Symbolbild: Feuerwehr in Berlin-Prenzlauer Berg (Quelle: imago images/R.Price)
Video: Abendschau | 05.09.2019 | Kerstin Breinig | Bild: imago images/R.Price

Sexueller Missbrauch - Berliner Ex-Jugendfeuerwehrwart legt Geständnis ab

Im Prozess um den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen hat der angeklagte Berliner Feuerwehrmann gestanden. Der 60-jährige Ex-Landesjugendfeuerwehrwart räumte zum Prozessauftakt am Donnerstag vor dem Amtsgericht Tiergarten ein, seit 1984 mindestens zwölf Jungen sexuell missbraucht zu haben. 

In dem Prozess geht es allerdings nur um die Vergehen an zwei Opfern, weil die anderen bekannten Fälle inzwischen verjährt sind. Dem 60-Jährigen werden 48 Übergriffe auf zwei Jungen zur Last gelegt, die ihm als Jugendfeuerwehrwart einer Berliner Freiwilligen Feuerwehr anvertraut waren. Angeklagt sind mutmaßliche Taten in der Zeit von 2008 bis 2016. Die beiden Opfer sind heute 16 und 20 Jahre alt.

Angeklagter bestreitet pädophile Neigung

Insgesamt erstatteten zwölf Opfer Anzeige. Der Angeklagte gab an, sich darüber hinaus an keine weiteren Fälle erinnern zu können. In einer von seinem Verteidiger vorgelesenen Erklärung hieß es, der frühere Feuerwehrmann mache sich große Vorwürfe und "schämt sich maßlos". Auch ein verlesenes Schreiben von seinem Therapeuten bescheinigte ihm ein starkes Schuldbewusstsein. Der Angeklagte wies jedoch entschieden zurück, eine pädophile Neigung zu haben. "Ich habe den Fehler gemacht, dass ich die Kinder zu nah an mich heran gelassen habe", sagte er.

Der 60-Jährige war im März 2018 von seinem Ehrenamt als Landesjugendfeuerwehrwart zurückgetreten. Kurz zuvor war gegen den Mann, der auch im Hauptberuf Feuerwehrmann war, Anzeige erstattet worden. Für den Prozess sind zwei Verhandlungstage vorgesehen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.09.2019, 16 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Mir unverständlich das solche schwere Verbrechen an Kinderseelen der Verjährung unterliegen. Wann wachen die Verantwortlichen endlich auf. Sexueller Missbrauch an Kinder ist gleichzusetzen mit Mord. Mordopfer sind tot, die leiden nicht mehr. Opfer des sexuellen Missbrauch leiden ein Lebenlang. Leider werden die Opfer des Missbrauchs alleine gelassen. Den Missbrauch an Kinder wurde schon in der Zeitschrift STERN Nr. 40 u.42 aus dem Jahre 2003 thematisiert. Viele Opfer werden bis heute die Hilfe verweigert. Staatliche u. kirchliche Stellen, vertuschen, verweigert, halten Opfer hin und arbeiten Hand in Hand im Nichtstun. Traurig !

  2. 1.

    Häh? Sind jetzt die Kinder Schuld und haben ihn überrumpelt, pädophil zu werden ? Das verstehe ich nicht.

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