Ein etwa 60 Meter hohes Riesenrad steht im ehemaligen Berliner Freizeitpark Spreepark. (Quelle: imago-images/Schoening)
Audio: Inforadio | 14.09.2019 | Interview mit Christoph Schmidt, Grün Berlin | Bild: imago-images/Schoening

Pläne für ehemaligen Berliner Freizeitpark - Das Riesenrad im Spreepark wird sich wieder drehen

Mehr Kultur, weniger Rummel - so sieht das Konzept für den einstigen Berliner Vergnügungspark an der Spree aus. Im kommenden Jahr soll der Umbau losgehen. An diesem Wochenende ist der Spreepark für Besucher geöffnet.

Das Riesenrad im Berliner Spreepark wird sich künftig wieder drehen. "Das ist sicher", sagte der Geschäftsführer der landeseigenen Gesellschaft Grün Berlin, Christoph Schmidt, am Samstag dem rbb. Das etwa 60 Meter hohe Riesenrad sei mit relativ bescheidenem Aufwand zu sanieren, so Schmidt im rbb-Inforadio. "Insofern wird es sich nach Abschluss der ersten Bauphase wieder drehen und dazu einladen, einen wunderbaren Blick über Berlin, über Treptow und über den Spreepark zu erlangen." Voraussichtlich ab dem kommenden Jahr sollen im Spreepark die Bauarbeiten beginnen.

Grün Berlin entwickelt seit rund drei Jahren ein Konzept für den künftigen Betrieb des ehemaligen Berliner Freizeitparks. Die Schwerpunkte sollen demnach künftig weniger auf den Fahrgeschäften liegen als vielmehr auf Kunst, Kultur und Natur. "Es wird ein sehr hochwertiger und umweltverträglicher Kunst- und Kulturpark entwickelt. Eine klassische Freizeitparknutzung mit Fahrgeschäften wird es nicht wieder geben", sagte Schmidt. Die historische Identität des Orts als Vergnügungspark sei aber als Inspirationsquelle genutzt worden, etwa bei der Gestaltung des Parks.

Anreise mit Bus oder Schiff statt Auto

Künftige Besucher sollen möglichst nicht mit dem Auto kommen, ein großer Parkplatz ist laut Schmidt nicht geplant – und dürfte am Freizeitpark auch gar nicht gebaut werden, weil das Areal sich in einem Landschaftsschutzgebiet befindet. Als Alternativen seien ein Busshuttle, aber auch ein Wassershuttle über die Spree geprüft worden. Der Park soll einen eigenen Schiffsanleger bekommen. Vom S-Bahnhof Plänterwald ist der ehemalige Vergnügungspark etwa einen Kilometer entfernt.

Betreiber des gut 23 Hektar großen Areals wird künftig Grün Berlin sein – zusammen mit weiteren Partnern. Die könnten helfen beim Betrieb des Riesenrads oder auch der großen Maschinenhalle, die ein Veranstaltungsort werden soll. Auch die Gastronomie auf dem Gelände soll von Partnern betrieben werden.

Seit 2002 liegt der Freizeitpark brach

Der Spreepark ist normalerweise nur im Rahmen organisierter Führungen zu sehen. An diesem Wochende aber steht das Areal im Rahmen der "Tage des offenen Spreeparks" allen Interessierten offen. Angeboten werden neben kostenlosen Führungen auch Diskussionen und Workshops zur Zukunft des ehemaligen Freizeitparks an der Spree. Geöffnet ist der Spreepark am Samstag und Sonntag jeweils von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Der Spreepark wurde 1969 eröffnet – damals unter dem Namen Kulturpark. Nach der Wende wurde der Park umgestaltet, die Besucherzahlen aber gingen deutlich zurück. Seit 2002 liegt der Freizeitpark brach. 2014 wurde das Areal vom Land Berlin von dem privaten Betreiber zurückgekauft. Seit 2016 entwickelt Grün Berlin das Konzept für den künftigen Betrieb.

Spreepark im Plänterwald

Sendung: Inforadio, 14.09.2019, 08:24 Uhr

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36 Kommentare

  1. 35.

    Heike, Berlin, Montag, 16.09.2019 | 15:26 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 16.09.2019 um 14:37
    "Als ostberlner Kind war ich natürlich auch im Kulturpark Plänterwald. Als Jugendlicher und Erwachsener hat mich dann Rummel nicht mehr interessiert."
    Sie vielleicht nicht, aber genug Andere."

    Nein. Jedenfalls waren nicht "genug Andere" bei der Bürgerbeteiligung. Also Ihr Eindruck täuscht offenbar. Oder haben Sie eine Statistik oder sonstige Belege, die Ihre Behauptung, dass "genug Andere" gäbe und diese auch noch die Mehrheit wären, belegt? Oder ist dies nur ihr rein subjektiver Wunsch?

  2. 34.

