Eröffnung vom 140. Baumblütenfest 2019 in Werder. (Quelle: dpa/Sebastian Gabsch)
Video: Brandenburg aktuell | 10.09.2019 | Theresa Majerowitsch | Bild: dpa/Sebastian Gabsch

Werder (Havel) - Kein Baumblütenfest im kommenden Jahr

Das Baumblütenfest in Werder (Havel) ist das größte Volksfest Ostdeutschlands. Es wird seit 140 Jahren gefeiert - doch die 141. Ausgabe wird im kommenden Jahr nicht stattfinden: Die Stadt hat für 2020 keinen Partner gefunden.

Im nächsten Jahr wird es nach Angaben der Stadt Werder (Havel) kein Baumblütenfest geben. Ein Vergabeverfahren sei ohne Erfolg geendet. "Wir haben einen Partner gesucht, mit dem wir das Baumblütenfest unseren Vorstellungen entsprechend neu ausrichten können", teilte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) am Dienstag mit. Das sei nicht gelungen. "Es hat sich gezeigt, dass wir für einen echten und nachhaltigen Richtungswechsel eine andere Herangehensweise und mehr Zeit benötigen."

Fragen, wie mit dem Thema Sicherheit und einem sich verändernden Publikum künftig umgegangen wird, hätten mit zum Scheitern der Vergabe beigetragen. Auch darum müsse es gehen, wenn man sich über die Zukunft des Festes unterhält, so Werders erster Beigeordneter, Christian Große. Die Aufhebung eines Vergabeverfahrens sei unbefriedigend. Sie sei in diesem Fall aber eine Chance für eine nachhaltige Neuausrichtung des Festes. 

Immer wieder kam es zu Ausschreitungen und Körperverletzungen. Bundes- und Landespolizei zählten beim Fest im Mai insgesamt 488 Straftaten. Ähnlich wie im Vorjahr waren ein Drittel davon Gewaltdelikte. Die Brandenburger Polizei registrierte 107 Körperverletzungen - 40 mehr als im Jahr zuvor. 

Für 2021 wird nach Lösung gesucht

Bevor es eine neue Ausschreibung gibt, will die Stadt nun gemeinsam mit Anwohnern und Stadtverordneten nach einer langfristigen Lösung suchen. Unterm Strich gehe es darum, eine gemeinsame Basis für ein zeitgemäßes Baumblütenfest zu finden, das zugleich an dessen Ursprünge anknüpfe, so Saß.

Ein erstes Arbeitspapier dafür sei den Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt worden und soll in der nächsten Sitzung am Donnerstag kommender Woche diskutiert werden. "Wir gehen davon aus, dass wir in zwei Jahren wieder ein Fest veranstalten können", sagte Stadtsprecher Henry Klix. Der 1. Beigeordnete Christian Große schränkte im rbb ein: "Wir sollten uns die Zeit nehmen, das in Ruhe vorzubereiten - und wenn es zwei Jahre dauert, dauert es eben zwei Jahre."

In diesem Jahr fand das Baumblütenfest zum 140. Mal statt. Die Festmeile zieht alljährlich Tausende Besucher an. Sie gilt als größtes Volksfest Ostdeutschlands.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.09.2019, 11 Uhr 

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25 Kommentare

  1. 25.

    Was macht die Stadt Werder, wenn nach der Absage des Baumblütenfestes 2020 die Berliner und Brandenburger für sich entscheiden "Wir lassen uns das Feiern nicht verbieten" und nunmehr unkontrolliert in die Havelstadt kommen. Das Baumblüten darf nach 140 Jahren nicht sterben, denn erst stirbt die Tradition und dann die Region.
    Egon Olsen hatte immer einen Plan, der stets mächtig gewaltig war, aber die Stadt Werder hat kein Baumblütenfest -Konzept. Beides wird scheitern, denn das Havelland ohne Baumblütenfest ist wie München ohne Oktoberfest oder Hamburg ohne Dom!

  2. 23.

    Abwarten! Wir Bürger*innen werden in die Planung eingebunden. Und seien Sie gespannt, wieviel gute Ideen da zusammen kommen werden!

  3. 22.

