Brandenburger Polizei erschießt am 11.09.2019 mutmaßlichen Straftäter an der A10. (Bild: TV News Kontor)
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Video: rbb|24 | 11.09.2019 | Material: TV News Kontor | Bild: TV News Kontor

Offenbar mit Waffe bedroht - Brandenburger Polizei erschießt mutmaßlichen Straftäter

Auf der A10-Auffahrt Berlin-Hellersdorf ist es am Mittwoch zu einem folgenschweren Polizeieinsatz gekommen. Nachdem dort ein gesuchter Wagen gestoppt wurde, soll der Insasse eine Waffe auf die Brandenburger Polizisten gerichtet haben - mit tödlichen Folgen.

Dieser Beitrag wird nicht mehr aktualisiert, die aktuelle Berichterstattung zum Thema finden Sie hier.

Die Brandenburger Polizei hat am Mittwochnachmittag auf dem östlichen Berliner Ring einen Autofahrer erschossen, der zuvor seine Waffe auf die Beamten gerichtet haben soll.

Nach Angaben der Polizei wurde gegen 15.30 Uhr an der A10-Anschlusstelle Berlin-Hellersdorf ein Mazda mit polnischem Kennzeichen gestoppt. Nach dem Wagen war nach einem mutmaßlichen Tötungsdelikt in Polen gefahndet worden.

Der Mann habe im Fahrzeug sitzend mit einer Waffe "gefuchtelt" und auch auf die Polizeibeamten bedroht, sagte Polizeisprecher Torsten Herbst dem rbb. Trotz mehrfacher Aufforderung habe der Mann die Waffe nicht weggelegt, sondern sie erneut auf die Beamten gerichtet. "Den Beamten blieb gar nichts anderes übrig, als von ihren eigenen Schusswaffen Gebrauch zu machen", so Herbst weiter. Der Mann wurde durch die Schüsse tödlich verletzt. Er soll sofort tot gewesen sein. 

Brandenburger Polizei erschießt mutmaßlichen Straftäter (Bild: TV News Kontor)
Bild: TV News Kontor

Kriminaltechniker untersuchen Wagen

Bislang ist unklar, ob der Mann selbst auch geschossen hat. Kriminaltechniker waren an der Autobahn vor Ort und untersuchten den Wagen des mutmaßlichen Straftäters, der allein in dem Fahrzeug gesessen haben soll. Die Identität des Mannes war zunächst nicht eindeutig geklärt.

Wegen der Ermittlungsarbeit wurde die Auffahrt Berlin-Hellersdorf auf die A10 in Richtung Prenzlau gesperrt.  

26-jährige Ukrainerin in Gorzow erschossen

Nach Angaben der polnischen Polizei hatte ein bewaffneter Mann am selben Tag gegen 13.00 Uhr eine Wäscherei in Gorzow in der polnischen Woiwodschaft Lebus, etwa 80 Kilometer nordöstlich von Frankfurt (Oder) betreten. Dort feuerte er einen oder mehrere Schüsse auf eine 26-jährige Ukrainerin ab. Sie starb. Der Täter sei von der deutschen Polizei in der Nähe von Berlin erschossen worden, zitiert die polnische Nachrichtenagentur PAP am Mittwochabend einen Sprecher der Lebuser Polizei. Wegen der Fahndung habe man alle umliegenden Polizeiwachen informiert, darunter auch die deutsche Seite. 

Polizei erschießt mutmaßlichen Mörder an A10 (Bild: dpa/Christopher Harms)
Bild: dpa/Christopher Harms

"Nicht alltäglich, jemanden durch Schusswaffeneinsatz zu verletzen"

Kriminaltechniker waren an der Autobahn zugange und untersuchten den Wagen des mutmaßlichen Straftäters, der allein in dem Fahrzeug gesessen haben soll. Ob der Mann auch geschossen habe, sei Gegenstand der Ermittlungen, sagte ein Polizeisprecher. In dem Funkwagen, der das Auto des Verdächtigen gestoppt hatte, saßen zwei Beamte. Die Ermittler suchen auch Zeugen des Vorfalls an der Autobahnanschlussstelle.

Den Polizisten gehe es den Umständen entsprechend. "Glücklicherweise ist es auch für Polizisten nicht alltäglich, jemanden tödlich durch einen Schusswaffeneinsatz zu verletzen", sagte Herbst. Nach Worten eines Polizeisprechers in Potsdam wird in solchen Fällen das gemeinsame Zentrum der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Frankfurt (Oder) informiert, die das Fahndungsersuchen an die deutschen Polizisten weitergibt.

Im vergangenen Jahr erschossen Polizisten in Deutschland elf Menschen, wie aus Zahlen der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster hervorgeht. Für das Jahr 2017 hatte die Hochschule noch 14 Fälle von tödlichem Schusswaffengebrauch gezählt.

