderer Menschen und nicht sauber geleckte Fahrzeuge ekelig finden, haben aber nichts von irgendwelchen Krankheiten geschrieben.

    Sie kommen immer mit irgendwelchen Extrembeispielen, die auf die allermeisten Autofahrer nicht zutreffen.
    Ich habe nie bezweifelt, dass es auch notwendige private Autofahrten gibt. Ich bezweifle aber weiterhin, dass ALLE privaten Autofahrten zwingend notwenig sind und in JEDEM dieser Fälle die Nutzung des ÖPNV unmöglich oder völlig unzumutbar ist.

    Joker:
    "Im privaten Auto passiert das nicht :D"

    Doch!
    Ich habe mal gesehen, wie jemand seinen Beifahrersitz geputzt hat, weil offenbar der im Auto während des Einkaufens zurückgelassene Köter den Beifahrersitz vollgekackt hatte. Dieser Mensch sah nicht sehr zufrieden mit der Sauberkeit seines Fahrzeugs aus.

  9. 166.

    Joker, Brandenburg, Donnerstag, 19.09.2019 | 16:06 Uhr:
    "Nur ohne dieses Unglückes hat man leider keine Argumente mehr."

    Blödsinn!
    Es gibt auch ohne diesen unfall zuviele Unfälle in Berlin. Und jeder Unfall ist ein Argument für die Reduzierung des Verkehrs.

    P.S.
    Wenn dieser Anwohner statt mit seinem SUV zu fahren, zu Fuß gegangen oder den ÖPNV genutzt hätte, hätte es nicht diese 4 Toten gegeben. Selbst ein epileptischer Anfall hätte nicht diese Folgen gehabt.

    Joker:
    "Ich kenne in Berlin Straßen, die haben wunderbar funktioniert. ..."

    ... aber nur für die Autofahrer, nicht jedoch für die anderen Verkehrsteilnehmer, was für Sie mit Ihrer autozentrierten Sicht natürlich nicht nachvollziehbar ist.

  10. 165.

    Wenn nur halb soviele Autofahrten stattfinden, dann gibt es statistisch auch nur halb soviele Autofahrer mit gesundheitlichen Problemen und auch nur halb soviele Unfälle.

    Ist das wirklich so schwer zu verstehen.

    P.S.
    Auf Hiddensee hätte dieser Unfall nicht passieren können, weil es dort keinen Autoverkehr gibt.

  11. 164.

    Fortsetzung:

    Klar, man könnte Mietshäuser abreißen und die Straßen verbreitern, aber das würde die Wohnungsnot noch weiter erhöhen. Man könnte Gehwege zu schmalen Stegen verschmälern. Man könnte die Straßenbäume abhacken. Man könnte die öffentlichen Parks zu Parkplätzen umwidmen. Aber all das will kein Berliner. Und so müssen wir in der dicht bebauten Großstadt damit leben, dass es nicht genügend Platz - weder im ruhenden, noch im fließenden Verkehr - gibt, der dafür ausreichen würde, dass alle ein Auto haben und damit fahren können. Das ist objektiv unmöglich! Und die, die ein Auto haben und damit fahren, können dies nur deshalb, weil andere kein Auto haben. Dieses Priveleg sollte sich jeder Autobesitzer und Autofahrer in der Berliner innenstadt bewußt sein. In der Berliner Innenstadt gibt es kein grundrecht für jeden auf ein Auto, weil dafür nicht genug Platz ist. Als Ausgleich gibt es dafür einen nicht perfekt, aber gut funktionieren ÖPNV. Außerdem: Füße & Fahrrad.

  12. 163.

    Joker, Brandenburg, Mittwoch, 18.09.2019 | 22:26 Uhr:
    "Hier hat jeder Bürger das Recht selber zu entscheiden, ob er mit dem Auto fährt oder mit dem ÖPNV."

    Das ist nur dort möglich, wo genug Platz ist. In Berlin ist das in der innenstadt nicht der Fall. Wenn es 2 Autos, aber nur einen Parkplatz und auch keinen Platz für weitere Parkplätze gibt, dann kann das nicht funktionieren. Wenn es mehr fahrende Autos gibt, als es die Straßen verkraften und die Straßen schon zuviel öffentlichen Platz okkupieren, dann kann es nicht funktionieren.

