Archivbild: Das Kant Kino in Charlottenburg (Quelle: dpa/Schöning)
Video: Brandenburg Aktuell | 08.09.2019 | Tim Jaeger | Bild: dpa/Schöning

Staatsschutz ermittelt - Unbekannte stören israelisches Filmfest

Mehrere Störer haben eine Veranstaltung des israelischen Filmfestivals "Seret International" im Kant Kino in Berlin-Charlottenburg mit Transparenten und lautem Geschrei unterbrochen. Bei einer Fragerunde nach der Vorführung des Films "King Bibi" hätten am Samstag "zehn bis zwölf Personen" die Bühne gestürmt, sagte ein Sprecher der Veranstalter. In dem Dokumentarfilm geht es um den Werdegang von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Ein antisemitischer Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden, sagte ein Polizeisprecher. Daher habe der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Nach rbb-Informationen könnte es sich um Aktivisten der propalästinensischen Gruppe BDS Berlin handeln.

Handgemenge im Kinosaal

Ein 42-Jähriger soll die Runde mit dem Regisseur durch lautes Geschrei gestört haben, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Gleichzeitig hätten sich ein weiterer 42-Jähriger und ein noch unbekannter Mann vor die Leinwand gestellt und ein Transparent hochgehalten. Die Fragestunde mit Regisseur Dan Shadur musste abgebrochen werden.

Die 62-jährige Veranstalterin forderte die Männer auf, die Veranstaltung zu verlassen - ohne Erfolg. Sie bekam Unterstützung von einem 54-Jährigen, der die Störer aus dem Saal drängen wollte. Dabei soll er einen der 42-Jährigen gestoßen haben, sodass dieser stürzte. Zudem gaben zwei Frauen an, dass der 54 Jahre alte Mann sie im Verlauf geschlagen haben soll. Die Polizei nahm laut eigener Aussage Anzeigen auf und entließ die Beteiligten anschließend.

Sendung: Radioeins, 08.09.2019, 18 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Bei so einer Fragerunde sind ja mehrere Personen (auch Journalisten?) anwesend. Da wird doch wohl jemand mitbekommen haben, was gebrüllt wurde und was auf dem Transparent stand. Warum gibt es dazu keine Informationen?Außerdem werden jüdische Veranstaltungen doch immer von der Polizei geschützt. Warum hat die nicht eingegriffen? Und wenn keine Polizei vor Ort war, warum nicht? Ein bisschen mehr Tiefgang in der Berichterstattung kann man ja wohl vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk erwarten.

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