    Heike, Berlin, Montag, 16.09.2019 | 15:24 Uhr:
    "Ich war mit meiner Familie auch dort:-)"

    Na, dann wissen Sie ja, dass es dort keine Mehrheit für einen Rummel, sondern für eine gemischte Nutzung mit vielen verschiedenene Angeboten gab.

  3. 33.

    "Als ostberlner Kind war ich natürlich auch im Kulturpark Plänterwald. Als Jugendlicher und Erwachsener hat mich dann Rummel nicht mehr interessiert."
    Sie vielleicht nicht, aber genug Andere.

  4. 32.

    Schauen Sie doch einfach mal in den Spiegel."Ich war bei 2 Dialogveranstaltungen und hatte einen ganz anderen Eindruck. Aber es ist doch ziemlich einfach, so von der heimischen Couch aus einfach so mal erfundene Behauptungen in die Welt zu schmeißen."
    Ich war mit meiner Familie auch dort:-)

  5. 31.

    Heike, Berlin, Montag, 16.09.2019 | 12:01 Uhr:
    "Antwort auf [DaW] vom 16.09.2019 um 11:25
    Doch natürlich haben sie das. Aber warum sollte der Spreepark nicht zum Leben erweckt werden?"

    Soll er ja! Darum geht es ja die ganze Zeit. Rummel ist nicht die einzige Lebensform.

    P.S.
    Als ostberlner Kind war ich natürlich auch im Kulturpark Plänterwald. Als Jugendlicher und Erwachsener hat mich dann Rummel nicht mehr interessiert.

  6. 30.

    Heike:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 16.09.2019 um 02:24
    Die an der Bürgerbeteiligung teilgenommen haben, waren überwiegend Bürger die den Spreepark aus seiner aktiven Zeit nicht mehr kennen. Viele sind erst viel später hinzugezogen und wollen jetzt nur ihre Ruhe. Und Sie scheinen ja ein ganz schlauer zu sein, aber vielleicht auch nur von der Couch aus."

    Woher wollen Sie das wissen? Verraten Sie uns doch bitte Ihre Quellen! Oder alles nur frei erfunden?!

    Ich war bei 2 Dialogveranstaltungen und hatte einen ganz anderen Eindruck. Aber es ist doch ziemlich einfach, so von der heimischen Couch aus einfach so mal erfundene Behauptungen in die Welt zu schmeißen.

    Außerdem geht es nicht darum, sich an früher zu erinnern, sondern darum, was jetzt dort entstehen soll, unabhängig von früher. Jeder Bürger konnte sich dort einbringen, egal ob Anwohner, Berliner, Tourist, Deutscher oder Ausländer. Und nebenbei konnte man das verwilderte Gelände besichtigen.

  7. 29.

    Martin Rosenstock, Erfurt, Montag, 16.09.2019 | 08:01 Uhr:
    "Ich bin regelmäßig und sehr gerne in Berlin und kann es als "Außenstehender" überhaupt nicht nachvollziehen, warum es im gesamten Einzugsgebiet Berlin keinen einzigen Freizeitpark gibt?! Der Bedarf ist definitiv gegeben, die logistischen Möglichkeiten auch und es wäre für die gesamte Region eine echte Attraktion, auch unabhängig von Plänterwald.
    Warum denn nicht einen "Gegenpol" beispielsweise zum Europapark Mal in Betracht ziehen...
    Das neue Nutzungskonzept halte ich persönlich für langweilig und an den Bürgern vorbei geplant."

    Die Bürgerbeteiligung kam zu einem anderen Ergebnis, insofern wurde auch nicht "an den Bürgern vorbei geplant", höchstens an den Touristen vorbei! Aber von den Touristen hat Berlin eh schon genug, eher zuviele, die dringend benötigten Wohnraum als Ferienwohnung okkupieren.

  8. 28.

    Doch natürlich haben sie das. Aber warum sollte der Spreepark nicht zum Leben erweckt werden?

  9. 27.

    @ Uwe: Berlin hat doch einen Zentralen Festplatz. Der heißt auch genauso und liegt am Kurt-Schumacher-Damm.

  10. 26.

    @ Heike: Und - haben Leute, die später zugezogen oder geboren sind, kein Recht auf Mitsprache? Fragt sich jemand, der auch schöne Erinnerungen an den Spreepark in den 90er Jahren verbindet...

  11. 25.

    Die an der Bürgerbeteiligung teilgenommen haben, waren überwiegend Bürger die den Spreepark aus seiner aktiven Zeit nicht mehr kennen. Viele sind erst viel später hinzugezogen und wollen jetzt nur ihre Ruhe. Und Sie scheinen ja ein ganz schlauer zu sein, aber vielleicht auch nur von der Couch aus.

  12. 24.

    Nunja, man muss aber auch nicht immer zum Ellerbeker Rundschlag ausholen und pauschal jede Kritik nieder machen. Zumal Sie die User und deren mögliche Aktivitäten und diesbezügliche Informationslage gar nicht kennen. Ich habe mich auch nicht am Bürgerdialog beteiligt und bin trotzdem skeptisch. Man kann auch nicht auf jeder Hochzeit tanzen, ich bin politisch und sozial ehrenamtlich aktiv und nehme mir durchaus das Recht durchaus, Kritik zu äußern.