  13. 162.

    im übrigen gibt es viele Menschen, ich kenne persönlich auch einige davon, die unter einer starken Agoraphobie in Verbindung mit Enochlophobie oder gar einer Demophobie leiden!
    Genauso gibt es Menschen, die unter Misophobie, Molysmophobie und Monopathophobie leiden.
    Das sind alles anerkannte Krankheiten und für solche Menschen ist es eine Qual, mit ÖPNV fahren zu müssen und mit dem privaten Fahrzeug die einzige Möglichkeit der Fortbewegung.
    Also können Sie niemanden dafür kritisieren, wenn jemand aufgrund "Dreck", "Schmutz" oder überfüllte ÖPNV lieber mit dem privaten Fahrzeug unterwegs ist. Ich habe schon mehrfach im Winter selber erleben müssen, wenn jemand sich in der S-Bahn bequem gemacht hat, eingepisst, seit 4 Monaten das letzte mal gewaschen hat und alles vollgekotzt hat. Toll. Super. Da wird ein S-Bahn Wagen sehr schnell sehr leer.
    Im privaten Auto passiert das nicht :D

  14. 161.

    Teil2
    Es geht darum, das jemand aufgrund medizinischer Probleme verunglückt ist. Das kann immer und überall passieren. Ich finde es schlimm, das man so ein Unglück nun für diese Zwecke missbraucht!
    Nur ohne dieses Unglückes hat man leider keine Argumente mehr. Ich finde es einfach nur erbärmlich!!!
    Ja... die Straßen mögen voll sein. Streitet auch niemand ab. Nur wenn anstelle Tempo 50 Tempo 30 kommt, wird es dadurch nicht leerer. Und wenn Parkplätze verschwinden und dafür Radwege kommen, wird das ebenfalls nichts ander Situation der vollen Straße ändern. Ich kenne in Berlin Straßen, die haben wunderbar funktioniert. Kaum Staus, flüssig... alles toll. Eine Fahrbahn weg - Radwege hin = zähflüssig, Staus.. wo ist die Logik?

  15. 160.

    Teil1
    UNSINN!
    Es geht um den Unfall, der die Gefährlichkeit des Autoverkehrs in einer verstopften Stadt zeigt, und es geht allgemein um das thema, dass es in der Berliner Innenstadt zuviel Autoverkehr gibt, was durch diesen Unfall wieder ins allgemeine Bewußtsein gerückt ist. -----
    sorry aber das ist, um es nett auszudrücken, ebenfalls einfach nur UNSINN!
    Dieser schlimme Unfall hätte überall stattfinden können. In einer verstopften Stadt wie Berlin, in einem Dorf, wo kaum ein Auto fährt, auf der Autobahn, auf der Landstraße, wo nebenher ein Radweg läuft und gerade eine Schulklasse einen Radausflug gemacht hätte... es hätte überall passieren können.
    Der Unfall ist doch nicht dadurch geschehen, das es in Berlin verstopfte Straßen gab. Selbst, wenn die Straßen Nachts fast Auto leer gewesen wäre, wäre es zu diesem Unglück gekommen.
    Ist das so schwer zu verstehen? Selbst, wenn dieses Auto ganz alleine auf der Straße gewesen wäre, wäre es zu einem Unfall gekommen.

  16. 159.

    Außerdem: Was kostet es sein Auto auf die Straße zu stellen? Was kostet es, seinen Kühlschrank, oder einen Baucontainer oder ein Dixi-Klo auf die Straße zu stellen? Fällt Ihnen der Unterschied auf?----

    ich weiß zwar nicht, was das damit zu tun hat aber nun ja.
    Baucontainer kostet ca. 80€ bis 200€ für die Erteilung einer Sondernutzungserlaubnis mit bis zu 100m² öffentlichen Straßenland. Dazu kommen noch mal 2€ bis 7,50€ pro Monat je nach Lage, Geschwindigkeit etc. der Straße. Inbegriffen Halteverbote etc. für diesen Zeitraum.

    EIN AUTO benötigt aber keine 100m² Parkfläche. Ein Parkplatz ist 11,5m² groß. Also kann man für die oben genannte 100m² öffentlichen Straßenland 9 PKW parken. 9 PKW * 24 Stunden * 7 Tage die Woche * 4 Wochen im Monat = sicherlich mehr als 80€ bis 200€ für die Gebühren eines Containers.

    Ihr Kühlschrank kostet 50€ in der Abholung.

    Endergebnis = PKW generiert mehr Kohle für die Stadt an Parkgebühren ;-)
    Radwege vs. Parkgebühren... hmm... Fahrrad Maut?

  17. 158.