    Lieber Thomas, wenn Sie der Insel bisher fern geblieben sind, wird sich für Sie vermutlich 2020 nichts ändern. Und vielleicht wird der Inselbereich etwas für das familienfreundliche Fest...Schaun mer mal.

  4. 21.

    Wir sind sehr traurig über die Entscheidung, oder sollte man es politische oder organisatorische Unfähigkeit nennen? Ja auf der Insel war immer Party, na wenn das weis bleibt man da halt fern! Wir haben uns immer auf dem Hohen Weg, Bismack- und Friedrichshöhe wohl gefühlt, in den Höfen war das wahre Baumblütenfest, es war immer schön! Straßenmusiker boten tolle Stimmung und die Weinverkostungen waren auch immer ein Erlebnis! Wein gehörte schon immer zum Baumblütenfest dazu und das da einige über die Strenge schlagen ist bei jedm Volksfest dabei, wie sollen Außenstehende ein Konzept erstellen, gibt es keine Kulturabteilung im Rathaus wo Insider einen vernünftigen Plan erarbeiten können. Ich glaube auch viele Werderaner und Werderische sind darüber traurig und missen das Geld was in die Kassen kam, und werden das bei der nächsten Kommunalwahl sicher nicht vergessen haben! Schade das unter der politischen Unfähigkeit wiedermal alle leiden müssen!

  5. 20.

    Wie lauten die konkreten "wir"-Vorstellungen von Frau Bürgermeisterin Saß (CDU)?

  6. 19.

    Das Fest findet sicher statt - auf den Obsthöfen und in den Gärten.
    Schon mal dort gewesen? ;-)

    Es werden dann wohl zwei schöne Wochenenden und der 1. Mai bleiben.
    Unternehmen Sie eine Radtour, kommen sie mit Schiff oder Bahn, fahren sie mit dem Bus zu den Plantagen, genießen Sie es.

    Die Absage der 8-tägigen "Festmeile" und der "Kirmes" ist ein Segen für die Bewohner der (Innen)stadt (Dauerbeschallung, Fahrverbote, Straßensperrungen, nächtliche Reinigungskolonnen etc.) und sicher auch für die Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdienst.

    Jetzt wird es wieder ein Fest!

  7. 18.

    Eine Absage kommt der Verwaltung entgegen: die notwendige Margaretenstr. für die Verkehrsumleitung wird sowieso nächstes Jahr, für die Sanierung, gesperrt sein. Die wird ja sogar für nichtigste Arbeiten, wie Rohrreinigung (kann man Nachts machen) voll gesperrt. Konzeptlose und arrogant anmutende Verwaltung zeigt hier eine überfällige Ablösung.

  8. 17.

    # 15 Fronzek: Ja, da reden alle wieder ganz politisch korrekt dran vorbei. Wie andere Volksfeste in den letzten Jahren kann nun auch die Stadt Werder bzw. der beauftragte Veranstalter die enorm gestiegenen Sicherheitskosten nicht mehr tragen. In jeder Seitenstraße eine Betonsperre gegen LKW-Anschläge aufzustellen (wie in den letzten Jahren zu sehen) und deutlich mehr Personal zur Überwachung aufzubieten, das kostet sehr viel mehr Geld und die zu schützende Fläche dürfte die der Theresienwiese in München noch übersteigen. Anstatt dies zu thematisieren werden diejenigen dafür verantwortlich genacht, die seit knapp anderthalb Jahrhunderten das Geld in die Kasse gespült haben. Jetzt sind sie die Schuldigen und man spricht von "neuen Konzepten" und "Nachhaltigkeit". Das ist schäbig. Und die Medien hätten die Aufgabe für Klarheit und Tranaparenz zu sorgen. Machen sie aber auch nicht.

  9. 16.

