Razzia in einer SHisha-Bar in Neukölln am 6.9.19 (Bild: Morris Pudwell)
Bild: Morris Pudwell

Razzia gegen Clan-Kriminalität - 140 Polizisten durchsuchen Shisha-Bars in Neukölln

Erneut ist die Berliner Polizei gegen Clan-Kriminalität in Neukölln vorgegangen. Im Visier der insgesamt 140 Einsatzkräfte: Wettbüros, Shisha-Bars - und PS-starke Autos. Auch führende Bezirkspolitiker wollten sich ein Bild machen.

Die Berliner Polizei hat am Freitagabend mehrere Geschäftsräume im Norden Neuköllns durchsucht. Der Einsatz dauerte bis zum späten Abend noch an und richtete sich gegen Organisierte Clan-Kriminalität, wie ein Polizeisprecher dem rbb sagte.

Im Fokus standen dabei mehrere Objekte, darunter Shisha-Bars und Wettbüros rund um die Karl-Marx-Straße und am Hermannplatz. Knapp 140 Beamte waren im Einsatz und wurden von Kolleginnen und Kollegen vom Ordnungsamt untzerstützt, sagte der Polizeisprecher. "Wir wollen Präsenz zeigen und richten uns gegen Strukturen, die meinen, sich dem Gesetz entziehen zu können", sagte er weiter. Im Laufe des Freitagabends wollten sich Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) und sein Amtskollege von Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann (SPD), ein Bild von der Lage machen, so der Polizeisprecher.

Seit 18 Uhr wurden demnach vor allem Sport- und Shisha-Bars durchsucht. Bereits am Nachmittag seien auch Friseurläden und Bäckereien an der Karl-Marx-Straße Ziele der Polizeimaßnahme gewesen. Begleitend zum abendlichen Polizeieinsatz werde am Hermannplatz eine Verkehrssonderkontrolle durchgeführt. Dabei hatte die Polizei vor allem PS-starke Autos im Visier.

Über etwaige Ermittlungsergebnisse wurde zunächst nichts mitgeteilt.

Geisel zieht nüchterne Bilanz

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat am Freitag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung [faz.net - Bezahlinhalt] eingeräumt, dass die Politik das Verhalten der Clans zu lange hingenommen habe. Gründe dafür seien ein Unterschätzen der Situation, "political correctness" und Personalmangel.

Seinen Angaben in der Zeitung zufolge ist die Berliner Polizei in diesem Jahr mit nahezu 160 Einsätzen gegen kriminelle Mitglieder arabischstämmiger Clans vorgegangen. Im vergangenen Jahr seien 21 libanesische Straftäter abgeschoben worden, so Geisel weiter. Früher seien es meist nur fünf oder sechs Personen pro Jahr gewesen.

Der Senator betonte aber auch, dass Abschiebungen kein Allheilmittel seien. Drei Viertel der Clanmitglieder hätten deutsche Pässe, das andere Viertel sei mit Deutschen verheiratet oder habe deutsche Kinder.

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Antwort auf [Moabit] vom 06.09.2019 um 20:27
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14 Kommentare

  1. 14.

    Wenn alles in Ordnung ist, wird keine Bar alle zwei Wochen gefilzt! Damit solche Maßnahmen wiederholt genehmigt werden, sind schon klare Anhaltspunkte für Kriminalität notwendig. Ob das Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit oder aber Geldwäsche für die Clans ist, all das gehört bekämpft. Andere Kneipen in Berlin erhalten auch regelmäßig Kontrollen, auch wenn da nicht so ausführlich drüber berichtet wird.

  2. 13.