    Sie versuchen mir andauernd zu erklären, dass jeder ein Auto braucht und jede Autofahrt unbedingt notwendig ist.
    Und ich versuche Ihnen zu erklären, dass nicht jeder, insbesondere nicht in der Berliner Innenstadt, ein Auto braucht und dass nicht jede Autofahrt notwendig ist, wofür meine autolosen, aber glücklichen Nachbarn und all die anderen autolosen Berliner der beste Beweis sind.---
    mit nichten. Nicht jeder benötigt ein Auto und man muss das Auto nicht für ein paar km anwerfen. Aber Sie stellen es so hin, als ob jedes private Fahrzeug, was mit einer Person durch Berlin fährt, automatisch eine unnötige Privatfahrt ist.

    Definieren Sie mal endlich bitte, was in Ihren Augen alles unter einer unnötige Privatfahrt fällt.

    Und so glückliche autolose Nachbarn, wie Sie haben, hatte ich auch, als ich noch in Berlin wohnte. Sollte die ständig mit dem Auto wo hin nehmen oder für die den Wocheneinkauf mitbringen. Das war dann nämlich mit ÖPNV oder zu Fuß zu umständlich oder zu schwer.

  18. 157.

    ---Mensch, Sie haben es aber echt schwer zu differenzieren: Es kommt nicht darauf an, was es alles schon für Unfälle gab, sondern darauf, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist und wie sie sich ändert bei Änderung der Umstände!!!---

    Die Wahrscheinlichkeit, das mit einem SUV oder einem Diesel oder einen rosa Einhorn diese schweren Unfälle passieren, ist genauso hoch wie mit jedem anderen motorisiertem Verkehrsmittel auch. Da können sie 5 Millionen Blitzer aufstellen - es wird nichts an den Umständen verändern! Selbst wenn dort an der Stelle, auf dieser Straße, in diesem Viertel Tempo 30 gewesen wäre - oder nein!!ES WÄRE EINE SPIELSTRASSE! Das Endergebnis wäre genau das selbe gewesen, wie es passiert ist!!!
    Raffen Sie das nicht? Egal was gefordert wird, es wäre so oder so zu diesem schrecklichem Unglück gekommen!!!
    Ich weiß nicht, was alle eure Vorderungen von Tempo 30, SUV Verbot,Blitzer,Parkplätze weg für Radwege was an der Situation geändert hätte?Wäre es kein SUV, wäre es ein Van!

  19. 156.

    Teil2
    genauso wie es eine bescheuerte Aussage ist, das der Individualverkehr an der Verschmutzung oder der Verstopfung der Straßen schuld ist. Es wird immer so hingestellt, als ob ganz Brandenburg nichts besseres zu tun hat, als morgens mit dem Auto nach Berlin zu fahren, da Stunden oder gar Tagelang ständig im Kreis oder die Straße rauf und runter zu fahren, mit dem Ziel CO2 zu verbraten (CO2 kommt hauptsächlich von Benziner) und vielleicht noch den ein oder anderen Fußgänger mit einem SUV über den Haufen zu fahren und danach wieder zurück nach Brandenburg - bis zum nächsten Tag.
    Mal nebenbei mit Tempo 30 gibt es weniger schlimme Unfälle... bei Tempo 50 ist die Gefahr, das ein potentieller Selbstmörder mit dem Rad oder ohne mir vor´s Auto springt geringer als mit Tempo 30, wenn er denkt, er schafft es noch vor meiner Motorhaube auf die andere Straßenseite zu gelangen. Weil man einfach "mutiger" wird und noch weniger auf Ampeln achten wird. Sorry aber Erfahrungswerte!

  20. 155.

    Teil1
    ---Wenn jemand seine Wohnung verläßt und zu seinem Auto geht und in das Auto steigt und 500 m weit zum Bäcker fährt und dort aus dem Auto aussteigt und dort ein Brötchen kauft und dann wieder zurück zu seinem Auto geht und dann mit dem Auto wieder zurück 500 m zu seiner Wohnung fährt und dann wieder zurück in seine Wohnung geht, dann war dies eine unnötige Fahrt ----
    niemand wird 500 Meter zum Bäcker und wieder nach Hause fahren *lach* und wenn, dann macht der das ein paar Wochen lang und dann ist die Batterie vom Wagen breit. Mal davon abgesehen, das es nicht gut für den Motor ist und niemand sein Fahrzeug mutwillig kaputt machen wird. Aber Sie sind ja in der Lage, zu erkennen, welches Auto gerade von so einer 500 Meter Fahrt kam oder hinfährt.
    So kommt es mir jedenfalls mit Ihrer Aussage vor, das es massig unnötige Privatfahrten gibt. Wo Sie ja auch alle Fahrer mit deren Autos und Ziele kennen.

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