    # 15 Fronzek: Ja, da reden alle wieder ganz politisch korrekt dran vorbei. Wie andere Volksfeste in den letzten Jahren kann nun auch die Stadt Werder bzw. der beauftragte Veranstalter die enorm gestiegenen Sicherheitskosten nicht mehr tragen. In jeder Seitenstraße eine Betonsperre gegen LKW-Anschläge aufzustellen (wie in den letzten Jahren zu sehen) und deutlich mehr Personal zur Überwachung aufzubieten, das kostet sehr viel mehr Geld und die zu schützende Fläche dürfte die der Theresienwiese in München noch übersteigen. Anstatt dies zu thematisieren werden diejenigen dafür verantwortlich genacht, die seit knapp anderthalb Jahrhunderten das Geld in die Kasse gespült haben. Jetzt sind sie die Schuldigen und man spricht von "neuen Konzepten" und "Nachhaltigkeit". Das ist schäbig. Und die Medien hätten die Aufgabe für Klarheit und Tranaparenz zu sorgen. Machen sie aber auch nicht.

  10. 15.

    Ich habe das Gefühl, dass hier, bis auf wenige Beiträge, kräftig an der Ursache der Absage der größten Veranstaltung dieser Art in Ostdeutschland vorbei geredet wird.

  11. 14.

    Von einer Extrem ins andere.
    Ist wohl ne Deutsche Tugend, obwohl Sarkasmus ja etwas feines ist, wenn stilvoll vorgetragen.
    Einmal Werder hat mir gereicht. Ist wie am "Herrentag", an dem Leute, noch grün hinter den den Ohren und grade mal dem Windelalter entronnen, einen auf groß und machen und kurz nach dem Aufstehen schon besoffen rumoxidieren.
    Keine Bange an die Kritiker, ich war auch jung, habe auch mal dem einen oder anderen alkohol. Getränk gefrönt, aber nie die Kontrolle verloren und rumgepöbelt. Aber Kontrollverlust und dann Gewalt scheint Zeitgeist zu sein.
    Schade.

  12. 13.

    Seit Jahren fahren wir dahin und es hat immer Spaß gemacht,natürlich waren dort auch betrunkene Leute zu sehen aber das ist doch auf fast allen Volksfesten so hier denke ich mal das wie immer die zugezogenen eine Mitschuld tragen frei nach dem Motto jetzt wohne ich hier also bitte Ruhe.Das fest ist auf der insel natürlich etwas übertrieben aber ein baumblütenfest auf dem hohen Weg inclusive bismarckhöhe und der Friedrichshöhe mit etwas weniger Rummel wäre doch ok. Man sollte vielleicht darüber mal nachdenken und nicht allen die Freude nehmen etwas zu feiern was Jahre lang eine gute Tradition war und such Geld in die Stadt spült.

  13. 11.

    Hat der Münchener an sich jemals an seinem " versoffenen"Oktoberfest gezweifelt?Nein! Er hat das Bier einfach so teuer gemacht, dass man es mit etwas " Verstand" hinterschüttet.Der Brandenburger lässt sich die Mundwinkel runterziehen und macht Schluß mit dem Theater.Wenn wir gut etablierte Feste einfach rational beenden, wie soll in diesem Bundesland Heimatgefühl und Tradition wachsen?Blütenfest in Bohsdorf, Baumblütenfest Werder....ausgeblüht.Dann zieht man einfach woanders hin.Brandenburg...

  14. 10.

    Schade. Wir sind vor wenigen Jahren erstmals zum Fest undseither jedes Jahr mit Freunden und Familie hingefahren.
    Mit dem Schiff von Potsdam her angekommen und dann tagsüber vor allem am Wasser entlang und in den Obstgärten oder auf der Bismarckhöhe. Die Kinder sind gerne auch mit einem der Fahrgeschäfte gefahren.
    Angetrunkene haben wir natürlich auch bemerkt, vor allem die jugendlichen Damen hatten oftmals keine Idee, wieviel Obstwein sie vertragen. Aber das war bis zum späteren Nachmittag stets im Rahmen. Ob es zu späterer Stunde dann stets ausartete, kann ich nicht beurteilen.
    Es ist schade, dass nun alle für das Fehlverhalten einer Minderheit büßen müssen.
    Freuen tun sich nun offensichtlich diejenigen, die sich gerne über andere erheben und ganz elitär über den Vergnügungen des einfachen Plebs stehen.

  15. 9.