    Es hat garnichts mit rassismus zu tuhen etwas mit Anstand, ich bin genau so wie alle anderen hier geboren und auf die Schule und habe die gleiche Kultur kennen gelernt wie alle anderen und habe sie auch so auch geteilt. Die unschuldigen Keule schwing ich auch nicht und armen auch nicht , das geschriebene ist meine Meinung .Unverzollter Tabak ist keine clankrimilalität und Schwarzarbeit auch .Es gibt 1000 Café und bestimmt gehören nicht alle zu ein Clan Ich kenne Geschäfte wo alles Einwandfrei ist aber trotzdem werde sie alle zwei Wochen besucht nicht nur wie es sich eigentlich gehört durch den Zoll und den Ordnungsamt oder der Finanzbehörde sonder mit einer ganze (Arme). Wenn das der richtige Weg nur weiter so aber die Kriminalität hört damit nicht auf .

  3. 12.

    Es gibt hier keinen Grund, schon wieder die Rassismus-Keule zu schwingen und die "Wir-armen-Missverstandenen"-Karte zu ziehen. Wenn Geschäfte von den Clans für Geldwäsche missbraucht werden, gehören sie ausgehoben. Wenn Shisha-Bars unverzollten Tabak verkaufen, gehören sie geschlossen. So wie jedes andere kriminelle Geschäft auch. Wenn das Geschäft einwandfrei geführt wird und sich nichts zu Schulden kommen lässt, haben weder der Betreiber noch die Kunden etwas zu befürchten. Allein die Ansammlung bestimmter Geschäfte ohne ausreichend Kundenstamm dafür belegt, dass es nicht überall mit rechten Dingen zugehen kann. Ist wie auf dem Bau: Auch da arbeiten nur Menschen, die ihre Familien ernähren wollen. Wenn die Arbeiter schwarz beschäftigt werden, gehört die Firma trotzdem hochgenommen.

  4. 11.

    Ich würde mal sagen kriminelle gib es über all in Berlin nicht nur in Shihsa Café und in Bars . Viele selbständige leisten sich ihren Lebensunterhalt mit den Cafés, die Kontrolle belasten nur die Betreiber denn kriminelle passiert nichts .Café sind soziale Treffpunkte der jungend wo man sich mit Freunden treffen und sich einen schönen Abend machen kann oder neue Leute kennen lernen kann . Wenn große Konzerne Steuer oder sogar illegale Software auf den Markt bringen Ist es keine Kriminalität und der Staat setzt sich mit den zusammen und versucht noch zu helfen . Über shihsa Café liest Mann jeden Tag in den Zeitungen Clan Kriminalität nein die dürfte es garnicht geben , aber keiner schreib darüber das shihsa Cafés auch Arbeiter ,Besitzer und die haben auch Kinder die hier auf Die Schulen gehen. Wie steht man da ! Wenn hier vier jungendliche mit Migrationshintergrundt in eine Disco wollen kommen Sie rein weil sie sündländer sind , wenn sie dann in Café chillen heißt es Clan Kriminalität. Da müsste sich die Politik lieber mal mit denn betreiben zusammen setzen um ein gesetzt für shihsa überlegen .

  5. 10.

    Der Innensenator verdient großen Respekt dafür, das Kernproblem "political correctness" beim Namen zu nennen, auch gegen allen Widerstand von Linken und Grünen.

    Wer dauerhaft und auf höchst konspirative Art schwerstkriminell tätig ist, grundsätzlich gewaltbereit, vollkommen unbelehrbar, und dazu in Teilen klar verfassungsfeindlich, und daraufhin ins Visier von Staatsanwaltschaft, Polizei, Zoll oder zivilgesellschaftlicher Kritik gerät, sollte sich nicht mal eben rauswinden können, indem er "Rassismus" anprangert und sich als Opfer einer bösartigen Mehrheit der Unterdrücker darstellt.

    Die Clans sind KEINE Opfer, sondern Täter, und sie gehören zur Strecke gebracht.

  6. 9.

    Leider nur in Neukölln.

  7. 8.

    Kassensysteme, die Manipulationen verhindern, indem Daten direkt ans Finanzamt übermittelt werden oder zumindest eine Quittungspflicht könnten helfen. 2 Mal ist es mir in letzter Zeit bei geschäftlichen Treffen so gegangen, dass Café und Bar keine Belege ausstellen konnten, weil die Unterlagen nicht da gewesen seien. Das ist doch sowas von offensichtlich, dass da nicht sauber abgerechnet wird am Ende.