Sendung: Brandenburg aktuell, 11.09.2019, 19:30 Uhr

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15 Kommentare

  1. 15.

    Ja, so ist das,....
    Momentan gilt noch das Verursacherprinzip. Wenn z.B. jemand im Flugzeug rebelliert und eine Landung nötig wird, kostet es.
    Leider wird wohl wahrscheinlich wenig bei den Passagieren ankommen :-(
    Danke für Eure Antworten.

  2. 13.

    ist ja wie im Wilden-Westen ...
    bei so ein Fall wird niemals die Warheit raus kommen...
    das soll alles bei voller Fahrt passiert sein ??
    hört sich ziemlich sinnlos an .

  3. 12.

    Alles Gute den Polizisten bei der sachlichen und psychologischen Aufarbeitung. Auch wenn Sie völlig korrekt gehandelt haben, wogegen nach bisherigen Erkenntnisstand überhaupt nichts spricht, ist es auch für die Beamten eine Extremsituation. Danke für Ihre Arbeit.

    Und Danke auch für diese gute Beispiel polnisch-deutscher/deutsch-polnischer Zusammenarbeit bei der Polizei. Brandenburg hat dort schon einiges getan, was weiter ausgebaut und vertieft werden sollte.

  4. 11.

    Genau so ist es. Wer "Schadenersatz Anforderungen" bei solchen Polizeieinsätzen fordert, weil er oder sie deswegen im Stau standen, hat Grundsätzliches nicht verstehen wollen.

  5. 10.

    Schicken Sie bitte Ihre Rechnung inkl. Belegen, die den angemeldeten Schaden nachweisen, an "Unbekannt, via Polizei Berlin". Die Polizei wird sich dann bemühen, Ihre Rechnung mit dem Täter zusammen zu kremieren.

    Und damit ist dann dem "typischen deutschen" "Ich habe aber ein Anrecht!" und "Jemand muss doch schuld sein"-Gejammer Rechnung getragen worden.

  6. 9.

    Bei einem im Wagen sitzenden Angreifer hat man nicht viel, worauf man schiessen kann. Oberkörper und Kopf. Alles andere hiesse "durch die Tür" - da ist die Chance groß, dass die Kugel nicht (da) durchkommt, wo man das möchte. Und angesichts eines Bewaffneten würde ich auch kein Risiko eingehen. Zumal unsere Polizisten keine Scharf- (sondern oft eher Schlump-)Schützen sind.
    Danke an die Beamten für einen Job well done. Auch wenn normale Menschen nach so einem Schuss Schlafstörungen haben: Herr Polizeibeamter, Sie haben das Richtige getan.

  7. 8.

    Das sehe ich genau so wie Sie. Die Polizisten setzen tagtäglich ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel. Für uns, die normalen Bürger. In diesem Fall erkennt man mal wieder die enge Zusammenarbeit der deutschen und polnischen Polizei.
    Leute, die meinen, sie hätten nun Schadenersatz(an)forderungen, weil sie evtl. im Stau gestanden haben, wenden wahrscheinlich auch auf der Autobahn. Daniel (5) hat mit seiner Bitte schon Recht.

  8. 7.

    Ich stehe da auch eher auf der Seite der Polizeibeamten. Warum legt der Mensch seine Waffe nicht weg, wenn man ihn dazu auffordert. Sicher muss die Sache ordentlich aufgeklärt werden, aber hätte er/sie sich erschiessen lassen sollen?

  9. 5.

    Diese Forderung ist völliger Blödsinn!!!
    Wer soll denn dafür aufkommen? Die handelnden Polizeibeamten? Der Erschossene? Oder gar der Bund, der die Autobahn hat bauen lassen.
    Vor dem Kommentieren bitte Gehirn aktivieren.

  10. 4.

    An welche Adresse richten sich die Schadensersatz Anforderungen für die h-lange Sperrung der A10?

  11. 3.

    Nur vorsorglich, bevor das Aufschreien groß sein sollte. Hut ab und vielen Dank, an alle Polizisten, die täglich ihr Leben für die Durchsetzung der Gesetze der Bundesrepublik Deutschland riskieren.

  12. 2.

    Nun wird sich der Polizist wieder verantworten müssen ob denn der Einsatz der Schusswaffe unabänderlich war. Dabei sieht es doch eher so aus er oder der Straftäter.

  13. 1.

    Wer sich in Gefahr begibt, kommt ggf. darin um und wer eine Waffe zieht und auf Polizisten richtez , muss mit dieser Reaktion/ Folge rechnen.
    Mir tun nur die Polizeibeamte leid, die in dieser Situation reagieren mussten und die nun eine Untersuchung des Vorfalls erwsrtet. Es sind immer mehr Durchgeknallte unterwegs, egal welcher Nationalität.

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