Archivbild: Gericht Turmstrasse Prozess Rocker Wettbüromord a, 25.02.2017 (Quelle: imago images/Olaf Wagner)
Audio: Inforadio | 03.09.2019 | Ulf Morling | Bild: imago images/Olaf Wagner

Tödliche Schüsse in Berliner Wettbüro - Lebenslange Haftstrafen im Rocker-Prozess gefordert

13 teils vermummte Männer stürmen im Januar 2014 ein Wettbüro und gehen auf einen 26-Jährigen los – er wird erschossen. Im Prozess, der noch immer andauert, fordert die Staatsanwaltschaft nun lebenslange Haftstrafen.

Im Mammutprozess gegen Rocker der Hells Angels wegen tödlicher Schüsse in einem Berliner Wettbüro hat die Staatsanwaltschaft für acht der zehn Angeklagten lebenslange Freiheitsstrafen gefordert.

Für die Ankläger des fast fünfjährigen Prozesses sei bewiesen, dass bei einer Racheaktion in einem Wettbüro in Reinickendorf ein Mann hingerichtet wurde, hieß es in den Plädoyers am Dienstag. Den Mordauftrag hatte laut Staatsanwaltschaft der Hauptangeklagte Chef der Rockergruppe erteilt. Einer der Hells-Angels hatte im Prozess ausgesagt und soll deshalb nur zehn Jahre ins Gefängnis, plädierte die Staatsanwaltschaft.

Am 10. Januar 2014 waren 13 teils vermummte Männer in dem Wettspielbüro auf einen 26-Jährigen losgegangen. Er wurde dabei erschossen, wie Überwachungskameras zeigten. "Das Opfer musste für einen Ehrenkodex und eine Rache sterben, die sich ein Rockerclub ausgedacht hatte", hieß es weiter. Hintergrund des Anschlags sei eine Messerstecherei vor einer Diskothek im Oktober 2013 gewesen, bei der ein Hells-Angels-Rocker verletzt worden sei.

In dem seit November 2014 unter massiven Sicherheitsvorkehrungen laufenden Prozess wurden 346 Zeugen befragt. Zudem wurden 26 Sachverständige gehört. Die Videosequenzen zum Tatgeschehen seien "ein unersetzliches Beweismittel" gewesen, so die Ankläger.

Sendung: Abendschau, 03.09.2019, 19:30 Uhr

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