  13. 23.

    Hoffentlich wird das nicht so eine Farce wie am Bahnhof Zoo!

  14. 22.

    Ich bin regelmäßig und sehr gerne in Berlin und kann es als "Außenstehender" überhaupt nicht nachvollziehen, warum es im gesamten Einzugsgebiet Berlin keinen einzigen Freizeitpark gibt?! Der Bedarf ist definitiv gegeben, die logistischen Möglichkeiten auch und es wäre für die gesamte Region eine echte Attraktion, auch unabhängig von Plänterwald.
    Warum denn nicht einen "Gegenpol" beispielsweise zum Europapark Mal in Betracht ziehen...

    Das neue Nutzungskonzept halte ich persönlich für langweilig und an den Bürgern vorbei geplant.

  15. 21.

    Komisch!

    Die meisten hier meckern, aber niemand von diesen ewig Meckernden hat die vielen Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung in den vielen Dialogveranstaltungen wahrgenommen. Erst die anderen machen lassen und dann meckern und so tun, als ob man besser weiß, was die anderen Berliner angeblich wollen würden. Destruktive Kommentare sind so viel einfacher als konstruktives Mitgestalten!

  16. 20.

    Fischer, Berlin, Samstag, 14.09.2019 | 15:39 Uhr:
    "Ich finde es sehr schade, daß dieser Senat wieder einmal mehr über die Köpfe der Bevölkerung entscheidet."

    Aber es gab doch mehrere Dialogveranstaltungen mit aktiver Bürgerbeteiligung!

    Fischer:
    "Berlin würde es sehr gut tun, wenn der Speepark wieder ein Vergnügungspark werden würde."

    Das sah die Mehrheit der Bürger, die sich bei den vielen Dialogveranstaltungen aktiv beteiligt haben, ganz anders!

    Sie machen den Fehler, dass Sie von Ihrer Couch aus Ihre Individualmeinung zur Volksmeinung erheben, statt selber aktiv die Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung wahrzunehmen.

  17. 19.

    Wir Wessis hatten nur unsere Volksfeste...die wahren ganz nett, aber eben immer nur für eine begrenzte Zeit. Die Idee für einen Dauerpark ist schön und sollte auch verwirklicht werden. Wir waren gerade in DK im Urlaub und dort gibt es an der Westküste einen tollen Freizeitpark. Der nimmt einen einmaligen Eintrittspreis und dann sind alle Attraktionen frei. Dort gibt es einen großen Grillplatz wo man sich selber verflegen kann ,man hat aber auch Gastronomie für jeden Geldbeutel.
    Die Eintrittspreise sind gestaffelt...so das sich das Vergnügen auch jeder leisten kann.
    Auch hier in Spandau-Alt Pichelsdorf passiert nicht mehr viel. Alles verkommt. Unser Park wird am Wochenende zur Partyzone, jedoch nicht vom jungen Volk sondern unseren berzirksbekannten Spritis...Das sind natürlich Baustellen wo unbedingt etwas passieren muss.

  18. 18.

    Im Prinzip habe ich auch nichts dagegen. Wir "Wessis" hatten soetwas gar nicht, wär schon nett so einen Dauerpark zur Verfügung zu haben. Nur hoffe ich, dass das dann auch eine für Normalverdiener bezahlbare Angelegenheit bleibt und die "Baustellen", die uns Berlinern die Lebensqualität nehmen, auch zeitnah in Angriff genommen werden. Wir waren gestern in Rixdorf beim Popráci. Nettes Stadtteilfest, war eine schöne Stimmung, alles friedlich und familiär. Der Weg dahin war bestürzend. Es wird dort gar nichts mehr gemacht, keine Büsche oder Bäume beschnitten, Grünflächen gesäubert oder gepflegt. Dort wohnen viele Familien, für die wird irgendwie gar nichts mehr gemacht. Und dann heißt es, die Leute seien selber schuld. Beschämend.

  19. 17.

    Auch hier gebe ich Ihnen in vielen Punkten recht, jedoch glaube ich nicht, das dieser Park dazu dient mehr Touristen anzulocken, sondern, mehr für die Berliner zu tun. In diese Richtung hat Berlin nichts für die Berliner zu bieten. Wir hier in Spandau haben hinter der Stadtgrenze zwar Karls Erdbeerhof jedoch ist der bis auf die Achterbahn eher etwas für kleinere Kinder. Ich kenne viele, die damals im Plänterwald ihren Spaß hatten und dies sehr vermissen. Wir haben eine Menge Arbeitsuchende in der Stadt, die man für die Sauberkeit und Sicherheit in Naherholungsgebieten dieser Stadt, ausbilden könnte. Und zur Lebensqualität hier in Berlin gehört definitiv auch der Plänterwald dazu.

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