Eisbär im Nordpolarmeer auf einer Eisscholle (Quelle: dpa/Ulf Mauder)
Bild: dpa/Ulf Mauder

Hintergrund - Warum die Eisschmelze in der Arktis auch uns betrifft

Ein Jahr lang wollen sich Forscher auf der "Polarstern" durch das Eis der Arktis treiben lassen und das dortige Klimageschehen erforschen. Sie hoffen auf bessere Daten, denn die Kältepole beeinflussen zentrale Meeres- und Luftströmungen.
 

Auch wenn die Polarregionen weit entfernt scheinen: Die Erwärmung der Erdatmosphäre und das Abschmelzen des Polareises bedroht nicht nur den Lebensraum der Eisbären. Alles was an den Polen passiert, hat direkte Auswirkungen auf die Bewohner der Erdkontinente. Die arktischen Meere sind der Motor des Wetters und der großen Strömungen in den Ozeanen.

Beim Gefrieren des Meereises steigt der Salzgehalt des darunterliegenden Wassers. Die gleiche Menge salzhaltiges Wasser ist schwerer als die gleiche Menge Süßwasser. Auch ist kaltes Wasser schwerer als warmes. Beides bewirkt, dass das Wasser im Nordpolarmeer in die Tiefe sinkt. Von dort fließt es am Grund der Ozeane in die Nähe des Äquators, steigt auf und wird wieder erwärmt. Durch den Sog des im Norden absinkenden Wassers strömt das warme Wasser aus den Tropen zurück ins Nordpolarmeer und kühlt sich dort erneut ab.

Steigen die Temperaturen, schwächt sich der Jetstream ab

Dieser Kreislauf treibt auch den Golfstrom an, der für das milde Klima in Europa verantwortlich ist. So liegt Berlin auf der Höhe von Neufundland, einem Breitengrad, wo in Nordamerika bereits arktisches Klima herrscht.

Aber nicht nur die Meeresströmungen werden von den Polarregionen angetrieben: Auch in der Atmosphäre gibt es große globale Strömungen, die vom Klima der Arktis beeinflusst werden. Wichtig für unserer Wetter ist der Jetstream, ein Band starker Westwinde in großen Höhen. Er treibt die Großwetterlagen, wie Hoch- und Tiefdruckgebiete, von Westen nach Osten. Sein Motor ist der Temperaturunterschied zwischen den Tropen und der Nordpolarregion.

Steigen die Temperaturen in der Arktis, schwächt sich der Jetstream ab. Er weht dann nicht mehr auf einem geradlinigen Kurs parallel zum Äquator, sondern schlängelt sich über die Nordhalbkugel. Dieses führt zu langanhaltenden einseitigen Wetterlagen, wie die Einbrüche kalter Luft aus der Arktis letzten Winter in Nordamerika oder die Hitze- und Trockenperioden der vergangenen Jahre in Europa. Langfristig bedeutet das eine globale Gefahr für die Nahrungsmittel- und Wasserversorgung.

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2 Kommentare

  1. 2.

    Wir sollten einfach Internet und Mobilfunk abschalten da können wir sofort alle Kohlekraftwerke in der Lausitz schließen und wenn wir dann noch auf Wärmeenergie verzichten, können wir nochmal 47% CO2 einsparen.

  2. 1.

    Lieber RBB,
    sehr schön erklärt nur den Umweltvernichtern in der Kohlebranche inclusive den Unterstützern in der AfD ist das vollkommen Wurst.

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