Polizeibeamter mit Polizeikelle in Berlin (Bild: imago images/Florian Gaertner)
Bild: imago images/Florian Gaertner

Polizisten minutenlang beleidigt - Aufregung über Beschimpfungen von Rapper

Er fuhr führerscheinlos mit seinem Mercedes durch Zehlendorf und beschimpfte die Polizei, als die ihn kontrollierte: Ein Video über die Ausfälle des Berliner Rappers Fler gegenüber der Polizei macht derzeit die Runde. Die Polizei bleibt indes entspannt.

Die Berliner Polizei hat Diskussionen über Beschimpfungen von Polizisten durch den Rapper Fler locker kommentiert. "Viel Hype um eine rechtmäßige Polizeikontrolle auf dem Teltower Damm, oder?", twitterte die Polizei am Dienstag.

Weiterhin stellten die Polizisten fest, dass ein Rapper, der sich über eine Polizeikontrolle beschwert, nicht ungewöhnlich, sondern die reine Normalität sei. Weiter hieß es in dem Tweet: "Und damit PR macht".

Beschimpfungen der übelsten Sorte

Fler (37), der eigentlich Patrick Losensky heißt, hatte am Sonntag bei einer Polizeikontrolle die Beamten aggressiv beschimpft. Die Polizei teilte mit, ein 37-jähriger Mann sei von einer Streife angehalten worden, weil bekannt sei, dass er keinen Führerschein habe. Der Kontrollierte habe die Beamten lautstark beleidigt und sei daher vorübergehend festgenommen worden. Die Polizei habe ihn im Anschluss wegen Fahrens ohne Führerschein und Beleidigung angezeigt.

Auf einem Handy-Video, das im Internet kursiert, ist zu sehen, wie Fler mindestens sechs Minuten lang auf einen Polizisten einschreit, ihn beleidigt und bedroht. Unter anderem wirft er dem Polizisten vor, ihn zu "schikanieren". Wörtlich heißt es unter anderem: "Ich werd Dir so Probleme machen. Du kleiner Lappen. (...) Du wirst noch sehen, was ich mit Dir mache. Ich mach Dich kaputt, bei Gott." Zu einer Polizistin, die der daneben stehenden Frau, anscheinend der Freundin des Rappers, das Filmen untersagt, sagt Fler: "Fass sie nicht an, ich trete Deinen Kopf weg."

Rapper spricht von "Schikane"

Auf eine Anfrage von dpa reagierte Flers Management nicht. In der "B.Z." und "Bild"-Zeitung äußerte er sich zu dem Vorfall. Er sagte, er habe seinen Ausweis nicht zeigen wollen, "weil sie ja genau wussten, wer ich bin. Ich habe das als Schikane empfunden." Er fügte hinzu, dass seine "Art vielleicht überzogen" gewesen sei, "aber nach den Schikanen der letzten Zeit war ich sehr aufgebracht." Der Rapper behauptete, er habe inzwischen einen neuen Führerschein, den er aber nicht dabei gehabt habe.

Die Reaktionen im Internet sind unterschiedlich und reichen von "Respekt für die Polizisten, die hier die Ruhe bewahrt haben" bis zu "Warum zur Hölle lassen sich Beamte das gefallen? Angst vorm Anwalt? Bei solch einem aggressiven Verhalten hilft nur robustes Durchgreifen."

Video soll Medien bewusst zugespielt worden sein

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte, das Video sei von einer Person aus dem Umfeld des Rappers bewusst an die Medien gegeben worden. Man müsse die Frage stellen, ob man ihm "wirklich eine derart große Bühne ermöglichen müssen". Fler hatte am Montag ein neues Album für Dezember angekündigt.

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15 Kommentare

  1. 15.

    Solche Pfosten und die Tatsache, daß sie für derartige Ausfälligkeiten anstelle geächtet zu werden noch gefeiert werden zeigt, wie weit unsere Land schon gesunken ist.
    Leider ist bei der derzeitigen Politik und Stimmung eine Besserung noch in weiter Ferne. Ich würde wetten, für diese Entgleisungen wird ihm ein entsprechend dem Zeitgeist auf Schmusekurs getrimmter Richter einen erhobenen Zeigefinger und ein mit ernster Miene darbebotenes "Dududu!" entgegnen und ihm dann noch einen schönen Tag wünschen.

  2. 14.

    Zutreffende Verwendung des Konjunktivs, ...falls es denn überhaupt eine Rechtsgrundlage dafür gäbe, nicht wahr?!

    Ansonsten sagen die Kommentare hier schon alles und geben der ganzen Aktion enorm viel (= zuviel) Raum; peinlicher Typ und als Rapper auch nicht gerade so eine große Nummer. Auf dem Sektor gibt es deutlich Besseres insbesondere auch mit Haltung und politischer Aussage und nicht so ein hohles Halbstarken-Gepose in Hochhausdeutsch.

    Als ob ich es schon immer geahnt hätte - merkwürdig, die Leute im Problem-Kiez Zehlendorf ;-)

  3. 13.

