Ein Junger mit einer Schubkarre (Quelle: Symbolbild/imago-images/Stefan Schätz)
Bild: Symbolbild-imago-images/Stefan Schätz

Misshandlungsvorwürfe gegen rumänisches Sozialprojekt - Kinder aus Brandenburg lebten in umstrittenem Heim

In dem von Deutschen betriebenen Heim für Schwererziehbare in Rumänien, in dem Jugendliche misshandelt worden sein sollen, haben nach Angaben des Bildungsministeriums auch Kinder aus Brandenburg gelebt. Vier Jugendliche aus dem Land seien über eine Einrichtung in Bothel in Niedersachsen an das Heim vermittelt worden, sagte ein Sprecher des brandenburgischen Ministeriums am Montag.

Die Einrichtung in Bothel hat demnach eine Geschäftsstelle in Potsdam. Auch das zu dem Heim in Rumänien gehörige Sozialprojekt "Maramures" hat einen Sitz in Potsdam, im Stadtteil Babelsberg.  

Ermittler: "Mit barbarischen Methoden" behandelt

In Rumänien waren in der vergangenen Woche ein Deutscher und vier Rumänen verhaftet worden. Die Verdächtigen sollen Jugendliche aus Deutschland in dem aus deutschen Staatsmitteln mitfinanzierten Heim in Viseu de Sus ausgebeutet und misshandelt haben. Die rumänische Staatsanwaltschaft sprach in einem Schreiben von "Bedingungen wahrhafter Sklaverei".

Die Jugendlichen seien auf den Bauernhöfen, wo sie arbeiten mussten, "mit barbarischen Methoden" behandelt worden. Den Ermittlern zufolge wurden den Jugendlichen Medikamente vorenthalten und jeder Kontakt zur Außenwelt verhindert. Sie wurden demnach geschlagen und zusammen mit Tieren vor Wagen gespannt. Nahrungsentzug und ein Art Isolationshaft seien als Strafen eingesetzt worden.

Vorwürfe: Freiheitsberaubung und Menschenhandel

Der Deutsche, der als Hauptverdächtiger gilt, habe "aufgrund persönlicher pädagogischer Überzeugungen" gehandelt, schrieb die rumänische Staatsanwaltschaft. Er ist der deutsche Leiter des "Projekt Maramures". Ihm werden nach den Angaben seines Anwalts gegenüber der Nachrichtenagentur AFP unter anderem Freiheitsberaubung und Menschenhandel vorgeworfen.

Wie viele Teenager insgesamt betroffen sind, hatte die Behörde nicht mitgeteilt. Vier von ihnen wurden nach den Vorwürfen in die Obhut des rumänischen Kinderschutzamts überstellt.

Sendung: Brandenburg aktuell, 02.09.2019, 19:30 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ich habe auch in diesem heim gelebt und ich kann euch bezeugen das die ganzen Anschuldigungen nicht stimmen ich wurde nie geschlagen oder sonstiges ich hatte immer genug essen wurde auch nie eingesperrt ich hatte wohl e zeit lag zimmer errest aber eingesperrt wurde ich nie ich wurde auch nie wie ein sklave behandelt genau so wie die anderen Jugendlichen die derzeit mit mir in diesem Projekt waren wir hatten dort ein gutes leben...

  2. 2.

    Was wird aus den Opfern?

  3. 1.

    Was die im Bundesland Brandenburg für das Tatgeschehen zuständigen Behörden anbelangt, scheint der deutsche Journalismus von einer seltsamen Bedarfsamnesie befallen zu sein. Nix wird übers Jugendamt, den staatlichen Geldgebern oder der Staatsanwaltschaft Potsdam berichtet. Sogar die genaue Zahl betroffener deutscher Staatsbürger im Kindesalter, wird nirgendwo veröffentlicht. Bertreff der angeblichen "Schwererziehbarkeit", stellt sich mir doch eher die Frage, ob politische sowie amtliche Vernachlässigung und Ignoranz menschlicher Probleme, zu unerwünschtem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen führt.

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