  8. 7.

    Die Gewerbeanmeldung ist doch nun wirklich kein Hindernis. Da prüft niemand großartig etwas, nur, ob das Gewerbe legal ist. Ob das Geschäft rentabel sein kann, es bereits zu viel Konkurrenz gibt oder sich bestimmte Gewerbe an einem Ort ballen, interessiert niemanden. Das gehört alles zur unternehmerischen Freiheit. Der neue Laden könnte ja theoretisch die eingesessene Konkurrenz auch überflügeln und das ist erlaubt. So lange alle Steuern fließen, ist der Staat erstmal zufrieden. Geldwäsche oder andere Verbrechen nachzuweisen ist schwer. Deswegen sind Gewerbe mit kleinteiligen Einnahmen dafür auch so beliebt. Wer will schon nachweisen, dass es manche Kunden beim Friseur gar nicht gab oder jeder zehnte Döner nie über die Theke gegangen ist. Einmal versteuert ist das Geld im legalen Kreislauf. Die Gewerbeaufsicht kann nichts tun, nur der Zoll und die Polizei können mit viel Mühe solche Praktiken aufdecken.

  9. 6.

    Sie wissen aber auch, wie dünn die Polizeidecke in Berlin ist.
    Mit dieser kann man nicht überall gleich gut sein.
    Es reicht nur für medienwirksame Einsätze in einem Bezirk.

    P.S. Seit ca. einem halben Jahr sieht man im nördlich Bereich von Treptow vermehrt hochwertige, laute Nobelkarossen mit goldbehangenen Insassen.
    Vermehrt werden schon beschriebene Geschäfte eröffnet.
    Woran das wohl liegt? ;-)

  10. 5.

    Herrenetablissement ist wahrscheinlich die Umschreibung für eine Bodellwohnung, Mann kann auch Puff sagen. Uralte Mobiltelefone und Prepaid-Karten könnte man unter anderem gebrauchen wenn man bei bestimmten Taten und Gesprächen nicht ermittelt werden möchte. Unter dubiosen Reisebüros kann ich mir nichts vorstellen.
    All diese Geschäfte haben eine Gewerbegenehmigung erhalten. Hier zu prüfen ob alles mit rechten Dingen zugeht ist hauptsächlich die Aufgabe von Gewerbeaufsicht, Finanzamt und Zoll.

  11. 4.

    Und alle sind natürlich weiterhin auf freiem Fuß und machen weiter wie bishe. Oder etwa nicht? Und da wundert sich noch einer über die Erfolge der AfD?

  12. 3.

    "Späti, Friseur, Wettbüro, Shisha Bar, Dönerladen, Internetcafe"

    Das ist EXAKT die Zusammensetzung der Mehrzahl der Geschäfte in der Turmstraße und Alt-Moabit, um den Kleinen Tiergarten herum. Dazu kommen noch Herrenetablissements, dubiose Reisebüros und Geschäfte die uralte Mobiltelefone und Prepaid-Karten verkaufen.

    Auch so ähnlich: Martin-Luther-Straße zwischen Kleiststraße und Motzstraße.

    Polizei, Zoll, Ordnungsamt und Gewerbeaufsicht würden auch hier im großen Stil fündig werden. Bitte mal vorbeischauen und die Betreiber*innen spüren lassen dass es noch so etwas wie Regeln gibt, die eben auch durchaus verbindlich sind.

  13. 2.

    Wenn man so durch Berlin geht sieht man in jeder Strasse das gleiche Bild: Späti, Friseur, Wettbüro, Shisha Bar, Dönerladen, Internetcafe usw. als ob die sich alle rentieren würden. Dann noch so viele verlassene Ladenzeilen verstehe ich nicht. Schön für die ganzen Populisten, spielt denen schön in die Karten. Die Amerikanisierung schreitet voran, siehe afd Ergebnis in Brandenburg. Prost Mahlheit.

  14. 1.

    Scheint auch eine erzieherische Maßnahme gewesen zu sein. Nun, wers braucht...

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