Kampfmittelbeseitigungsdienst im Potsdamer Ortsteil Bornstedter Feld (Quelle: Stadt Potsdam/Christine Homann)
Video: Brandenburg aktuell | 16.09.2019 | Meyer/Schleif | Bild: Stadt Potsdam/Christine Homann

Kampfmitteleinsatz in Potsdam - Schulen wegen Chemikalien aus dem Ersten Weltkrieg evakuiert

Im Norden von Potsdam ist es am Montag zu umfangreichen Sperrungen gekommen. Grund war der Fund von Chemikalien aus dem Ersten Weltkrieg auf dem Bornstedter Feld. Die Da-Vinci-Schule und die benachbarte Grundschule mussten komplett evakuiert werden.

Nach dem Fund gefährlicher Chemikalien mussten am Montagnachmittag zwei Schulen im Potsdamer Ortsteil Bornstedter Feld evakuiert werden: die Da-Vinci-Gesamtschule und die Grundschule Bornstedter Feld II ("Rote Kaserne Ost"). Auch Siebtklässler der neugegründeten Schule am Schloss, die derzeit in den Räumen der Da-Vinci-Schule untergebracht sind, mussten ihre Räume verlassen. Insgesamt waren mehr als 700 Schülerinnen und Schülern sowie gut 100 Lehrerinnen und Lehrer betroffen.

Grund für die Evakuierung war der Fund verdächtiger Ampullen bei Bauarbeiten an der Ecke Georg-Herrmann-Allee und Esplanade.

Feuerwehr und Kampfmittelbeseitigungsdienst seien am frühen Nachmittag ausgerückt, um die Lage zu prüfen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr-Leitstelle rbb|24 am Nachmittag. Wie es auf einer Website der Potsdamer Stadtverwaltung [potsdam.de] heißt, waren 45 Einsatzkräfte sowie 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Ordnungsamt im Einsatz.

Weitreichende Sperrungen im Potsdamer Norden

Wie Christine Homann, Pressesprecherin der Landeshauptstadt, rbb|24 am Nachmittag sagte, hat sich im Laufe des Nachmittags herausgestellt, dass es sich um Chemikalien handelt, die aus dem Ersten Weltkrieg stammen.

"Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat herausgefunden, dass es eine Flüssigkeit ist, mit der die Dichtigkeit von Gasmasken geprüft wurde", sagte Homann. Dies hätten die Experten mit Hilfe spezieller Messgeräte herausgefunden. Die Messungen seien durch das Erdreich hindurch vorgenommen worden, ergänzte die Sprecherin. Gegen 18.30 Uhr hätten die Arbeiten abgeschlossen werden können. "Die Ampullen sind gesichert, verpackt und zur weiteren Untersuchung abtransportiert worden", sagte Homann. Um wie viele Ampullen es sich handelte, konnte die Sprecherin nicht sagen: "Sie sind zum Teil zerbrochen und mit Erde vermischt."

Zunächst war von Weltkriegsbombe die Rede

Zunächst war vom Fund einer Weltkriegsbombe die Rede. Dies habe sich aber nicht bestätigt, sagte die Sprecherin. Wegen des Einsatzes sei es im Potsdamer Norden zu weitreichenden Sperrungen gekommen. Zuerst hatten die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" (PNN) [pnn.de] über den Ampullenfund und die Evakuierung berichtet.

Bauarbeiter litten unter Reizung der Atemwege

Die Evakuierung der Schulen am Nachmittag sei "zügig und problemlos" verlaufen, sagte Homann. Die Schülerinnen und Schüler wurden den Angaben zufolge in der Biosphäre untergebracht; die Eltern seien informiert worden. Am Dienstag könnten die Schüler wie gewohnt wieder zum Unterricht gehen. "Es bestand keine Gefahrt für die Schülerinnen und Schüler", sagte der Potsdamer Feuerwehrchef Ralf Krawinkel.

Wie die Feuerwehr mitteilte, haben die aus Glas bestehenden Ampullen eine unterschiedliche Farbe und Größe. Beim Fund seien sie teilweise kaputt gegangen; zwei Arbeiter hätten daraufhin über eine Reizung der Atemwege geklagt.

Die betroffenen Straßen waren während des Einsatzes gesperrt, die Tram-Linie 96 zwischen den Stationen Campus Fachhochschule und Campus Jungfernsee war vorübergehend unterbrochen.

Einsatzort im Potsdamer Ortsteil Bornstedter Feld

Sendung: Brandenburg aktuell, 16.09.2019, 19.30 Uhr

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