    Nun, zu allererst muss hier natürlich ein Alkoholverbot durchgesetzt werden, und das muss strikt, absolut und total sein. Auch das Inumlaufbringen tierischer Produkte oder von Süßigkeiten muss unterbunden werden. Um die Kultiviertheit der Gäst*InnEn (jederzeit frei wählbaren Geschlechts) sicherzustellen, hat an den Zugängen nicht nur deren Erscheinungsbild überprüft zu werden, sondern ausgebildete Fachkräfte sollten mit ihnen kurze Debatten über Kunst und Philosophie führen (gibt ja genügend unterbeschäftigte bis arbeitslose Akademiker). Zumindest sollten Besuchende*.,- ein kleines Gedicht aufsagen oder kurz ihre Haltung zu Kants Kritik der reinen Vernunft darlegen müssen. Dann gibt es hier und da ein Gläschen Qualitäts-Obstsaft in bruchsicheren Gläsern. Auch die Preise sorgen für eine natürliche Auslese der Feierberechtigten (Reiche sind einfach bessere Menschen). Und um 19 Uhr ist natürlich Schluss, denn um acht haben wir alle im Bett zu liegen. Mit den Händen über der Decke.

  16. 8.

    Wieso braucht die Stadt einen Veranstalter? Können die das nicht selbst? Das Fest darf auch gerne eine Nummer kleiner sein und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Es ging 140 Jahre gut. Außerdem, welches Publikum hat sich denn da so verändert? Ich wüsste gerne mal, wer oder was damit konkret gemeint ist.

  17. 7.

    Die Potsdamer Nachrichten schreiben dazu:

    "Es habe etwa zu der vom Veranstalter verlangten Geldsumme und über die Kostenübernahme für die Sicherheitsvorkehrungen keine Einigkeit erzielt werden können, hieß es aus der Stadtpolitik. Fragen, wie mit dem Thema Sicherheit infolge des Terroranschlags am Breitscheidplatz in Berlin 2016 und einem sich verändernden Publikum künftig umgegangen wird, hätten mit zum Scheitern der Vergabe beigetragen, erklärte das Rathaus."

  18. 6.

    Es sind schon komische Kommentare, die da zustande kommen.
    Richtig ist, das Sauffest braucht kein vernünftiger Mensch. Ein kultiviertes Baumblütenfest schon. Mit Qualität-Obstweinen in Gläsern serviert. Ohne Rummel und grosse Bühnen.
    In den Plantagen oder Gärten auf Strohballen! Ohne Rummel hat das natürlich auch seinen Preis. Dadurch kann man das Niveau auch heben.

  19. 5.

    Saufblütenfest!
    Das hat doch nichts mehr mit irgendwelchen Bräuchen zu tun.
    Kann genau wie das Böllern zu Silvester eingestampft werden!

  20. 4.

    Ein Glück! Drei Tage weniger Lärm, Dreck, Gestank und Erbrochenes!

  21. 3.

    Dieses Politikergelaber von wegen "Wir müssen jetzt einen Diskurs führen und alle Beteiligten an einen Tisch bekommen" kann ich nicht mehr ernst nehmen. Wo ist das Online Forum, Discord, Hashtag, Videoconferencing Link zu dem Thema?

  22. 2.

    "Das 140. Werderaner Baumblütenfest ist zu Ende. Die Stadt Werder und die Polizei ziehen eine positive Bilanz" "Weniger Straftaten als 2018" So titelten vor ein paar Monaten noch die Potsdamer Neuesten Nachrichten. Auch ist von 203 statt 488 Straftaten dort die Rede. Wo kommen die anderen auf einmal her? Und das bei knapp 500.000 Besuchern in 9 Tagen. Lächerlich hoch 10, wer daraus ein Problem konstruieren will. Es geht wohl eher um irgendwelche ökopolitischen Gründe (beim Wort Nachhaltigkeit drehen sich einem Magenwindungen um). Seht lieber zu, dass endlich genug Züge nach Potsdam / Berlin eingesetzt werden, dann halbieren sich die Straftaten auch.

  23. 1.

    Vielleicht waren "unsere Vorstellungen" irgendwie Weltfremd? Wär ja nicht das erste Mal in der Politik.
    Bei dem Fest kann man SO VIEL Geld absahnen, dass es schon komisch ist, dass man dafür keinen "Partner" findet und es lieber ausfallen lässt.

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