    Die Wurzeln des Raps führen auf die afroamerikanische Kultur zurück. In den 70er Jahren etablierte sich der Rap in den Ghettos von New York so wie wir ihn heute kennen. Und dort lebt der Rap auch heute noch. Vielleicht sollte man diesen Typen dort mal für eine Weile hinschicken. Das würde ihm bestimmt gut bekommen. Da würde ihm seine große Klappe wahrscheinlich vergehen.
    Hut ab vor den Polizisten, die so besonnen agiert haben.

  4. 12.

    Hier wird ja wieder ein medialer Aufwand betrieben, und alle regen sich wegen dieser laecherlichen Lapalie auf. Das war doch schon vor 20 Jahren so, zu Aggro berlin Zeiten, dass das Rap Geschäft durch ne Art Provokation Promo läuft, so ist das nunmal bei den deutschen HipHoppern. Natürlich hat die Polizei in Berlin durchaus wichtigere Dinge zu tun, als ne Führerschein Kontrolle eines Rappers durchzuführen. Die Kirche im Dorf lassen, Greta Thunberg und Brexit Boris sorgen doch momentan für mehr Aufregung, oder?

  5. 11.

    Genau solches Verhalten, wie hier beschrieben ist der Grund warum das für mich hodenlose Spinner sind.

  6. 9.

    "mindestens sechs minutenlang"

    bitte: > mindestens sechs Minuten lang

  7. 8.

    Ach du meine Nase!

  8. 7.

    Die wahren und wirklichen Helden sind die beiden Polizisten!!! Denen gehört mein Respekt!
    Den Möchtegern-Gangster-Rapper ... ach ja, wäre er mal auf sei SEK Komando getroffen, würde die Welt auch ganz anders aussehen. Aber so ein Schisser greift dann doch lieber in die unterste Schublade und pöbelt Beamte an, wohl in der Hoffnung diese lassen sich zu eine "Schandtat" hinreißen. Tja, Fan-Boy, da ist wohl der Plan nicht ganz aufgegangen...

    Ich wäre ja für eine direkte Überwachung durch die Behörden. So lange, bis der Respekt wieder da ist! Traurig, das solche Typen auch noch die Jugend begeistern. Das gehört geächtet!

  9. 6.

    Und erstmal pauschal alle seine Fans gedisst...das muss man erstmal hinkriegen...^^ Ich sehe es wie @Fräulein Müller: bietet solchen Typen nicht so viel Raum, deren Ego ist schon so aufgeblasen. Ich finde es supi, dass er schnell wieder gehen dürfte. Ob er wirklich gelaufen ist?^^

  10. 5.

    Warum dieser Beitrag lieber rbb24? ist doch völlig unwichtig dieser Typ. Die Polizei hat sich besonnen und richtig verhalten und nun wird diesen Typen zu einer Plattform verholfen.


    Wer ist das denn? kenne ich nicht stehe auch auf diese Art von "Musik " nicht. Jemand der sich viel zu wichtig ist.

  11. 4.

    Da brauchte wohl jemand ganz dringend Aufmerksamkeit für sein neues Album. Was liegt da näher, als sich von Polizisten "drangsaliert" zu fühlen, ein wenig den Bad Boy zu geben und das ganze an die Presse durchzustechen. Sehr durchschaubar. Hut ab für die Polizisten, die so ruhig ihre Arbeit gemacht haben! Danke dafür!

  12. 3.

    Respekt liebe Polizei! Und weiter so!
    Ich hoffe doch, dieser Möchte-gern-mal richtiger Rapper sein-Typ bekommt nie einen Führerschein. Gründe für eine vorherige MPU hat er ja wohl schon geliefert.
    Statt Gangster-Rap sollte der Kerl zu Jailhouse-Rap verurteilt werden.
    Mit solchen respektlosen "Vorbildern" wachsen die Kinder also heutzutage auf... na gute Nacht Abendland...

  13. 2.

    Das kommentiert sich doch selbst.

    Und bei einem 37jährigen namens Patrick Losensky kann man sich auch kaum auf jugendliches Ungestüm oder einen gewissen Hintergrund herausreden. Aber irgendetwas anderes wird seinen Fans schon einfallen.

    Die Strafe, wenn es denn überhaupt eine geben sollte, wird natürlich nicht aus der Porto-, sondern der Reklamekasse gezahlt. Auch gilt es den Aufwand und die Mühe zu würdigen, mit der Liebsten (die ihr Telefon schussbereit hält) womöglich längere Zeit durch Zehlendorf (das Ghetto schlechthin!) zu kurven, bis man endlich auf eine Polizeistreife trifft, die man angreifen kann.

    Schön was fürs Image und die Bekanntheit getan. Und mal wieder gezeigt, wo unsere Gesellschaft mittlerweile angekommen ist.

  14. 1.

    Wie bitter nötig muss dieser "Künstler" PR haben, wenn er zu solch blöden Mitteln greift um sein Album zu promoten? Der Mann ist eine Gefahr für die Allgemeinheit; ich hoffe nur, dass er im Knast zum Erwachsenen wird und Respekt lernt. Armseliges und asoziales Verhalten, eine komplett unreife, peinliche Vorstellung. Er hat Glück, an solch besonnene Beamte geraten zu sein.

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